Kategorie: Gourmet & Sterne

Kronenschlösschen Eltville
«Jahrgangstiefe»

Text: Carsten Henn, Fotos: z.V.g.

Florian Richter ist Herr über den Weinkeller von Hans B. Ullrichs «Kronenschlösschen» – einem der bemerkenswertesten deutschen Landhotels. Mit dessen Inhalt begleitet er die grossartigen Speisen von Koch Simon Stirnal. Der Maître und Sommelier unterscheidet die Weine im offenen Ausschank augenzwinkernd nach «Rheingauer Klassiker» (schliesslich liegt man in Eltville-Hattenheim mitten in der Weinbauregion), «Rheinhessen – Land der 1000 Hügel», «Rieslingfreie Zone» und «Rote Versuchung». Zum Menü wählt er auch mal eine 1997er Lorcher Krone Riesling Spätlese von Graf von Kanitz für 10,50 Euro das 0,1-Liter-Glas aus oder einen 2003er Granato von Foradori für 15 Euro. Für seine Weinmenüs kann er aus dem Vollen schöpfen: 3564 Positionen hat die Karte, von 30 Euro bis 17 000 Euro die Flasche. Es sind so viele, dass man als Gast leicht den Überblick verliert – und bei der Lektüre immer wieder grossartige Entdeckungen macht. Was für eine Jahrgangstiefe! Margaux 1929 (allerdings nur auf Vorbestellung)! Schloss Vollrads 1962 (für gerade einmal 110 Euro)! Kein Wunder, dass man extra hervorhebt, dass Weine aus Geburtsjahrgängen für Jubiläen hier in der Regel kein Problem darstellen. Und dass Florian Richter Weinproben durchführt wie «die 9er-Dekade: Wein-Jahrgänge 1969 bis 2009» oder eine Ornellaia-Raritäten-Probe mit den Jahrgängen 2005 / 2002 / 2000 / 1999 /1994 /1987 verwundert kaum – er kann es halt.

2. Platz Gourmet & Sterne

Le Pavillon, Bad Peterstal

Wer wie Sommelier Christophe Meyer eine 1990er Kerner TBA ins Weinmenü einbauen kann, muss einen Keller mit Jahrgangstiefe besitzen. Das ist im «Le Pavillon» des Hotels Dollenberg der Fall. Ebenso mit einer enormen Bandbreite an Weinländern (35) – wobei es von Exoten wie Belgien nur eine Position gibt. Die Stärken liegen bei Weinen aus der Ortenau und aus dem Bordelais.
www.dollenberg.de


3. Platz Gourmet & Sterne

Basil, Hannover

Die 15 offenen Weine werden kurz beschrieben. Würde Sommelier Stefan Kiessling das für alle Weine der Karte machen, käme er nicht mehr zum Arbeiten – 1900 sind es nämlich. «Die Weinwelt zu Gast in Hannover» ist das Konzept überschrieben und wird im historischen Kreuzgewölbe (1866) mit Leben erfüllt. Jahrgangstiefe, Vielfalt, Preisgestaltung, alles top!
www.basil.de

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