Kanadas Wein-Osten

So viel mehr als Eiswein

Text: Ursula Heinzelmann, Fotos: iStock / franckreporter, Ursula Heinzelmann

In seiner Vielfalt wäre jedes der Anbaugebiete im Osten Kanadas einen eigenen Bericht wert und eine viel längere Reise. Auf alle Fälle ist es längst an der Zeit, die alten Eisweinklischees zu revidieren. Hier sind die Highlights unserer Recherche – fahren Sie nach Kanada und entdecken Sie selbst! 

Wichtige Orte
1 Québec
2 Montreal
3 Prince Edward County
4 Toronto
5 Niagarafälle
6 Nova Scotia

Die Reise beginnt in Québec. Trotz aller frankophonen Weinkultur sind die Reben hier am wenigsten sichtbar, und man muss genau wissen, wo man die interessantesten Weine findet. Das hat einen einfachen Grund: Während Ontario mitten in der wegen der Klimaerwärmung und des Trends zu schlankeren Weinen so angesagten Cool-Climate-Zone liegt, ist Québec eher als kalt zu bezeichnen, weil der ausgleichende Einfluss der grossen Seen fehlt. Deshalb müssen die Winzer in Québec Mikroklima-Nischen finden und Strategien entwickeln, um ihre Reben vor dem Frost zu schützen. Trotzdem gibt es eine Route des Vins und ganz Erstaunliches zu entdecken. 

Hybridsorten können mehr! 
Erstens: Hybridsorten sind kälteresistenter als die uns vertrauten «edlen» Vinifera-Sorten und können beeindruckende Weine hervorbringen. Domaine Les Brome ist das Altersprojekt von Léon Courville, Anfang 70, wilde graue Augenbrauen, Ökonom und Banker aus Montreal, der 1999 die ersten Reben gepflanzt hat. Heute sind es 20 Hektar und er sieht sich in der umgebauten alten Holzscheune mehr denn je als kühner Pionier. Im Winter fällt das Thermometer ziemlich plötzlich auf bis – 25 °C, so dass die Reben nicht genügend Zeit haben, sich zu akklimatisieren. Daher wird bald nach der Lese geschnitten, auf die Seite gelegt und mit Stoffbahnen (sogenannten Géotextiles) und Stroh abgedeckt. Das heisst – alles ausser St. Pépin! Diese Hybriden haben aus Zufall nach Les Brome gefunden, und sie gefallen nicht nur Courville. Die Weine liegen zwischen Seyval und Riesling, von apfelfrisch und saftig bis zu Gewürzen und Umami-Anklängen.
Zweite Erkenntnis: Am richtigen Ort, mit den richtigen Methoden wachsen und gedeihen Vinifera durchaus im kalten Québec. Das zeigt nicht nur Courville mit rauchig-kernigem Riesling, sondern auch Coteau de Rougemont, ein alter Obstbetrieb, der seit 2010 (alles hier ist jung) auch 26 Hektar Reben umfasst. Es sei wichtig, mit der Topographie zu arbeiten, sagt Kellermeister Patrick Fournier. 2015 hat er erstmals Pinot Gris separat abgefüllt: rauchige Vermouthnoten, schlank und straff. «Lange Zeit habe ich im Winter mit dem Wetter gekämpft», sagt er, «jetzt habe ich begriffen, dass man sich mit ihm verbünden muss.» Und: «Wir haben keine Historie, erst in den letzten zehn Jahren wurde die Weinbranche professionell.» Bei der Domaine St. Jacques schenkt Gründer Yvan Quirion – weinbegeisterter Ingenieur aus Montreal mit grauem Backenbart – neben einer Reihe von (guten!) Weinen aus Hybriden des 2015er Pinot Noir ein: seidig, kirschduftig und klar. 
Natürlich sei Weinbau hier eine Herausforderung, bestätigen Véronique Hupin und Michael Marler. Die Mittvierziger haben sich Les Pervenches mühsam zusammengespart, eine Ausnahme in der von wohlhabenden Unternehmern anderer Sparten dominierten kanadischen Weinszene. Aber die französischen Hybriden (die bessere Weine ermöglichten als amerikanische) seien auch nicht frostresistent, also könne man gleich Vinifera pflanzen. Seit 2005 komplett biodynamisch-zertifiziert, obgleich allgemein behauptet wird, das sei unmöglich, haben sie eine Kombination aus Scott-Henri-Erziehung, winterlichem Abdecken mit Heu und Planen sowie einer Windmaschine entwickelt, die Frühjahrsfrösten, Kaninchen, Mäusen und Wölfen Rechnung trägt. Ihren gut drei Hektar entlocken sie Weine wie den 2016er Seyval-Chardo Les Pervenches «nat» ohne Schwefelzusatz, der gelungen mit der Säure spielt, herzhaft, voll und leicht zugleich ist, oder den 2016er Chardonnay Clos du Feu, mit rauchiger Birnenschale und Jura-Steinigkeit.
Die dritte Erkenntnis lautet: Bubbles! Und sie erwartet mich in Nova Scotia, dieser grossen, dem kanadischen Festland vorgelagerten Insel, Heimat von Hockey und Hummer. Sie liegt ebenso nördlich wie Québec, ist aber von Wasser umgeben, vor allem der Bay of Fundy mit ihren enormen Gezeiten und einem damit einhergehenden ständigen Luftstrom. Es ist natürlich nicht die Champagne, denn die nach der traditionellen Methode erzeugten Schaumweine sind hier ebenso wichtig, eigenständig und gut – und eine ganze Reihe von Erzeugern hat das begriffen. 
Am bekanntesten: Benjamin Bridge, biozertifiziert, 12,5 Hektar gross und wachsend. Ziel der jungen Mannschaft ist es, Terroir im Schaumwein zum Ausdruck zu bringen, dafür spielen sie mit Rebsorten, Holz und biologischem Säureabbau und lassen sich von Pascal Agrapart beraten. Beeindruckend der zitronigsaftige 2011er Méthode Classique Chardonnay, aber auch die Nova, eine Hybriden-Cuvée, so vergnüglich wie ein guter Moscato mit kanadischem Säure-Doping. 
Ebenfalls ein Muss in Nova Scotia: Blomidon. Zwei Einzellagen, 40 Hektar und die ganze Palette französischer und amerikanischer Hybriden, aber auch Riesling, Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier – daraus entstehen hervorragende Schaumweine (die sich aufs Beste in dem einfachen Wellblechbau mit Blick auf die Reben direkt an der Bucht verkosten lassen), aber auch nichtschäumender, kraftvoll eleganter Chardonnay (wo ist der Hummer?!) und Baco Noir mit runder Blaubeernase und gelungener Säure-Gerbstoff-Balance. 
Hanspeter Stutz ist mit seiner Domaine du Grand Pré einer der Pioniere des modernen Weinbaus hier; er begrüsst mich mit dem 2009er Vintage Brut aus L’ Acadie (einer in Nova Scotia sehr verbreiteten kanadischen Hybride) und Seyval, der fein nach gelben mürben Äpfeln duftet. Newcomer ist hingegen Lightfoot & Wolfville, ein Familienhof, der sich seit 2009 neben Äpfeln und Geflügel auch dem Wein widmet. 15 biodynamisch-zertifizierte Hektar gibt es inzwischen, mit einer breiten Auswahl von Vinifera-Sorten und – Schaumwein! «Das ist es, was diese Trauben von Natur aus sein möchten und was am besten ankommt», sagt Assistant Winemaker Rachel Lightfoot, 26. Der 2013er Blanc de Blancs Extra brut gibt ihr recht, ebenso bemerkenswert finde ich jedoch den 2014er Pinot Noir Ancienne: einen leichten Wein mit viel Charakter und eleganten Tanninen. Meine neuschottischen Erkundungen enden einige Tage später mit einer sehr beeindruckenden Flasche L’ Acadie 2010er Prestige Brut Zéro Dosage von Bruce Ewert, auch er Pionier, der seit 2005 im Gaspereau Valley zeigt, was mit L’ Acadie möglich ist.

Nicht nur in Nova Scotia gibt es edle kanadische Schäumer
Zwei Autostunden von Toronto entfernt, am See entlang Richtung Westen, liegt Prince Edward County (PEC), im Gegensatz zu Nova Scotia, wo im 17. Jahrhundert bereits französische Siedler Reben pflanzten, ohne jegliche Weingeschichte. Auch hier ist der Winter lang und hart (nahezu überall in PEC werden die Reben Ende Oktober flach auf die Seite gelegt und bis Mitte April mit Erde bedeckt), doch dann folgt ein intensiver Sommer, auf demselben Breitengrad wie Nizza, ohne Golfstrom, aber geschützt von den Wassermassen des Ontario-Sees. Steinige Moränenböden mit viel Kalk – Burgunderböden. Keine Überraschung also, herzhaftherben, mineralischen Chardonnay und feinfruchtigen Pinot Noir in der leuchtend violetten alten Scheune bei Closson Chase zu erleben. Bei Norman Hardie, wo an Wochenenden der Pizza-Ofen angeheizt wird und alles ein bisschen grösser ist, erwarten mich ebenfalls schlank-burgundische Chardonnay und Pinot Noir, teils fürs breite Publikum, teils ausserordentlich strahlend und charaktervoll. Bei Huff Estates ist seit 2002 der Franzose Frédéric Picard für die Weine verantwortlich, bis heute mit einer ansteckenden Begeisterung für dieses Terroir. Chardonnay, still und schäumend, ist sein Favorit. «Aber wir suchen hier immer noch», sagt er, «und das macht es so spannend.» Dann: Grange of Prince Edwards, ein altes ländliches Anwesen. Caroline Grange hat es nach ihren erfolgreichen Jahren als Fotomodell in Paris vor nahezu 20 Jahren zum Weingut ausgebaut. 20 Hektar Chardonnay, Pinot Noir und Gris, Gamay, Cabernet Franc und etwas Riesling und ein ständiges Erforschen der wirtschaftlichen und önologischen Möglichkeiten, das ergibt sehr eigenständige Schaumweine, die auf faszinierende Weise mit der Balance zwischen Autolyse und flüchtiger Säure spielen. Eine Idylle mit wunderbar fordernden Weinen – und exzellenten Picknickkörben voller regionaler Köstlichkeiten!

Wegen der staatlichen Handelsauflagen für Wein hat ein Besuch auf den Weingütern nicht nur Ausflugs-charakter, sondern dient ganz konkret der Beschaffung.


Schliesslich, an Toronto vorbei, nach Niagara. Das Zentrum des Weinbaugebiets Ontario (mit 6900 Hektar das grösste Kanadas) liegt an den Hängen entlang des südwestlichen See-Ufers, wo die enorme Wassermasse die Extreme des kontinentalen Klimas sowohl im Winter als auch im Sommer mildert. Sedimentgesteine und Uferformationen mit sehr komplexen Bodenzusammensetzungen sorgen für eine Vielfalt von Mikroterroirs (die gegenwärtig in zehn Sub-Appellationen gegliedert sind), und in Verbindung mit einer ebenso grossen Vielfalt an Erzeugern scheint alles möglich. Das Escarpment, die Abbruchkante des vorzeitlichen Seeufers, wirkt wie eine vielschichtige Torte aus Ablagerungsgesteinen, vor allem Kalk auf altem Schiefer. Die vielzitierten Benches bilden die Hänge unterhalb der Abbruchkante, tendenziell wärmer als die Lagen näher am See und mit grösseren Tagnachtschwankungen. Die Böden hier sind eine Mischung aus eiszeitlichen Ablagerungen und Verwitterungsgestein sowie Bodenmaterial, das sich seitdem gebildet hat. Das lässt sich sehr schön in Ball’s Falls beobachten, einer Art Mini-Niagarafall bei einer gut erhaltenen Siedlung von 1807 im Twenty Valley.

Kühle Luft und frische Seebrise sorgen für feine Säure
Wenige Auto-Minuten später blickt man dann auch schon bei Flat Rock Cellars aus dem Verkostungsraum über dem Keller des hexagonalen modernen Baus über die Reben, die sich in langen Reihen die Jordan Bench in Richtung See hinunterwellen. «Chief Wine Taster», Gründer und Besitzer Ed Madronich, sagt, anfangs habe hier jeder alles gepflanzt. «Allmählich kommen wir aber dahinter, selbst wenn wir als Gebiet immer noch am Suchen sind.» Hier oben trifft die Brise vom See auf die kühle Luft vom obersten Rand des Steilhangs, und die Pinot Noir, Chardonnay und Rieslinge sind mit die elegantesten Weine Ontarios, gänzlich unprätentiös und präzise mit Frucht, Fleisch, Erdigkeit und der charakteristischen Säure. Wahrhaft die Krone setzt dem Ganzen der Crowned Sparkling Brut auf, aus 100 Prozent Chardonnay, der sechs Jahre sur latte lag. 
Gleich nebenan geht Sue Ann Staff ihre ganz eigenen Wege. Sehr ernstzunehmende Rieslinge, aber auch die Fancy-Farm- Girl-Serie mit den bunten Etiketten im Frühstück-bei-Tiffany-Stil – warum nicht? Die lachsfarbenen Flirty Bubbles aus Riesling mit Merlot-Dosage sind überraschend trocken und machen wirklich Spass.
Cave Spring Cellars liegt etwas näher am See auf der Beamsville Bench. «Wir sind seit 44 Jahren dabei und verstehen es immer noch kaum», sagt Tom Penacchetti, dessen Vater den Betrieb 1986 zusammen mit Kellermeister Angelo Pavan in Jordan Village gegründet hat. Understatement: Der Blanc de Blancs Brut (Chardonnay und Chardonnay Musqué), 45 Monate auf der Hefe gelagert, tanzt mit der Säure, und der 2009er CSV Blanc de Blancs ist einfach grossartig, die intensive gelbe Zitrusfrucht von Toastaromen unterlegt. Die Rieslinge reichen vom «einfachen» Dry über den kirschblütigen Dolomite bis zum weisspfefferigen, fenchelduftenden Adam Steps – und dem Wein, der den Begriff Ikone tatsächlich verdient hätte, aber nie für sich in Anspruch nehmen würde, dem CSV. Einige der ältesten Vinifera-Reben Kanadas, lange Gärung und langes Hefelager: Der rauchige Mandarinenduft wird mit den Jahren immer eigenständiger, der Wein spielt zwischen trocken und feinherb, ist entspannt und äusserst dicht zugleich und kaum als «zu alt» vorstellbar. Und als wäre das nicht schon genug, bringen die anderen Rebsorten ebenso stilsicher und schlank das Cool Climate zum Ausdruck. 

Von Riesling über Pinot Noir bis Orange
Hidden Bench liegt etwas weiter westlich an der Beamsville Bench, und Harald Thiel setzt vor allem auf kräftigherbe Pinot Noir, überzeugt aber auch mit seriösem Chardonnay, Riesling und, natürlich, Schäumendem. Die Weine brauchen und verdienen Zeit im Glas, doch es geht weiter, Richtung Niagara-on-the-lake. Southbrook, seit 2008 Kanadas erstes biodynamisch-zertifiziertes Weingut, residiert in einem modernen, nachhaltigen Gebäude und umfasst 20 Hektar Reben, Wiesen und Wälder sowie einen Hof mit Tieren. Neben sehr klassischen Rotweinen zeigt mir Kellermeisterin Ann Sperling einen PetNat aus Vidal und den 2016 Orange Wine, säureherb, unfiltriert und ungeschwefelt – beide Weine liegen ganz weit vorn im Erkunden des wahren Charakters dieser Landschaft (und die Vintner Quality Alliance von Ontario hat vor kurzem eine eigene Kategorie für «Orange Wines» eingeführt).
Modernistisch in Schwarz und Weiss ist Stratus Winery gestylt, die einem Büromöbelfabrikanten aus Toronto gehört und mit 16 Sorten auf 22 Hektar ihren Teil zur Erkundung des regionalen Weinbergpotenzials beiträgt. Winemaker Jean-Laurent Groux stellt mit wildem grauen Bart und kleinen runden Brillengläsern einen interessanten Kontrast zum strengen Interieur dar, fährt aber im Keller einen ähnlich prägnanten Stil mit kräftigen Alkoholwerten und viel Holzeinsatz. Erfrischend, mit saftiger Zitrusfrucht und sehr guter Süssesäurebalance sind hingegen die Rieslinge, die Charles Baker 
hier ausbaut.
Ravine wiederum ist ein altes landwirtschaftliches Anwesen, das sich seit 2008 als Weingut neu erfunden hat. Ravine Brut (aus Pinot Noir und Chardonnay) schäumt gekonnt leicht und säurebetont, der Riesling verrät Kellermeister Marty Werners Liebe zum Moselriesling-Kabinett – aber der lockere Mittdreissiger kann auch herzhaften Chardonnay («nach burgundischer Philosophie, aber kein burgundischer Wein») und sehr ernstzunehmenden Cabernet.
Meine Tage sind lang und vollgestopft mit Verkostungsterminen, und doch gäbe es noch so viele andere Adressen – Rosewood Estates! Kew! Pearl Morissette! Malivoire! 13th Street! Bei meinem ersten Besuch in Toronto 1985 war das ganz anders. Eine Weinprobe bei Inniskillin hatte den Reiz des Exotischen, heute stehen auf dem Parkplatz Stretch-Limos mit Bachelorette-Partys – auch das ist Niagara-Wein. 
Eiswein? Ja, gibt es (und zu viele hinreissende Beispiele, um sie hier alle zu nennen!). Aber auch so viel mehr.

Die Region im Glas

Québec: Les Pervenches 

Pinot Gris 2016

16.5 Punkte | 2018 bis 2026

14 Tage auf der Maische in gebrauchtem Holz ­vergoren, leuchtet bronzefarben und duftet leise, aber beständig nach weissem Pfirsichpüree, das von ganz feinen Tanninen getragen wird.

Nova Scotia: Blomidon 

Rosé Brut 2012

17 Punkte | 2018 bis 2022

Aus Chardonnay und Pinot Noir, 33 Monate sur latte: Das ergibt feine Waldnoten in der Nase, Orangen- und Grapefruitschale in bitterer Schokolade am Gaumen in einer wunderbar feinherb schäumenden Balance.

Ontario: Norman Hardie 

County Chardonnay Unfiltered 2014

17 Punkte | 2018 bis 2024

Flintig, steinig, rauchig, viel reife, aber auch säurestarke gelbe Frucht, die sich nach hinten voll muskulöser Spannung an den Gaumen schmiegen – und das alles bei ganzen 11,5 Vol.-%! Aber: ungeschwefelt, unfiltriert und ungeschönt.

Ontario: Southbrook 

Poetica Red 2013

17.5 Punkte | 2018 bis 2023

Cabernet Sauvignon mit etwas Franc und einem Schuss Petit Verdot, zu einem Viertel in neuem Holz: sehr dicht, mit bestechender Minze-Jod-Nase und viel frischer Würze auf ganz herbem, feinem Gerbstoff. Ein Klassiker.

Ontario: Ravine Vineyards 

Riesling Reserve 2016

17 Punkte | 2018 bis 2031

Liegt mit 50 Gramm Restsüsse und 12 Vol.-% Alkohol zwischen Kabinett und Spätlese, strahlt kristallklar in seiner gelbgrünen Frucht und hat jede Menge Geduld verdient. Zehn Jahre, zwanzig Jahre … in der Zwischenzeit Ravine Brut trinken!

Ontario: Henry of Pelham

Cuvée Catharine Estate Blanc de Blancs Carte Blanche 2012

17 Punkte | 2018 bis 2028

100 Prozent Chardonnay, 60 Monate sur latte, markant und kräutrig, die Hefe nur unterschwellig wahrnehmbar, ein wahrhaft eleganter Schäumer, zugleich zugänglich und anspruchsvoll.

Ontario: Westcott Vineyards 

Pinot Noir Reserve 2015 

16 Punkte | 2018 bis 2015

Unweit von Flat Rock Cellars bauen Grant Westcott und Carolyn Hurst seit 2006 ein neues Weingut auf. Die feinduftige Frucht und eleganten Tannine der neueren Jahrgänge sind bestechend.

Wer gut essen und trinken möchte, hat die Qual der Wahl.

Fromagerie La Station
440 Chemin de Hatley, Compton / Québec
www.fromagerielastation.com
Wer Wein sagt, möchte auch Käse sagen! In Québec gibt es viele handwerkliche Produzenten, wie etwa die Familie Bolduc in Hatley. Ihr Alfred Fermier, ein gereifter Rohmilchhartkäse aus der Milch der eigenen Kühe, ist ausgezeichnet. In dem Laden mit Blick in die Produktion gibt es aber auch Käse ausgesuchter Kollegen und den eigenen Ahornsirup. 

Little Oak Bar
1475 Lower Water Street Bishop’s Landing, Halifax / Nova Scotia
www.littleoakbar.ca
Sehr verführerische regionale, kanadische und internationale Weinauswahl mit individueller Beratung und einer ebensolchen Karte mit kleinen Gerichten aus regionalen, frischen Zutaten, selbstverständlich auch Austern. Direkt am Hafen.

Le Caveau at Domaine du Grand Pré
11611 Highway 1, Grand Pré / Nova Scotia
www.grandprewines.ns.ca
Von Tochter und Schwiegersohn des Gründers mit sehr viel Hingabe geführt, ausgezeichnete, frische Küche in gemütlich-stilvollem Rahmen. Hier wird auch demonstriert, wie gut etwa herber Seyval Blanc zu Tomaten mit Ricotta passen kann oder der Ortega Vintner’s Reserve zu geräuchertem Lachs mit Kapern.

Backhouse
242 Mary Street, Niagara-on-the-lake / Ontario 
www.backhouse.xyz
Von aussen unscheinbar hinter Geschäften versteckt, innen umso grossartiger, mit ungewöhnlicher moderner Kunst an den Wänden und offenen Flammen in der Küche. Regional und modern auf höchstem Niveau, wenn möglich das Chef’s Tasting Menu bestellen, die Weinbegleitung dazu – und Käse!

Good Food Earth and Wine
4556 Lincoln Avenue, Beamsville / Ontario
www.goodearthfoodandwine.com
Idyllisch im Garten einer Kochschule gelegen, mit Gemüse aus eigenem Anbau, wird hier eine einfache, sehr sympathische Küche geboten. Sehr wohltuend besonders nach dem Rummel vieler grosser Weingüter, und die Weine sind ebenfalls sehr angenehm. 

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