Das Wallis im Wandel

Neue Lichter im Wallis

Text und Fotos: Miguel Zamorano

Im grössten Kanton der Weinschweiz leuchten neue Gesichter auf. Ob Zugereiste oder die nächste Generation etablierter Familienhäuser, ob junge Weinmacher oder lebenserfahrene Quereinsteiger – die nächste Generation übernimmt das Ruder, mit dem Ohr am Puls der Zeit. Sie verliert dabei die Essenz des Wallis nicht aus dem Fokus: Mit dem alten, autochthonen Rebsortenschatz keltert das neue Wallis klare und präzise Weine, welche schlank und drahtig daherkommen. Auf den folgenden Seiten stellen wir einige Weinmacher vor, von denen die Weinwelt in der kommenden Zeit noch einiges hören wird. Auch über die Grenzen der Schweiz hinaus.

Der Freiburger

Weingut Cipolla, Raron

Eigentlich wollte Romain Cipolla ins Piemont und dort Nebbiolo machen. Nach erfolgreichem Abschluss an der Weinbauschule Changins blieb der Freiburger jedoch im Wallis hängen. «Ich wollte in die Höhe, alpine Weine machen», sagt der 37-Jährige. 2014 gründe-te er sein eigenes Weingut in Raron, wo neben dem Dorf St. German auch seine Lagen liegen – auf 700 bis 900 Metern Höhe. Hier im Oberwallis nannte er das Haus dezidiert «Weingut». Die Leute in der Umgebung waren froh, dass da ein junger Mensch im Weinberg tätig wird. «Sie haben sich nur darüber gewundert, dass ich auf Herbizide verzichte und das Grüne zwischen den Rebzeilen stehen lasse», erklärt der Bio-Arbeitende, dessen Weinberge zertifiziert sind. Davon abgesehen nimmt er bei dem Thema die gleiche entspannte Einstellung wie Philippe Constantin aus Salgesch ein, bei dem er die ersten fünf Jahre seine Weine machen durfte. Nämlich die Qualität der Weine in Vordergrund zu stellen, mehr als alles andere. Mittlerweile füllt Cipolla zwischen 15 000 und 20 000 Flaschen pro Jahr ab. Mit dem Lafnetscha zählt er zu den wenigen, die diese autochthone Rebe anbauen und keltern. Nach elf Jahren weiss er, dass ihm das Weinmachen am meisten Spass bereitet: Spontane Gärung, geringe Intervention und ohne Filtration abfüllend – Cipolla bevorzugt eine schonende Arbeitsweise. «Pro Jahr habe ich nur einen Schuss, um den perfekten Wein zu machen.» Und dieser Schuss sitzt bei Cipolla.

weingut-cipolla.ch

Die Zugereisten

Cave Mandolé, Saillon

Die Italienierin Chiara Benincasa (35, links) und die Belgierin Lisa Traens (33) lernten sich 2015 in der Weinweltstadt London kennen. Zum Weinmachen zog das Paar ins Wallis, wo es 2021 die Cave Mandolé übernahm. «Wir waren begeistert von dem Potenzial der hiesigen Rebsorten», erklärt Benincasa. Traens, die etwas stillere der beiden, pflichtet ihr bei. Mittlerweile keltern Traens und Benincasa ihren fünften Jahrgang. Und die Aufmerksamkeit ist ihnen gewiss, nicht allein weil sich ihre Umgebung zunächst an den Anblick einer Frau auf dem Traktor gewöhnen musste. «Es ist ein Spagat, die alte Kundschaft zu halten und neue dazuzubekommen», erklärt Benincasa. Kein leichtes Unterfangen in diesen Zeiten. Mit ihrem Pét Nat gelingt es ihnen trotzdem. «Die Leute haben verstanden, dass Schaumwein keinen besonderen Rahmen benötigt, um entkorkt zu werden.» Wichtig ist, ihn zum richtigen Zeitpunkt abzufüllen. Was das bedeutet? «Wenn der Wein am Sonntagabend um 23 Uhr fertig ist, dann muss er in die Flasche.» Ein Wissen, das sie teilen: In Fully gehören sie zur Gruppe Petite Arvine de Fully, und bei der Vereinigung Jungwinzer Schweiz  – Jeunes Vignerons Suisses suchen sie den Austausch mit jungen Weinmachern aus dem ganzen Land.

mandole.ch

Die dritte Generation

Simon Maye & Fils, Saint-Pierre-de-Clages

«Das Wallis braucht nicht neidisch auf andere Regionen sein», sagt Raphaël Maye. Er muss es wissen. Seit knapp zehn Jahren hält der 37-Jährige nach Weinmacher-Aufenthalten in Australien, Neuseeland und Italien die Zügel im Familienbetrieb in der Hand. Einst füllte Grossvater Simon Ende der 1940er Jahre den Ertrag von zwei bis drei Hektar ab und verkaufte die Weine von Tür zu Tür. Ein Novum für die Zeit, in der vor allem die Genossenschaften das Sagen hatten. Raphaëls Vater und Onkel führten die Arbeit fort und setzten auf Qualität, bis mit Raphaël die dritte Generation in die Fussstapfen trat. Seit 2020 wird er von Freundin Nadine unterstützt, die in der Verwaltung mit anpackt. Das Haus bewirtschaftet zehn Hektar und Maye greift dabei auf alte Rebanlagen zurück, die 50 Jahre oder älter sind. Und geht einen Schritt weiter – er setzt auf Lagen-Abfüllungen, die er auf dem Etikett ausweist. «Ich möchte die Qualität weiter in die Höhe schrauben», erklärt er. Maye blickt dabei grundsätzlich optimistisch auf die Zeit, die vor ihm liegt: «Wir müssen uns an das Klima anpassen, aber mit der negativen Stimmung überall kann ich nichts an-fangen. Wir sind im Süden des Landes, wir brauchen die Sonne für unsere Reben.»

simonmaye.ch

Die nächste Generation

Cave des Bernunes, Sierre

Die Geschwister Lucie (30, im Bild) und Luca Zufferey (28) laufen sich seit 2023 im familiären Weingut warm. In dieser Zeit haben sie sich etwas sehr Wichtiges erarbeitet. «Papa vertraut uns», sagt Lucie über ihren Vater Nicolas, der zum Ende der 1980er Jahre das Haus bei Sierre gründete und in den folgenden Jahren gross machte. Dass nun Schritt für Schritt die Stabsübergabe an Lucie und Luca klappt, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Geschwister machen jedoch den Eindruck, dass ihnen genau das gelingt: Weinberg, Keller, Verkauf – «Entscheidungen treffen wir gemeinsam.» Lucie kümmert sich um die Weissweine, während Luca sein Augenmerk auf die Roten richtet. In ruhigem Ton erzählt Lucie, wie ihr Bruder und sie die Weine mit Vater Nicolas assemblieren.

Beide sind gelernte Winzer, Lucie hat die Hochschule in Changins absolviert. Damit sind sie gerüstet, um das Erbe weiterzuführen: gut 20 Weine, die mit dem Ertrag von neun Hektar gekeltert werden. In der kurzen Zeit hat Lucie gelernt, dass ihr Tun von vielen Faktoren abhängig ist. «Das Weinmachen kann ein Mysterium sein», sagt sie nachdenklich und gibt sich doch gewiss: «Man muss die Trauben gut bewirtschaften, um guten Wein zu machen.»

cavebernunes.ch

Die Brüder

Marie de Diolly, Savièse

Cyril (30, links) und Boris Héritier (27) empfangen Gäste in ihrem Clos de la Follie. Der Weinberg liegt über Sitten, hier überblickt man das Valais mit seinen Lagen und Terrassen. Den Clos haben die Héritiers, die das Weinmachen noch im Nebenerwerb betreiben, seit kurzem gepachtet. Dass die Familie über Sitten im Rebberg tätig ist, hat Tradition: Die Urgrossmutter Marie arbeitete einst in Diolly für die Domaine des Henri Wuilloud, der in den 1920er Jahren als einer der Ersten die Sorte Syrah im Wallis anbaute. Heute legen die Brüder Héritier ihren Fokus klar auf die autochthonen Sorten. Vier der sechs Weine stammen aus dem Clos de la Follie: Gamay, Cornalin, Petite Arvine und Marsanne. Schützenhilfe erhielten die beiden von Guillaume Bodin, dem Biodynamie-Profi aus Fully, der ihnen beschied: Im Clos kann man gut mit biodynamischen Methoden arbeiten. Nun arbeiten sie an ihrem dritten Jahrgang. Das Ziel: einfach mal ausprobieren. «Wir verkosten hier im Clos mit Gästen unsers Alters und verstehen schnell, was die jungen Leute mögen.» Ihre Rezep-tur gleicht der ihrer Urgrossmutter: «Sie war ihrer Zeit voraus – keine Intervention, kein Zusatz, so natürlich wie möglich. Das möchten wir auch so machen.»

mariedediolly.ch

Der Hipster

Favre t’Chippis, Chippis

Mit seinem Käppi wirkt Romain Favre wie ein Stadtbewohner, der durch einen hippen Stadtteil schlendert und dabei an einem Espresso nippt. Tatsächlich steht der Changins-Absolvent in der Garage seines Elternhauses und probiert sich durch die Fässer. «Die Garage hat mein Vater so gebaut, dass eines von uns Kindern diese zum Weinmachen nutzt», erklärt der 30-Jährige. Der Dritte von fünf Geschwistern hat das nun umgesetzt: Er beackert von sieben Hektar der Familie gut 1,5 – alles Lagen um Sierre, auf beiden Seiten der Rhone, bestockt mit Wallis-Spezialitäten. Darauf legt Favre sein Augenmerk – und auf die Konzentration einzelner Lagen. Etwa bei der Sorte Rèze, einst die Hauptrebe für den Vin du Glacier und indes eine Rarität. Eine kleine Parzelle bewirtschaftet Favre auf der rechten Seite der Rhone über Sierre, auf 730 Metern. Die Böden der Lage Anchettes bestehen aus kalkhaltigen Gletschermoränen. Indes sieht er es als Glück, dass einige seiner Weinberge auf der linken Seite stehen. «Diese Lagen werden von allzu starker Sonneneinstrahlung weitgehend verschont.» Damit gerüstet, probierte Favre 2020 seinen ersten Jahrgang: erst mal mit einer kleinen Menge von Flaschen, die er im unmittelbaren Familien- und Freundeskreis vertrieb. Schnell verdoppelte sich die Menge der Flaschen, die er abfüllte. Und so ging Favre ins Jahr 2025, das durchaus ereignisreich für den jungen Weinmacher wurde. Erst kam seine Tochter auf die Welt, dann holte er seinen fünften Jahrgang ein. Beim Hipster merkt man schnell: Er hat Bock auf mehr.

favre-tchippis.ch

Der Preisgekrönte

Cave Pierre-Elie Carron, Saint-Pierre-de-Clages

Mit zahlreichen Preisen ist Pierre-Elie Carron bereits ausgezeichnet worden. Ob als «Newcomer des Jahres» oder mit seinen einzelnen Cuvées – die Arbeit des 33-Jährigen hat in den vergangenen Jahren Aufmerksamkeit erhalten. Dabei ist er seit 2016 selbstständig tätig. Damals füllte Carron, der aus Fully stammt, seinen ersten Jahrgang ab. Mittlerweile bewirtschaftet er vier Hektar, also die Hälfte der Weinberge seiner Eltern, die früher die Trauben komplett weiterverkauften. Untergekommen ist er derweil in einem kleinen Keller in Saint-Pierre-de-Clages. Sein Augenmerk gilt den Weinbergen im heimischen Fully: «Es macht Spass, den Ausdruck der unterschiedlichen Terroirs auszuprobieren.» Davon zeugt sein Syrah de Fully 2023, der beste Syrah beim Grand Prix du Vin Suisse 2025, komponiert mit Trauben aus drei Parzellen in Fully. «Ich suche die Finesse, das Delikate der einzelnen Lagen.» Dabei bedient er sich nicht ausschliesslich am Walliser Rebsortenspiegel. Nach einem Praktikum beim Weingut Hermann in Fläsch brachte er den Completer mit. An dieser Sorte zeigt sich das Vorgehen Carrons: Legte er den 2024er Jahrgang noch ins kleine Holz, baut er den 2025er in 600-Liter-Tonneaux aus. Mit dem Ausprobieren und Verfeinern ist Carron noch lange nicht fertig.

pec-vins.ch

Der Durchstarter

Le Vin de l’A, Flanthey

Alex Stauffer ist 46 Jahre alt, seit zehn Jahren macht er Wein, und doch bringt er im Winter 2025 erst seinen vierten eigenen Jahrgang auf die Flasche, nachdem er seine fünfte Ernte eingebracht hat. In dieser Zeit hat Stauffer die Weinszene im Sturm erobert. Kaum ein Gespräch über das neue Wallis, in dem Stauffer nicht genannt wird, kaum ein Medium auf dem Planeten Wein, in dem seine Weine nicht besprochen werden. Er verfügt über nur vier Hektar und 13 Rebsorten auf 35 Parzellen, verteilt auf Sierre und Flanthey, alle biologisch bewirtschaftet. Stauffer, der in seinem Leben vor dem Wein Software-Lizenzen verkaufte, erklärt: «Man darf keine Kompromisse machen bei der Trauben-qualität. Diese entsteht im Weinberg.» Um den möchte er sich nun intensiver kümmern. Seit 2024 steht ihm seine Partnerin, die Önologin und Kellerfrau Adriana Pigrau (35), zur Seite. Stauffer schätzt den Austausch mit den jungen Weinmachern der Region. «Wir stellen viel in Frage, wir probieren viel aus.» Und man muss etwas wagen: Sein Ziel ist es, den besten Cornalin des Wallis zu machen. «Ich glaube, ich bin auf dem Weg dorthin», sagt Stauffer. Niemand solle behaupten, er habe sich keine kühnen Ziele gesetzt.

levindela.ch


Alle verkosteten Weine

Cave des Bernunes, Sierre

Cornalin 2024

93 Punkte | 2026 bis 2032

Dunkle Beerenfrucht, Bleistiftmine sowie Backpflaume und mit mehr Luft exotische Gewürze; die Nase ist generös. Der Gaumen zeigt sich hingegen straff, voller Frucht und geprägt von einem feingeschliffenen Tannin, das komplett den Gaumen und die Zunge auskleidet. Gute Länge.

26 Franken

 

Le Blanc 2023

91 Punkte | 2026 bis 2030

Komponiert aus Riesling, Savagnin Blanc und Silvaner, ausgebaut in der Barrique. Delikate Nase von Bleistift, etwas Gartenkresse und gelbem Steinobst; mit Luft öffnet er sich und wirkt komplexer. Am Gaumen trotzdem straff und saftig, von einer stützenden Säure begleitet. Griffiges, langes Finish.

45 Franken

 

Cave Mandolé, Saillon

Pétillant Naturel Non Filtré 2024

92 Punkte | 2026 bis 2028

Chardonnay und Pinot Noir gemeinsam vergoren, nicht filtriert. Verführerische rote Beerenfrucht und dunkle Waldbeeren in der Nase. Der Gaumen schliesst sich diesem zierlichen, intensiven Spiel an und zeigt hier auch Mandarinenaromen. Das Mousseux ist cremig und fein, fast pikant und geprägt von einem spannenden Säure-Spiel. Ausbalancierend, animierend und sehr gut gemacht.

18 Franken

 

Humagne Rouge 2023

91 Punkte | 2026 bis 2031

Dunkle Pflaume und schwarze Beerenfrucht, gepaart mit frischen, grünen Aromen – die Nase zeigt sich von der feinen, intensiven Seite. Am Gaumen geradlinig und frisch, geprägt von der roten Frucht. Das Tannin ist feinkörnig, geschliffen und gut integriert; die Säure ist eingebunden. Macht Spass.

24 Franken

 

Favre t’Chippis, Chippis

Rayes Petite Arvine 2024

91 Punkte | 2026 bis 2029

Die Reben stehen auf über 600 Metern auf Kalkböden; Ausbau im Edelstahltank. Die Nase zeigt Aromen von Limettenabrieb, Rhabarberstangen, Ananas und etwas Kernobst. Am Gaumen zeigt sich dann die Fülle und Freude des Petite Arvine: Zug und Struktur in einem vereint, die Säure gut integriert, mit saftigem exotischem Fruchtkern. Gute Länge. Macht Lust auf den zweiten Schluck.

28 Franken

 

Anchettes Rèze 2024

90 Punkte | 2026 bis 2030

Der Rèze von Romain Favre gedeiht auf über 700 Metern auf Kalkstein. Florale und herbale Anklänge, gedörrter Blumenstrauss und dahinter etwas ­gelbes Steinobst. Süssholz und Fenchel, Kamillentee. Mit Luft öffnet er sich und gewinnt an Spannung und Charakter. Schlanker, saftiger und flotter Gaumen.

29 Franken

 

Le Vin de l’A, Ollon

Cornalin – Rouge du Pays Le Vin des Amants 2023

94 Punkte | 2026 bis 2032

Delikate Holzwürze und dunkle Beerenfrucht in der Nase, etwas Graphit. Am Gaumen schlank, zeigt er doch eine intensive Struktur; etwas salzige Lakritze und von dichter, tiefer Komplexität gekrönt. Lang, mit Aromen von der Nase. Grossartig!

71 Franken | smithandsmith.ch

 

Savagnin Blanc L’Aida 2023

93 Punkte | 2026 bis 2033

Alex Stauffer baut seine Weine in der Regel zur Hälfte im Beton­tank und in der Barrique aus. Die füllige Nase zeigt entsprechend dichte Aromen von Zitrusfrüchten, aber auch florale Anklänge. Der Gaumen ist von feiner Kraft und feiner Holzwürze geprägt. Diese wirkt stützend und verleiht gemeinsam mit der Säure viel animierenden Charakter. Mandarinensaft im Abgang, beschwingt und lang. Dank seiner Struktur ist er ein Begleiter zu öligen, kräftigen Speisen.

44 Franken | smithandsmith.ch

 

Marie de Diolly, Savièse

Clos de la Follie Petite Arvine 2024

92 Punkte | 2026 bis 2030

Komplexe, kräftige Nase mit Aromen von Fenchel, exotischer Frucht und Rhabarber, auch Malzanklänge. Der Gaumen zeigt sich straff und saftig; die Säure ist prononciert und geradlinig. Grünes Apfelkerngehäuse. Griffige Phenolik. Sehr erfrischend. Charaktervoll und animierend zugleich.

Auf Anfrage

 

Clos de la Follie Gamay 2024

91 Punkte | 2026 bis 2031

Klassische Gamay-Nase mit roter Beerenfrucht und Backpflaume. Am Gaumen schlank und saftig, von mineralischem Ausdruck geprägt, mit Hagebuttenanklängen. Das Tannin ist sehr zart, feinkörnig, sehr gut integriert. Gute Länge. Macht enorm Spass und lädt zum ­zweiten Glas ein.

Auf Anfrage

 

Pierre-Elie Carron, Fully

Pierra Platta Cornalin 2024

93 Punkte | 2027 bis 2034

Komplexe Aromatik von Holzwürze, dunkler Beerenfrucht und etwas Lakritze. Am Gaumen zeigt sich prompt im Ansatz eine griffige Tanninstruktur sowie Saft und eine zierliche Kraft; die Frucht tritt hier dezent in den Hintergrund und gibt einer zartbitteren Aromatik den Vortritt. Mittlere Länge. Noch jung und ungestüm – weglegen.

29 Franken

 

Les Avasiers Païen 2024

92 Punkte | 2026 bis 2032

Ein Hauch von Mandarinenabrieb, Limettensaft und floralen Anklängen. Am Gaumen viel Saft und wachmachende Säure, fast griffig und zitrisch, kernig und geradlinig. Geschliffen und von feinem, phenolischem Griff geprägt, sehr lang.

23 Franken

 

Simon Maye & Fils, Saint-Pierre-de-Clages

Syrah Vieilles Vignes 2017

94 Punkte | 2026 bis 2032

Betörende, dunkle Beerenfrucht, Erdreich und schwarzem Pfeffer, Pferdesattel. Die animalische Note intensiviert sich. Am Gaumen saftig, frisch und schlank, mit feiner Intensität und geradliniger Säure-Entwicklung. Das Tannin ist eingebunden und zart. Endet mit Kaffeeanklängen und enormer Länge.

24 Franken

 

Moette Coteau d’Ardon Fendant 2024

90 Punkte | 2026 bis 2030

Von der Hanglage Moette über Ardon, die aus Kalksteinbruchstücken besteht. Klassische Fendant-Nase, frisch und leicht. Zeigt etwas Stroh sowie herbes, gelbes Steinobst. Schlank und saftig, mit präsenter, integrierter Säure. Von mittlerer Länge; legt mit der Zeit an Komplexität zu. Ausgebaut im Edelstahltank.

17 Franken

 

Weingut Cipolla, St. German

St. German Pinot Noir Vieilles Vignes 2023

92 Punkte | 2026 bis 2032

Ausgebaut in Barrique-Fässern. Klassische Pinot-Nase: Kirsche und Himbeere. Viel Säure und Würze am Gaumen, die Frucht passt sich dieser klaren, saftigen Struktur an. Wirkt kühl; das Tannin ist griffig und zart, fast schmelzig. Mündet mit mittlerer Länge, voller Spannung.

28 Franken

 

Cornalin Landroter 2023

91 Punkte | 2026 bis 2031

Wird zu 80 Prozent im Edelstahltank und zu 20 Prozent in der Barrique ausgebaut. Intensive Nase von dunkler Beerenfrucht, Veilchen, Kaffeebohnen und Röstaromen. Der Gaumen folgt darauf mit Spannung und Kraft; das Tannin ist griffig und körnig, kleidet den Gaumen komplett aus und mündet in mittlerer Länge.

28 Franken