Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer trumpft Évora auf. Imposante Kirchenschiffe und Paläste mit raren Kunstschätzen warten auf Besucher. Im Gewirr gepflasterter Gassen stösst man auf Restaurants mit höchst wohlschmeckender Küche und auf Unterkünfte voller Charme. Im Umkreis bieten Weingüter und Keller herzlichen Empfang und verblüffend charaktervolle Weine.
Évora besitzt unwiderstehlichen Charme. Seit 1986 Weltkulturerbe, bietet es auf Schritt und Tritt ausserordentlichen Reichtum an Historie, Architektur, Kunst und Kultur. Will man mehr darüber erfahren, sollte man sich den Historiker Dr. Libânio Murteira Reis als Stadtführer nehmen. Zunächst leitete er mich zum Jardim Diana, der wie eine Terrasse die alte römische Stadtmauer krönt. Von dort überblickt man die mittelalterliche Erweiterung der Stadt, deren Mauer bestens erhalten ist. Am Jardim Diana steht der Römische Tempel, Évoras Wahrzeichen aus dem 1. Jahrhundert. v. Chr., geweiht von Kaiser Augustus. Er überdauerte, weil man ihn im 14. Jahrhundert in eine Halle integrierte, die bis 1836 als Fleischmarkt diente. Dann warfen wir einen Blick in die Bibliothek, eine der ältesten Portugals, und die danebenliegende Pousada mit ihrem mit viel Historie angereicherten Luxus. Beim ehemaligen Palast der Inquisition, der heute zeitgenössischer Kunst gewidmet ist, aber einmalige Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert bewahrt hat, verwies Dr. Libânio auf den Philanthropen Vasco Maria Eugénio de Almeida (1913–1975). Der kinderlose Erbe einer einflussreichen Familie rief eine Stiftung ins Leben, die sich sozial und kulturell stark für Évora und seine Menschen engagiert, das Krankenhaus, Schulen und die Universität fördert und Kulturgüter wie das Kartäuserkloster und die frühere Burg restaurierte. Ihr Weingut Cartuxa mit tausend Hektar Rebfläche finanziert die Stiftung erfolgreich. Weiter ging es zum unglaublichen Kirchenschatz und in die imposante Kathedrale mit drei Statuen der schwangeren (!) Jungfrau Maria, eine in Portugal sehr beliebte Darstellung. Die 1559 anerkannte, sehenswerte Universität wurde genau 200 Jahre lang von den Jesuiten geleitet, bevor diese aus Portugal vertrieben wurden. Erst 1973 konnte sie in den alten Gebäuden mit ihren kunstvollen Wandkacheln wiedereröffnet werden. Heute zählt sie 8000 Studenten. Natürlich liess mein Stadtführer die Knochenkapelle nicht aus, deren Wände mit Skeletten aus 5000 Gräbern ausgekleidet wurden, um die weltlichen Vergnügungen zugewandten Mönche an die Vergänglichkeit des Lebens zu gemahnen.

Tafeln und Trinken
Évoras Beliebtheit als kulturelles Ziel hat die Gastronomie der Stadt in den letzten Jahren entscheidend gefördert. Es gibt rund 30 gute Restaurants, die sich regionaler Küche verschrieben haben – ein halbes Dutzend interpretiert diese modern. (Unbedingt reservieren!) Der Alentejo liefert dafür ausgezeichnete Zutaten, zunächst Oliven und Olivenöl, dann allen voran Porco Preto, schwarzes (iberisches) Schwein, als Schinken, Würste oder Fleisch, dicht gefolgt von Lamm, Rind und Wild. Natürlich gibt es Bacalhau (Stockfisch), aber auch frische Fische und Meeresfrüchte – die Küste ist nicht weit. Viel Gemüse und Obst sind selbstverständlich. Besonderheiten sind Rezepte aus altem Brot wie der Brotbrei Migas oder die zahlreichen süssen Backwaren früherer Nonnenklöster, oft aus Mandeln und Eigelb. Der Schafskäse ist ausgezeichnet. Und dann der Wein.
«Die Kultur erlaubt uns, Brücken zu schlagen, da gibt es keinen Platz für Hass.»
Ana Paula Amendoeira
Schon von den Römern gefördert, erlangte der Weinanbau im Alentejo nach der Anerkennung Portugals als eigenständiges Königreich im Jahr 1143 zunehmend Bedeutung. Um 1600 gehörte der Alentejo zu den drei wichtigsten Weinregionen des Landes, 1898 waren 20 000 Hektar mit Reben bestockt. Doch wurde zwischen 1933 und 1974 unter der Diktatur Salazars das weite, flache Land des Alentejo zur Getreidekammer verdammt, die Rebflächen wurden gerodet. Die Nelkenrevolution setzte der Diktatur 1974 ein Ende, führte aber in den darauffolgenden Jahren zur Enteignung vieler Güter. Die Weingärten, die Salazar überlebt hatten, gingen an der chaotischen Bewirtschaftung durch kommunistische Kooperativen zugrunde. Um 1985 setzte die Regierung die früheren Besitzer wieder ein. Die Renaissance des Weins im Alentejo begann – vor gerade einmal 40 Jahren!

Dass man Wein in Évora schätzt, merkt der Besucher schon an den grossen Gläsern, in denen er ausgeschenkt wird. Die Einheimischen ziehen die sonnenverwöhnten Rotweine vor, die in der Nase viele rote und schwarze Früchte zeigen und am Gaumen mit Samtigkeit, Volumen und verschmolzenen Tanninen gefallen. Alicante Bouschet, Aragonez (Tempranillo) und Trincadeira dominieren, ergänzt von Touriga Nacional, Castelão, aber auch Cabernet Sauvignon und Syrah. Bei den Weissen geben Antão Vaz, Arinto und Roupeiro den Ton an und überraschen mit gelben und Zitrusfüchten, dezenter Frische und Cremigkeit. Fährt man von Évora gen Norden, bestimmen nach Vimeiro Korkeichen die Landschaft. Schliesslich ist der Alentejo ihr grösstes Anbaugebiet und Herkunft der weltweit besten Korken. Adega Mouchão ist von grossen Korkeichenwäldern umgeben, denn die Reynolds, deren Gründerfamilie, waren zunächst bedeutende Korkfabrikanten. Auf dem Gut scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, und die Seele des Alentejo ist greifbar.
Erlebnis & Natur
Durch Évora zu streifen, ist ein Erlebnis, so unverfälscht ist sein Kern, voller berühmter Bauten. In der weiteren Umgebung faszinieren Land- und Weingüter.
Infos
Dem Wein auf der Spur
Nah bei der Kathedrale, in der Rua 5 de Outubro, die zur Praça do Giraldo führt und an der sich Andenkenläden reihen, vermitteln die hellen Räume der Rota dos Vinhos de Alentejo einen ersten Eindruck vom Weingebiet des Alentejo, seiner Geschichte, seiner Rebsorten, einschliesslich Weinproben. Hier gibt es zugleich Tipps für Erlebnisse auf 60 Weingütern.
vinhosdoalentejo.pt/en/ wine-route/visit-us/
Sich einweihen lassen
Évora hat enorm viel an Geschichte, Kunst und Architektur zu bieten. Historiker Dr. Libânio Murteira Reis macht Besucher hervorragend damit vertraut – auf Englisch oder Französisch.
limureis@gmail.com
Kultur

Kathedrale der Superlative
Zwischen 1186 und 1204 in romanisch-gotischem Stil errichtet, gilt die Kathedrale von Évora als grösste Portugals. Das imposante Hauptportal mit den Marmorstatuen der Apostel wird von zwei völlig unterschiedlichen mächtigen Türmen eingerahmt. Der Nordturm beherbergt einen einmaligen Schatz an sakraler Kunst. Der barocke Chor kontrastiert mit dem kargen Stil der ursprünglichen Kirche. Den Altar ziert eine mehrfarbige Statue der schwangeren Jungfrau Maria. Zu besonderen Anlässen erklingt die Orgel von 1544.
evoracathedral.com
Erlebnis

Magischer Olivenbaum
Eine halbe Autostunde nördlich von Évora an der Strasse nach Vimeiro fehlt es ausser im Frühling an frischen Farben. Doch auf einmal leuchten die Hänge in lebendigem Grün: Herdade da Fonte Santa, Heimat von Mainova, auf Deutsch «Nesthäkchen». Damit ist Bárbara, die jüngste Tochter der Familie Monteiro, gemeint. Sie entschloss sich 2019, das Biogut mit seinen 20 Hektar Rebstöcken und 90 Hektar Olivenbäumen zu leiten und seine Produkte zu lancieren. Eine moderne Kellerei wurde errichtet, die Weine von Starwinzer António Maçanita konzipiert. Spannend. Was den Besuch einmalig macht, findet sich auf einem nahen Hügelrücken: ein weiter Kreis von uralten Olivenbäumen, nach dem Carbon-14-Test ist er der mit 2400 Jahren der älteste.
mainova.pt/en
Aus eigener Produktion

Herdade do Esporão
Auf dem grössten Bioweingut Portugals kann man die Zukunft des Alentejo schmecken. Für Chef Carlos Teixeira ist sie zutiefst in lokalen Produkten verwurzelt wie Olivenöl, Gemüse und Kräutern aus eigenem Anbau, die er auf innovative Weise inszeniert, wobei Optik, Textur und Aromen ganz neue Geschmackserlebnisse bereiten. Bestens begleitet werden sie von eigenen Weinen. Es gibt nur Verkostungsmenüs mit fünf oder sieben Gängen, und zwar nur mittags. Den Kellerbesuch sollten Sie nicht verpassen!
esporao.com
Kreativ geniessen

Origens
Gonçalo und Eugénia Queiroz waren 2016 die Ersten, die in Évora kreative Küche anboten. Gonçalo bereitet originelle Gerichte aus frischen Zutaten der Umgebung zu, oft mit einem Hauch lokaler Deftigkeit, inspiriert durch vergessene Rezepte. Sommelière Eugénia versteht es, den Gästen den Wein näherzubringen. Ihre Auswahl aus dem Alentejo ist umwerfend. Im Ableger Cellarium, einem Kellergewölbe, ist das Weinangebot weiter gefasst; die Küche bietet Tapas und Wildgerichte.
origensrestaurante.com
Enoteca Cartuxa

Foyer eines Imperiums
Nahe dem Tempel öffnet die Enoteca, verkörpert durch Bruno Berenguer, den Zugang zum bedeutenden Weingut auf charmante Weise. Hier kann man alle Weine von Cartuxa glasweise bestellen, zur schmackhaften regionalen Küche probieren und sich in der Atmosphäre einer modernen Taverne wohlfühlen. Die Adega Cartuxa am Stadtrand und die Aktivitäten der Stiftung Eugénio de Almeida, des letzten Besitzers, lernt man bei Führungen und Verkostungen kennen.
cartuxa.pt, geral@enotecacartuxa.pt
Essen & Trinken
Der Alentejo hat sich eine Fülle von Zutaten und Rezepten sowie einen Sinn für Geschmack und grosszügige Gastlichkeit bewahrt. Den Appetit muss man selbst mitbringen.
Tipps
Taberna Típica Quarta-feira
Regionale Klassiker
Wer in der traditionellen Küche des Alentejo schwelgen möchte, sollte in diesem Familienrestaurant rechtzeitig reservieren. Es wird ungefragt serviert, was die Küche vorbereitet hat: einen Tisch voller leckerer Petiscos (Tapas), gefolgt von mehreren Hauptgerichten und verführerischen Desserts. Dazu gibt es speziell abgefüllte Weine bekannter Güter. Es erwartet Sie eine herzliche Bedienung und eine einmalige Atmosphäre.
Tel.: +351 266 70 75 30
Bistro Barão
Slow Food vom Feinsten
14 Sitzplätze stehen Individualisten zur Verfügung. Hier geht es um Gastfreundschaft, Verlangsamung, nachhaltigen Genuss mit ausgezeichneten Weinen, hervorragende Charcuterie und handwerklichen Käse. Grösster Wert wird auf exzellente Produkte gelegt, die man von Erzeugern direkt bezieht. Der Geschmack der mit Sorgfalt zubereiteten Speisen begeistert, ob Rebhuhnpastete, Filet vom iberischen Porco Preto, Oktopus oder hausgemachte Desserts.
bistrobarao.com
O Espiga
Portugiesische Köstlichkeiten
Das Restaurant der Adega de Borba erfreut sich grosser Beliebtheit. Die agilen Kellner bringen ein Tablett mit Vorspeisen zur Wahl, gefolgt von grosszügigen Portionen, vor allem Lamm und Rind. Dazu trinkt man gut gemachte Weine der Kooperative, zu der 250 Mitglieder und 2000 Hektar Reben gehören, wie angenehmen Viognier oder die ausgezeichnete rote Reserva 2022. Im netten Wine Shop daneben kann man sie erstehen.
adegaborba.pt
Übernachten
Évora besitzt eine Fülle an Unterkünften. Sie reichen von Luxushotels über gediegene Gästehäuser bis zu günstigen Apartments, meistens nah am Zentrum.
Tipps
Casa do Governador
Genuss auf dem Land
Nah bei Évora fühlt man sich auf diesem kleinen alten Familiengut dennoch ganz auf dem Lande. Seine zwölf Zimmer, die mit viel Sinn für gelebte Vergangenheit und modernen Komfort eingerichtet sind, verteilen sich auf das Haupthaus, eine reizvolle, U-förmige Villa und das frühere Wächterhaus mit gemütlichen Wohnzimmern, lauschigen Terrassen und zwei Swimmingpools. Auf Wunsch wird Essen zubereitet, und dies bietet die Gelegenheit, die hauseigenen Bio-Weine kennenzulernen.
casagovernador.pt
Albergaria do Calvário
Stylishes Boutique-Hotel
Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern beim Tor Alagoa wurde eine Ölmühle aus dem 16. Jahrhundert zu diesem angenehmen Hotel mit 22 Zimmern und Suiten verwandelt. Die roten Keramikböden vermitteln südliches Flair. Im grossen Innenhof lässt es sich angenehm frühstücken oder abends ein Glas Wein trinken. Ab 15 Uhr wird ein simples Menü serviert. Netter Empfang.
adcevora.com
Hotel Vila Galé Évora
Tradition und Moderne vereint
Dieses moderne, bei Reisegruppen beliebte Hotel mit seinen 185 Zimmern und Suiten verfügt über zwei Restaurants und eine Bar. Bei schönem Wetter lädt der Aussenpool zum Abkühlen ein. Zur kälteren Jahreszeit steht der beheizte Innenpool zur Verfügung. Ausserdem gibt es das Satsanga Spa, eine Sauna und ein türkisches Bad. In gut zehn Minuten erreicht man zu Fuss die Praça do Giraldo, das historische Zentrum der Stadt.
vilagale.com/pt/hoteis/alentejo/vila-gale-evora
Casa Morgado Esporão

Herrschaftlich wohnen
Im 15. Jahrhundert vom vierten Morgado (Graf) do Esporão bewohnt, stand das Herrenhaus 40 Jahre leer, bevor es 2015 von der Familie Fernandes erworben und sorgsam restauriert wurde. Aufgeteilt in zwölf mit viel Geschmack und Komfort hergerichtete Apartments mit Küchenzeilen spürt man dennoch die weit zurückreichende Historie. Angenehm lässt es sich im Innenhof sitzen. Sauna, Jacuzzi, Pool, Weinbar für Hausgäste. Zu Fuss nur wenige Minuten vom Tempel oder der Praça do Giraldo entfernt.
casamorgadoesporao.com
São Lourenço do Barrocal

Ländlicher Luxus
Ab 1820 lebten auf dem 780 Hektar grossen Gut in faszinierend steiniger Landschaft 50 Arbeiterfamilien in aneinandergereihten ein-, selten zweistöckigen Häusern. Nach der Nelkenrevolution verstaatlicht, folgten Pleite und dann Rückgabe an die ursprünglichen Besitzer. Diese fuhren fort, Wein und Olivenöl zu erzeugen, und beschlossen 2002, die Häuser zu renovieren. 14 Jahre später eröffneten sie ein traumhaftes Landhotel, in dem man bestens abschalten und geniessen kann.
barrocal.pt
Pousada da Rainha

Königlicher Palast
Estremoz wird vom Burgberg überragt, wo König Dinis den königlichen Palast neben dem 28 Meter hohen Turm für seine Frau Isabel von Aragón errichten liess, die dort 1336 starb. Heute eines der gediegensten historischen Hotels Portugals, ist es höchst stilvoll mit Antiquitäten möbliert und verfügt für 33 komfortable Zimmer mit Marmorbadezimmern. Die besten Zimmer bieten traumhafte Blicke über das Städtchen.
pousadasofportugal.com/pousadas/estremoz
Kunst, Wein, Bar und Food

Howard’s Folly
Howard Bilton, weltweit erfolgreicher Finanzberater und Kunstmäzen, übernahm 2002 das pompöse Gebäude der Kooperative von Estremoz aus der Salazar-Zeit gemeinsam mit Spitzen-Winemaker David Baverstock. Nur mit Trauben aus dem kühleren Sektor von Portalegre kreierte David ein spannendes Weinprogramm auf hohem Niveau. Mit viel Kunst und Design wurde der Bau in einen vielseitigen und faszinierenden Ort mit Weinkeller, Weinbar, sehr gutem Restaurant, Sporthalle und Kunstgalerie verwandelt.
howardsfollywine.com
23 125 Hektar
23 125 Hektar
Rebfläche mit 60 Bodenarten und 86 verschiedenen Rebsorten in acht Unterregionen teilen sich 245 Weinerzeuger.
Wegbereiter

Mouchão
Ende des 19. Jahrhunderts erwarben die Reynolds Mouchão und pflanzten Alicante Bouschet, bis heute ihre Spezialität. 1901 wurde das Kellergebäude errichtet. 1975 enteignet, erhielten die Reynolds 1986 das völlig verwahrloste Gut zurück, pflanzten Alicante Bouschet erneut auf dem roten, sehr fruchtbaren Schwemmboden, der sich dafür als ideal erwiesen hatte. Unter Iain C. Reynolds Richardson ist Mouchão zu DEM Klassiker des Alentejo geworden. Die Trauben werden weiterhin im alten Keller in den ursprünglichen Lagares mazeriert und in den restaurierten alten 5000-Liter-Fässern ausgebaut. Obwohl die Reynolds auch fünf sehr gute andere Weine erzeugen, ist der komplexe, balsamische, wunderbar ausgewogene Mouchão, aktuell 2017, unerreicht.
mouchao.pt
Wein im Alentejo
Obwohl der Alentejo 30 Prozent Portugals ausmacht, wird hier nur auf fünf Prozent der Fläche Wein angebaut – zwischen Beja im Süden, Évora im Zentrum und Portalegre im Norden.
Tipps
Herdade do Freixo
Innovativ und ästhetisch
Spektakuläres Projekt mit unterirdischer, avantgardistischer Kellerei – im Einklang mit der Landschaft. Gezielt ausgewählte Rebsorten drücken das Terroir aus. Besonders gelungen sind Sauvignon Blanc, Riesling und Syrah sowie überzeugende rote Blends wie die Reserva 2021 und insbesondere die Family Collection 2018 und 2019. Führungen und Verkostungen auf Anmeldung.
herdadedofreixo.com
Dona Maria Wines
Individuell und legendär
Das elegante Landhaus bei Estremoz schenkte König João V. seiner Geliebten Dona Maria um 1715. Um 1860 wurde das Gut von Júlio Bastos Familie erworben und die Kellerei erbaut. Júlio Basto kreierte die Marke Dona Maria 1988. Deren beste Rotweine lässt Önologin Sandra Gonçalves immer noch in den alten Lagares aus Marmor vinifizieren, darunter die hervorragende Grande Reserva 2019. Nur individuelle Besuche, sogar mit Dinner im Haupthaus.
donamaria.pt
Herdade do Esporão
Bio-Spitzenprojekt
Bei Reguengos de Monsaraz hat das Landgut mit seinen 1840 Hektar seine Grenzen seit 1267 nicht geändert. Inzwischen wurde die Rebfläche mit 40 Sorten auf 460 Hektar erweitert und die Olivenhaine auf 300 Hektar, die alle biozertifiziert sind. Für die 200 Mitarbeiter steht die Erhaltung von Umwelt und Biodiversität im Zentrum ihres Engagements. Es werden zwölf Gutsweine erzeugt, wobei Esporão Colheita die Visitenkarte ist und die Private Selection die Spitze bildet. Ein beispielhaftes Projekt.
esporao.com
