Die 7 größten Trends zur ProWein 2019

Mitte März ist es wieder soweit: Die weltgrößte Wein- und Spirituosenmesse ProWein öffnet ihre Pforten in Düsseldorf. Mit 6.800 Ausstellern aus der ganzen Welt hat sich die Messe als größter Marktplatz, Trend-Barometer und nicht zuletzt ‚Klassentreff‘ der internationalen Weinbranche etabliert.

Wir haben die wichtigsten Wein-Trends der ProWein 2019 für Sie zusammengetragen. Statistisch nicht fundiert aber mit Herzblut und Leidenschaft fürs Thema. Und klar ist schon jetzt: Es gibt auch in diesem Jahr wieder mehr zu entdecken, als man vernünftigerweise trinken kann.


 

ProWein 2019 Trend Nr. 1: Weine aus hohen Lagen

Weine aus hohen Lagen zeigen, wie aus der Not eine Tugend wird. Galten Weinberge in hohen Lagen lange als schwer bestellbar und ertragsarm, so wurden sie in den letzten Jahren zur neuen Spielwiese ambitionierter Winzer, die genau diese Lagen suchen und Weine produzieren, die Weinkenner und -kritiker gleichermaßen begeistern.

Nur wenige Trauben gedeihen auf den steinigen und kargen Böden, aber die dramatischen Temperaturunterschiede von Tag zu Nacht sorgen für eine hervorragende Balance von perfekter Traubenreife und belebender Säure: Es entstehen Weine mit besonderer Eleganz, Frische, Finesse und Struktur, die die harte Arbeit in schwindelerregenden Höhen erahnen lassen.

Bis auf über 1.000 m über dem Meeresspiegel geht es in den spanischen Gegenden Ribera del Duero oder Rioja. In Australien reifen Pinot Noirs in langen kalten Nächten auf bis zu 1.300 m, in Sizilien am Fuße des Ätnas in Lagen um 1.000 m und im kalifornischen Nappa Valley – nur 50 km Luftlinie vom Pazifischen Ozean entfernt – auf über 800 m über dem Meer. Zu besonderem Ruhm gelangten aber in den letzten Jahren argentinische Weine, allen voran die Weine aus den bis auf 1.200 m Höhe gelegen Weinbergen des Mendoza Valley. Die kleinen Beeren schützen sich mit dicker Schale vor den Widrigkeiten der Natur und ergeben Weine voller Frucht und Frische, reich an Tanninen und mit feiner Struktur.

Die argentinische Ausnahmewinzerin Susana Balbo präsentiert zum Beispiel mit dem Malbec Valle de Uco „BenMarco“  Mendoza 2016 einen wahren Spitzenwein, der aus Höhenlagen von über 1.100 Metern der Unterregion  Valle de Uco stammt. Tief kirschrot im Glas, mit feinen Aromen von Brombeere und Veilchen, handfest und dennoch fein und delikat – der perfekte Begleiter zu einem saftigen Steak mit reichlich pikanter Chimichurri-Sauce.

Für uns ganz oben:

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ProWein 2019 Trend Nr. 2: Nachhaltigkeit und Regionaliät

Der Anteil von Bio-Weinen am deutschen Weinmarkt liegt aktuell erst bei sechs Prozent. Das Segment ist aber das einzige, das kontinuierlich und gegen den allgemeinen Markttrend wächst. Laut der Studie „The Global Organic Wine Market“ ist Deutschland schon heute der größte Einzelmarkt für bio-zertifizierte Weine und wird diese Position bis 2022 weiter ausbauen.

Immer mehr Winzer begreifen den Weinberg als ökologisches System: Sie verzichten auf künstliche Dünger und fördern die Artenvielfalt der Kulturlandschaft Wein. Auch das Kundenverhalten ändert sich nachhaltig und was lange als Nische, Hype und manchmal gar Esoterik angesehen wurde, hat Einzug gehalten in immer breitere Konsumentenschichten. Laut aktuellen Erhebungen sind es vor allem besser- und weit überdurchschnittlich verdienende Haushalte, die sich für bewusste Ernährung und nachhaltige Weine entscheiden.

Die aktuelle Stärke österreichischer Weine ist vor diesem Hintergrund keine wirkliche Überraschung. Denn nach dem Weinskandal Mitte der 80er Jahre verpasste sich das Land eines der strengsten Weingesetzte der Welt. Winzer wie Gottfried Lamprecht in der Steiermark haben den Trend zu qualitätsbewussten und naturnahem Weinbau sehr früh erkannt und alles auf eine Karte gesetzt.

Mit seinem Furmint – eigentlich der ungarische Superstar – präsentiert er einen gnadenlos guten Weißwein, der Fruchtigkeit, rassige Säure und feingliedrige Struktur perfekt miteinander kombiniert. Ein ganz wunderbarer steiermärkischer Weißwein zu Forelle, Zander, Lachs und Co.

Der hier liegt uns nah:

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ProWein 2019 Trend Nr. 3: Beware of the Underdog!

Waren es in der Vergangenheit die ganz großen Häuser mit renommierten Namen, langer Tradition und exklusiven Lagen, so sind es heute die ‚Hidden Champions‘, die die Szene bewegen. Kleine Projekte und junge Winzer bilden die Avantgarde der Weinmacherkunst und sorgen international für Furore.

Der Generationenwechsel in vielen Häusern und neue, direkte Kommunikationskanäle über Instagram & Co. geben heute den Ton an und erlauben jungen Projekten den Altehrwürdigen den Rang streitig zu machen. 

Manch traditionelle Appellation wird heute von ihren innovativen Nachbarn ordentlich unter Druck gesetzt. Oder anders: Rasteau und Gigondas an der südlichen Rhone sind für Châteauneuf-du-Pape wie Tesla für Mercedes.

Und genau hier entsteht ein Wein, der fast schon exemplarisch für die neue Generation mutiger und tatkräftiger Weinmacher steht: Der Rasteau 2016 der Domaine la Soumade ist ein spektakulärer, handgelesener Rhone-Best-Buy, der es mit so mancher Größe der nur 30km entfernten, renommierten Châteauneuf-du-Pape locker aufnehmen kann: Tief schwarzkirschig im Glas, reich an Frucht und mit würziger Kraft von Lakritz und schwarzem Pfeffer, ist dies ein Wein, der einfach Spaß macht und mit einem sensationellen Preis-Genuss-Verhältnis überrascht.

Weniger ist mehr:

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ProWein 2019 Trend Nr. 4: Die neue Aperitifkultur

Sind wir ehrlich – gibt es etwas Besseres als an einem späten Samstagnachmittag weit vor dem Dinner einen kleinen Aperitif mit guten Freunden zu genießen?

Nicht nur wir scheinen schonungslos ehrlich zu sein: Selten gab es einen solchen Hype wie aktuell auf Apéro, Aperitif, Aperitivo, Pre-Dinner-Drink & Co. Ob Wermut, Pastis, Aperol oder Negroni – ‚Day-Drinking‘ ist wieder erlaubt und – in Maßen – ein ganz besonderer Genuss. Dabei muss es leicht sein (wie ein provenzalischer Rosé), nicht zu alkoholisch und gern ein bisschen fruchtig zugehen wie bei einem Kabinett oder feinherben Riesling.

Es darf auch gerne ein Schaumwein oder Craft-Bier sein. Oder vielleicht ein Longdrink mit Spirituose und einer prickelnden Limonade? Die Sonderschau „same but different“ widmet sich auf der ProWein 2019 genau diesem Thema. Über 100 Aussteller aus 22 Ländern präsentieren dort handverlesene Craft-Spirituosen, Craft-Biere sowie Cider.

Unsere kleine Entdeckung haben wir dabei schon im Sommer 2018 als Teil unserer „No-Standard“-Reihe eingeführt: Einen Cidre, der keinen Apfel, sondern Birne enthält und deswegen auch nicht Cidre, sondern Poiré heißt. Eine fruchtige Komposition mit nur 3,5% Alkohol, die nach Frühling und Draußen-sein schmeckt – frisch, zupackend und betörend. Eigentlich geplant als einmalige Entdecker-Aktion hat sich der ‚Odette Poiré‘ der Domaine Sicera in der Normandie als absoluter Kundenliebling etabliert. Gut, dass wir in diesem Fall noch nachbestellen konnten.

Schmeckt auch schon am Nachmittag:

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ProWein 2019 Trend Nr. 5: Garnacha

Es ist paradox: Flächenmäßig galt Garnacha lange als Spaniens Rebsorte Nummer 1. Heute ist sie nur noch die vierthäufigste Rebsorte in Spanien. Doch während die Fläche seit 1990 um fast die Hälfte zurückging, ist ein regelrechter Hype um sortenreine Garnacha entstanden.

Während die französische Schwester Grenache häufig mit Syrah und / oder Mourvèdre zu absoluten Spitzen-Cuvées ausgebaut wird, haben sich einige spanische Winzer auf sortenreine Garnachas spezialisiert. Dabei greifen sie auf jene Vinifizierungs-Methoden zurück, die derzeit weltweit zu atemberaubenden Ergebnissen führen: rigorose Handlese, spontane Fermentierung mit wilden Hefen, ein eher kurzer Ausbau im gebrauchten Fass und minimale Erträge von alten Reben.

Ein regelrecht ein Botschafter für Garnacha aus Navarra ist der 'Malayeto', der von einer Parzelle aus kühler Hochlage stammt und von den Brüdern Iñaki, Xabier und Mikel Sanz vinifiziert wird.

„This is really delicious and a very good value – a real bargain, one to buy by the case", meint dann auch Luis Gutiérrez in Robert Parker's Wine Advocate und vergibt hervorragende 94 Punkte.

Garnacha sortenrein genießen:

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ProWein 2019 Trend Nr. 6: Winzersekte

Luxus ist im Wandel – Prunk und Protz sind nicht mehr cool. Wer heute imponieren möchte, legt mehr Wert auf bewusste Ernährung, Achtsamkeit und Besonderes statt auf PS, Markenlogos und große Namen.

Lange Zeit haben die ganz großen Champagner-Brands den Markt regiert. Zugegebenermaßen mit beeindruckend konstanter Qualität, aber auch mit dem Prestige und der Aura ihrer starken Marken, die Ausdruck und Sinnbild von Erfolg und Reichtum sind.

Fast übersehen wurden dabei die zum Teil exzellenten Schaumwein-Qualitäten, die abseits der großen Champagner-Häuser entstanden sind. "Die Qualität deutscher Sprudler ist in den letzten Jahren auf geradezu abenteuerliche Weise nach oben gegangen", heißt es im "Vinum Weinguide 2019".

Einen der größten Coups der Branche landete wohl das renommierte Pfälzer Weingut von Buhl, als es 2013 mit Mathieu Kauffmann, keinen Geringeren als den ehemaligen Chef de Caves des Champagner-Hauses Bollinger verpflichtete. Exklusiv für Wine in Black lässt Kauffmann seinen berühmten Riesling-Sekt 20 Monate auf der Hefe liegen. Das Resultat ist ein vielgestaltiges Bouquet, das mit Pfirsich, Limetten und Mirabellen den Riesling erkennbar macht, doch würde man die Noten nach Mandeln, Brioche und Hefegebäck eher einem Champagner zuordnen.

Kann es mit den ganz Großen aufnehmen:

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ProWein 2019 Trend Nr. 7: Neues Probieren

Ihre Freunde zählen Sie zu den absoluten Experten und rufen Sie immer an, wenn Sie einen Rat in Sachen Wein brauchen? Auch unbekanntere Rebsorten wie Aglianico, Marsanne oder Tinta Roriz gehen Ihnen leicht über die Lippen? Sie sind nicht mehr zu überraschen? Sicher? Dann wollen wir mal Ihre Grenzen testen: Um welches Produkt handelt es sich bei einem „Brännland Iscider“? …Nanu, so still? Ahnten wir es doch: Denn ein Apfel-Eiswein aus Schweden ist eine rare Spezialität, die nicht an jeder Ecke zu haben ist.

Inspiriert vom deutschen Eiswein, pflückt man die Äpfel  erst bei länger andauernden Nachttemperaturen von unter minus zehn Grad Celsius. Denn auf diese Art bleibt beim Auspressen der Äpfel das Wasser gefroren und ein extrem konzentrierter Nektar ist das Ergebnis: Schon unglaublich verführerisch ist die goldgelbe Farbe mit den brillanten Reflexen. In der Nase manifestieren sich reife Fruchtaromen wie getrocknete Apfelringe, Apfel-Crumble und Apple-Pie. Dazu feiner Vanilleduft, und mildes Zimtgewürz. Am Gaumen ist der Ice-Cider sehr dicht und von intensiver üppiger Frucht geprägt, die von einer eleganten, frischen Apfelsäure hervorragend balanciert wird. Das Finale ist enorm lang und komplex.
Für alle, die niemals ihre Neugierde verlieren, ist Brännland Iscider ein Muss!

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