Schweizer Studie zu Piwis

So bewerten Verbraucher Weine aus neuen Rebsorten

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 28.01.2026


Schweizer Forscher haben in einer Studie Verbraucher dazu befragt, wie sie Weine von pilzresistenten Rebsorten (Piwis) bewerten. Dabei wollten die Wissenschaftler des Forschungszentrums Agroscope zum einen herausfinden, wie gut Weintrinker Piwis im Vergleich zu gewöhnlichen Rebsorten akzeptieren und zum anderen, ob es etwas an der Akzeptanz ändert, wenn die Probanden von den Umweltvorteilen der Piwis wissen.

Dabei kam die Studie aus dem Jahr 2025 zu zwei Erkenntnissen: Die Probanden bewerteten zum einen Piwis im Geschmack durchschnittlich genauso gut wie Weine aus konventionellen Rebsorten. Zum anderen änderte es an der Bewertung auch so gut wie nichts, wenn die Probanden zuvor über die umweltschonenden Eigenschaften von Piwi-Rebsorten informiert worden waren.

Infos über Umweltaspekte nur für manche

Die Studie wurde an drei Standorten in den Kantonen Zürich, Bern und Waadt mit insgesamt 266 Verbraucherinnen und Verbrauchern durchgeführt. Die Teilnehmenden erhielten verschiedene Weine zur Verkostung, teils aus traditionellen, teils aus Piwi-Rebsorten. Jeweils die Hälfte der Probanden wurde dabei über Piwis und ihre besonderen Eigenschaften informiert, die andere Hälfte nicht.

Ergebnis: Hauptsache, es schmeckt

Bei der Befragung von Agroscope kam heraus, dass Verbraucher die Weine letztendlich vor allem aufgrund ihres Geschmacks bevorzugten oder zurückwiesen. Dabei schnitten Piwis in etwa genauso gut ab wie traditionelle Rebsorten. Informationen darüber, dass die Piwis umweltfreundlicher im Anbau sind, änderten an der Einschätzung der Weine nur bei einzelnen Probanden etwas an ihrem Urteil. Daraus schlossen die Forscher, dass «beim Verkauf von Weinen aus resistenten Rebsorten der Schwerpunkt auf die sensorische Qualität und die Verkostung gelegt werden sollte.»

Neue Rebsorten sind weniger anfällig

Bei Piwi-Rebsorten handelt es sich um Neuzüchtungen, die erheblich weniger Pflanzenschutzmittel benötigen als traditionelle Rebsorten. Letztere sind immer – und bei ungünstiger Witterung sogar erheblich – auf einen Schutz gegen Falschen und Echten Mehltau angewiesen. Auch Bioweine werden dagegen gespritzt, für sie sind aber nur bestimmte Mittel zugelassen. Piwis wiederum sind von sich aus sehr viel weniger anfällig gegen diese Pilzerkrankungen.  

Die ganze Studie ist hier nachzulesen


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