Négoce Rhodanien

Delikatessenhandel

Dokumentation: Margaux Ollier, Text und Bild: Rolf Bichsel

Der Mann, der hier kühn das Messer schwingt, heisst Jean-Luc Colombo. JLC für die Damen. Die Rippe vom schottischen Hochlandrind hat er extra einfliegen lassen. Die Stücke von Charolais und Limousine hat er sich bei lokalen Metzgern besorgt. JLC ist weder Fleischer noch Koch. Begonnen hat er vor über 30 Jahren als Weinberater und Winzer mit ein paar Aaren Reben in Cornas. Heute ist er, mit einer Jahresproduktion von zwei Millionen Flaschen, einer der wichtigsten Weinhändler der Rhône. Négoce Rhodanien nennt sich diese Elitekaste der Delikatessenhändler, die JLC perfekt verkörpert.

Beginnen wir mit den Fakten: Die Rhône ist ein Fluss und ein Weinanbaugebiet in Frankeich. Letzteres reicht wie der Fluss von Norden bis Süden. Rund 70 000 Hektar Reben liefern vornehmlich Weine mit geschütztem Ursprung (AOC/AOP). Etwas weniger als in Bordeaux, weit mehr als im Burgund. In der Rhône ist nicht nur alles am, sondern auch alles im Fluss. Die Anbauflächen, nach der Reblauskrise drastisch vermindert, sind wieder auf ihre alte Grösse angewachsen, Rebland ist gesucht und teuer, die Weine verkaufen sich gut, besser, am besten. Es lässt sich leben als Winzer und Weinmacher an der Rhône. 

Ihren ungebrochenen Erfolg haben die Rhôneweine nicht zuletzt einer ausgezeichnet funktionierenden und ausgewogenen Struktur aus seriös arbeitenden unabhängigen Winzerbetrieben, Genossenschaftskellereien, die Garant für untadelige Basisqualität darstellen, und einem gut funktionierenden, qualitativ hochstehenden Handel zu verdanken, der mit seinem jeweiligen Markennamen für Stil und Güte geradesteht. Rund ein Drittel der entlang der Rhône geernteten Weine werden über den ortsansässigen Handel abgesetzt. Nimmt man den internationalen Handel dazu, kommt gut die Hälfte der Rhôneweine über die Handelsschiene bis zum Endverbraucher. 

«Wer als Winzer Erfolg hat, wird früher oder später auch eine Karte als Weinhändler lösen.»

Pierre Amadieu

Auch der «Négoce Rhodanien» fährt folglich auf Erfolgskurs und trägt einiges zur Verbreitung der Rhôneweine bei. Heimst er dafür weltweit Lob und Anerkennung ein? Denkste. Denn Mode und der seltsame neue journalistische Grundsatz, der will, dass die Presse wiedergibt, was Frau, Mann und Kind fröhlich twittern, facebooken oder instagrammen – unter dem Vorwand, das alles News sei, wovon alle anderen reden –, und selbst «Fakes» (ich denke naiv immer noch das Gegenteil) haben dazu geführt, dass der Handel als schwarz und böse an den virtuellen Pranger gestellt wird, die Genossenschaft als linke Brutstätte, deren Mitglieder nur daran denken, mit möglichst wenig Aufwand zur weltweiten Weinschwemme beizutragen, für die ein «schlitznasiger» Handel die Verantwortung trage und nur der kleine Winzer weiter mit weisser Weste seine unbefleckte Empfängnis verteidige, auf verlorenem Posten zwar und mutterseelenallein, mit Löwenmut wie die zaubergetränkten Einwohner eines ominösen gallischen Dorfes, das als letztes Widerstand gegen die Kohorten fremder Eroberer leistet. Aurore Lambert, tüchtige Direktorin des UMVR, der rund 60 Mitstreiter zählenden Vereinigung der Rhône-Händler: «Es ist schon zum Verzweifeln. Das Zerrbild hat Bestand und lässt sich nicht so leicht ausradieren. Kaum einer interessiert sich für die Wahrheit: Ohne den ortsansässigen Handel gäbe es die Côtes du Rhône kaum und schon gar nicht in der aktuellen Form und mit dem heutigen Erfolg. Dabei ist hier in der Rhône der Übergang von Winzer zu Händler (und umgekehrt) schon lange fliessend!»

Pierre Amadieu, Weinhändler in Gigondas, der bekannten Cru-Gemeinde im Süden der Rhône: «Welche Appellationen der Rhône haben heute Weltbekanntheitsgrad? Die Appellationen mit einem starken Handel, Gigondas, Châteauneuf-du-Pape, Hermitage, um nur einige zu nennen. Wer als Winzer Erfolg hat, wird früher oder später auch eine Karte als Weinhändler lösen, und das ist ganz gut so. Ist es nicht besser, die Talentierten machen zu lassen, die so den weniger Talentierten den grössten Dienst erweisen?» Jean-Luc Colombo, Weinbauer in Cornas und der Côte Bleue (Provence): «Als ich vor rund 30 Jahren mit dem Weinhandel begann, zeigten die meisten meiner damaligen Winzerfreunde mit dem Finger auf mich und schimpften mich einen Verräter. Heute tun sie alle genau dasselbe: um weiter wachsen zu können und der Nachfrage gerecht zu werden, die sich mit eigenen Reben nie decken liesse (weil es einfach zu wenig gibt davon oder die Investition in Grund und Boden nicht verschmerzbar wäre), kaufen sie Trauben oder Grundweine dazu und vertreiben neben Domänenabfüllungen auch Weine ihrer Handelslinie.»

Nun fressen Revolutionen nur zu oft ihre Kinder auf. Tat JLC seinen Schritt einfach zu früh? Ganz im Gegenteil. Er folgte genau dem Weg, den andere vor ihm ins Rebdickicht der Rhône geschlagen hatten. Wie Pierre Amadieu in Gigondas. Pierre Amadieu (der Firmengründer) war Bauer und Winzer auf sieben Hektar in Gigondas. 1929 entschloss er sich als einer der ersten im Dorf, seine Weine mit seinem Namen zu versehen und eigenhändig zu vertreiben. Er tat dies mit Geschick und einigem Erfolg. Bereits 1932 heimste er seine erste Medaille ein. Nach und nach liess er seine anderen Aktivitäten fallen, spezialisierte sich voll auf Wein, baute seine Domäne aus und begann ebenfalls mit Wein zu handeln, den er in seiner bald aus allen Nähten platzenden Kellerei ausbaute und abfüllte. Trotz allen Wachstums ist Pierre Amadieu bis heute ein echter Familienbetrieb geblieben, der zwar mit der Zeit geht, aber auch weiter an der Philosophie des Grossvaters festhält. Pierre Amadieu, der Enkel, befiehlt über fast 140 Hektar eigene Reben in Gigondas, Ausgangsbasis für den Grossteil der Produktion von rund 650 000 Flaschen jährlich. Pierre Amadieu versteht sich als Weinbereiter und «Assembleur», als eigentlicher Komponist von Weinen, der Freunden der Marke in der ganzen Welt vor allem eines vermitteln will: Spass am Wein. Terroirtreue ist Maxime, aber auch Trinkigkeit, Ausgewogenheit, Eleganz. Nichts unterscheidet Pierre Amadieu, den Weinhändler, von Pierre Amadieu, dem Winzer.

«Weil wir nicht durch Menge wachsen können, setzen wir auf weiter wachsende Qualität unserer Produkte.»  

Jacques Grange

Nun gehört Amadieu zu den kleineren Fischen des Rhônehandels. Doch bei Nachbar Gabriel Meffre, 1936 gegründet, aber mit einer Jahresproduktion von rund 16 Millionen Flaschen weit grösser, gelten ganz ähnliche Werte. Mit dem Wahlspruch «Semper Voluptas» (immer Wohlgenuss) schaffte das heute von Etienne Maffre geleitete Haus den Umstieg vom Offenweinhändler zum anerkannten Absetzer untadeliger Flaschenqualität im Nu. Auch wenn Gabriel Meffre direkt «nur» rund 70 Hektar Reben betreut, setzt sich Etienne Maffre nicht anders als seine «kleinen» Winzerfreunde für Werte wie nachhaltige Entwicklung, Erhalt der Artenvielfalt oder integrierten Anbau ein, träumt von biologischem Anbau und interessiert sich für die Biodynamik. Umweltbewusstsein und Freude am Wein als Genussmittel, als Delikatesse, die zu gehobener Lebensart gehört, vermitteln so gut wie alle Weinhändler entlang der an guten Grundprodukten und talentierten Küchenkünstlern nicht eben armen Rhône. Schliesslich stehen hier nicht Stuck und falsche Schlösser für Weinkultur, sondern Landschaften, Sonne und schmackhafte Küche mit Einflüssen von Berg und Tal, von Nord und Süd. 

Eine Marke, die ähnlich wie Gabriel Meffre ebenfalls den umgekehrten Weg unter die Sohlen nahm, vom reinen «Négociant-Eleveur» (Weinhändler und Ausbauer) hin zum Produzenten mit mehr und mehr eigenen Reben, und (noch) in der Nähe von Tournon/Tain l’Hermitage untergebracht ist – das ist Delas. Delas hat gemeinsam mit den anderen bekannten Abfüllern des Nordens, Guigal, Vidal-Fleury, Jaboulet und Chapoutier, massgeblich zu dem hohen Bekanntheitsgrad und dem Erfolg der Rhône-Nord-Weine beigetragen. Jaques Grange, ehemaliger Colombo-Schüler, langjähriger Weinmacher und technischer Direktor des Hauses: «Delas ist ein Sonderfall. Wir kaufen weiter Trauben und sind folglich Händler und Weinbereiter, selektionieren aber auch fertige Grundweine, die wir verarbeiten, und sind erst noch Produzent mit eigenen Reben. Das alles unter einen Hut zu bringen ist nicht ganz einfach. Denn das verlangt von uns, in allen drei Domänen Spezialisten zu sein und zu bleiben.» Weil die Konkurrenz unter den Händlern wächst (noch einmal: Fast alle Winzer, die erfolgreich arbeiten, werden früher oder später ebenfalls zu Händlern, siehe oben), bleibt den traditionellen Handelshäusern gar nichts anders übrig, als selber Rebbesitzer zu werden bzw. den Anteil eigener Reben weiter auszubauen. Hinzu kommt, dass ein Winzer mit Offenwein deutlich weniger verdient als mit selber abgefüllten Weinen, und den Anteil dieser zu steigern versucht. Das «Sourcing», das Auftreiben von qualitativ einwandfreiem «Grundmaterial», wird folglich immer komplizierter. «Wir haben daher einen anderen Weg eingeschlagen. Weil wir nicht durch Menge wachsen können, ohne Verrat an unserer Markenstrategie zu begehen, setzen wir auf weiter wachsende Qualität unserer Produkte und bessere Wertschöpfung. Dazu gehört auch die Arbeit am Image, die wir früher vernachlässigt haben. Wir werden bald neue Gebäude im Herzen von Tain l’Hermitage beziehen, das langsam, aber sicher zur eigentlichen Weinkapitale des Nordens wird, nicht zuletzt dank der Anstrengungen der Stadtverwaltung, in enger Zusammenarbeit mit den anderen grossen (und kleineren) Handelshäusern, die das Projekt unterstützen. Davon versprechen wir uns einiges.» Qualitativ hat Delas längst zu den anderen grossen Marken des Nordens aufgeschlossen, nicht zuletzt dank der Arbeit des rührigen technischen Direktors, der sich einen ausgezeichneten Namen als talentierter und gewissenhafter Weinmacher geschaffen hat. Doch in puncto Image hinkt Delas immer noch etwas hinterher – doch das wird sich bald ändern.

Dass Image nicht weniger wichtig ist als Inhalt, weiss man auch bei Vidal Fleury. Mit Gründungsjahr 1791 ist Vidal Fleury nicht nur das älteste Handelshaus der Rhône, sondern auch eines der bekanntesten: Hier hat Etienne Guigal einst sein Handwerk erlernt. Die Marke gehört zwar der Familie Guigal, doch sie führt weiter konsequent ihr Eigenleben. Qualitativ zählt Vidal Fleury seit langem zur Spitzenliga der Rhônehäuser. Doch der Stil der besonders würzigen Weine galt zeitweise schon als etwas angestaubt. Das zu ändern, war die Aufgabe von Guy Sartron du Jonchay, dem heutigen Weinmacher des Hauses. Eine neue, moderne Kellerei in Tupin et Semons unweit von Condrieu sollte ihm bei der Aufgabe helfen, die der Weltenbummler mit Bravour gelöst hat. Vidal Fleury kommt in neuem Kleid daher: Geblieben ist der Stil der mächtigen, vollmundigen, sorgfältig ausgebauten Weine, dazu gekommen sind Präzision und grössere Terroirtypizität. «Wir bekämpfen den Einheitsbrei. Alle unsere 20 Abfüllungen sollen zwar als Vidal Fleury erkennbar bleiben, aber sich auch klar voneinander unterscheiden», sagt Guy Sartron mit Nachdruck.

Zu den Winzern, die vor zwanzig Jahren den Kopf geschüttelt haben, als Jean-Luc Colombo die Fronten wechselte, dürften François Villard, Pierre Gaillard und Yves Cuilleron gehört haben, Qualitätspioniere des Nordens, Sterne am Firmament der unabhängigen Winzer, Weinmacher aus Leidenschaft, deren Domänenweine bis heute gesucht und teuer sind. Als sie sich 1996 entschlossen, einen kleinen Weinhandel zu gründen, taten sie dies vorab, um ein völlig vergessenes Anbaugebiet unter den Büschen hervorzuschaufeln: Seyssel bei Vienne, eine der ältesten Anbaugebiete der Region und damit der Welt. Sie pachteten Brachland in der nicht mehr existierenden «Appellation», die bis heute auf eine offizielle Anerkennung wartet, und bauten wieder Reben an. Was in einem Schuppen in der Industriezone bei Vienne begann, nahm seine Fortsetzung in einer grosszügigen, modernen Kellerei in Chavanay, in der mittlerweile neben den Seyssel-Cuvées auch Weine anderer Rhône-Appellationen in modernen Tanks und Barriques schlummern und die jährlich rund 500 000 Millionen Flaschen ausliefert. Damit nicht genug: Sowohl Gaillard als auch Villard und Cuilleron führen zusätzlich ihre eigenen kleinen Handelsstrukturen. Sie illustrieren so mit aller Deutlichkeit, dass die künstlich gezogene Grenze zwischen Handel und Domänen, zwischen Winzer und Abfüller so löcherig ist wie ein Emmentaler Käse. 

Noch einmal: Dem Négoce Rhodanien in seiner Gesamtheit, ob riesig, gross oder klein, ist es massgeblich zu verdanken, dass Crus wie Côte-Rôtie, Condrieu oder Gigondas heute in einem Atemzug mit grossen Bordeaux-Gemeinden oder Burgunder Climats genannt werden. Im Fall von Seyssel hat er – verkörpert durch drei rührige ehemalige Jungwinzer – für die Renaissance des uralten Seyssel gesorgt. Heute arbeitet der Handel Hand in Hand mit Winzern und Genossenschaftlern am künftigen Ruf anderer vergessener oder brandneuer Perlen: Saint Peray, Beaumes de Venise, Grignan-les-Adémar, Ventoux oder den Costières de Nîmes. 

Von einem anderen wichtigen Verdienst ist seltener die Rede. Der Handel hat eine Basisappellation salonfähig gemacht, die immerhin fast 50 Prozent der Produktion der Region ausmacht: die «einfachen» Côtes du Rhône, ob rot, weiss oder rosé. Wer einen gut gemachten Alltagswein sucht (die immer seltener werden, weil alle Welt Kopien so genannter Grands Vins auf den Markt schleudert und so dafür sorgt, dass im Keller geplagter und umworbener Weinfreunde, die für ihr Steckenpferd Haus und Hof versetzen, zwar Tausende Flaschen komplizierter Lagerweine schlummern, aber keine einzige, die man einfach so geniessen kann), einen einfachen, verlässlichen, mit Genuss zu trinkenden Tropfen für jede Gelegenheit, der nicht alle Welt kostet, und sich nicht die zweifelhafte Mühe machen will, sich durch hunderte Produkte so genannter «kleiner» Winzer zu verkosten, kommt bei Jaboulet, Chapoutier, Guigal & Co auf seine Rechnung – mit Markengarantie.


Gigondas

Maison Gabriel Meffre

Mit einer Jahresproduktion von rund 16 Millionen Flaschen gehört Gabriel Meffre, 1936 gegründet, heute im Besitz der Gruppe Varnier France (Eric Brousse und Jean-Claude Boisset), zu den grossen Handelsstrukturen des Südens. Rund 2500 Hektar Reben liefern das «Grundmaterial» für die verschiedenen Linien; 72 Hektar werden direkt bestellt, 28 Hektar stehen im Besitz des Unternehmens. 75 Prozent der Weine werden auf den Exportmärkten abgesetzt. Die Premium-Linie Gabriel Meffre Laurus ist eine Selektion von Crus aus dem Süden und dem Norden der Rhône. Andere wichtige Linien sind La Chasse und Louis Bernard. Gabriel Meffre wird seit 20 Jahren von Etienne Maffre (Bild) geleitet.  

www.gabriel-meffre.fr


 

 


Saint-Jean-de-Muzols

Delas Frères

Delas gehört zu Champagne Deutz und wird von Deutz’ Generaldirektor Fabrice Rosset geleitet, der vor Ort von Jacques Grange (Bild), dem technischen Direktor, ideal vertreten wird. Das 1835 gegründete Haus produziert jährlich rund zwei Millionen Flaschen. Abgefüllt werden rund 30 Rhône-Cuvées, von Hermitage Les Bessards und Domaine des Tourettes über Crozes-Hermitage Domaine des Grands Chemins bis zum Côtes du Rhône Saint Esprit. Delas besitzt rund 25 Hektar eigene Reben. Über die Hälfte der Weine werden exportiert. In einigen Monaten kann Delas neue Gebäulichkeiten im Herzen von Tain l’Hermitage beziehen. 

www.delas.com


 

 


Chavanay

Les Vins de Vienne

1996 entschlossen sich drei bekannte Weinmacher der nördlichen Rhône, Yves Cuilleron (Bild), Pierre Gaillard und François Villard, ein paar Hektar Brachland in der vergessenen ehemaligen Lage Seyssel zu pachten und dort wieder Reben anzubauen. Zum Vertrieb der Weine gründeten sie ein kleines Handelshaus. Heute ist das Unternehmen in einer geräumigen Kellerei in Chavanay (Saint Joseph) untergebracht und bietet eine ganz Palette von Rhône-Weinen an, neben mehreren Seyssel-Cuvées auch etwa Côte Rôtie, Condrieu, Hermitage, Crozes, Saint-Joseph, Cornas, Gigondas oder Châteauneuf-du-Pape sowie «einfache» Côtes du Rhône. Abgefüllt werden heute jährlich über 500 000 Flaschen, die zu 40 Prozent im Ausland (vor allem in Kanada) abgesetzt werden. 

www.vinsdevienne.com


 

 


Tupin-et-Semons

Vidal Fleury

Vidal Fleury wurde 1791 in Ampuis gegründet und ist damit das älteste Handelshaus der Rhône. Das Haus im Besitz der Familie Guigal wird seit über zehn Jahren von Weinmacher Guy Sarton du Jonchay geleitet. Vidal Fleury bringt 20 Cuvées aus dem Norden wie dem Süden der Rhône auf den Markt, darunter die Côte-Rôtie Chatillonne und Brune et Blonde. Vidal Fleury führt auch ältere Jahrgänge (ab 2004!) im Angebot, eine Seltenheit in unserer schnelllebigen Zeit: Bei Vidal Fleury nimmt man die Aufgabe als «Ausbauer» des Weines ernst. Die Jahresproduktion von rund einer Million Flaschen wird zu 70 Prozent im Ausland abgesetzt, besonders auf dem amerikanischen und kanadischen Markt, aber auch in Japan und Europa. Vidal Fleury besitzt 60 Hektar eigene Reblagen.  

www.vidal-fleury.com


 

 


Gigondas

Pierre Amadieu

Pierre Amadieu wurde 1929 gegründet, und zwar von Pierre Amadieu, dem Grossvater des heutigen Weinmachers und Verantwortlichen, der ebenfalls Pierre Amadieu (Bild) heisst. Mit 145 Hektar Reben in Gigondas gehört Pierre Amadieu, bis heute ein reiner Familienbetrieb, zu den wichtigsten Produzenten des Crus. Wichtigste Abfüllungen des Hauses sind die drei Gigondas Pierre Romane-Machotte, Le Pas de l’Aigle und Domaine Grand Romane, gefolgt von Rhône-Cuvées wie Ventoux la Claretière, Vinsobres les Piallats oder Vacqueyras La Grangelière. 50 Prozent der Jahresproduktion von 650 000 Flaschen werden exportiert.

www.pierre-amadieu.com


 

 

Die Weine

Zwölf Mal Hochgenuss

Theorie ist gut, Praxis ist besser: Darum präsentieren wir hier eine kleine Selektion von Kreszenzen bekannter Rhône-Handelshäuser, die deren Stil besonders gut illustrieren. Wir haben dabei ausdrücklich darauf gepocht, nicht nur bekannte Spitzen-Crus zu verkosten, sondern weniger bekannte Kreszenzen aus der Basisappellation Côtes du Rhône. Weine, die mit viel Saft und Trinkfluss begeistern.

Delas

Saint-Esprit 
Côtes du Rhône 2016

2019 bis 2022

Fröhliche Aromatik von Brombeeren und Backgewürzen; sehr ausgewogen und fruchtig, verbindet geschickt jugendliche Herbe mit Trinkigkeit und Saftigkeit, von guter Länge; der ideale Tropfen für jede Gelegenheit, ganz besonders zu herzhafter Küche, Pizza, Pasta und Co.

 

Delas

Domaine des Tourettes
Hermitage 2015

2022 bis 2030

Superbe, mineralische, würzig-fruchtige Aromatik; verbindet präzise Machart, samtene Fülle und tragende Struktur zu einem überlegenen Ganzen, langes Finale auf den Noten der Nase; majestätischer, grosser Wein mit besonderer Persönlichkeit, den man unbedingt reifen lassen sollte. 

 

Gabriel Meffre

Laurus
Gigondas 2013

2018 bis 2023 

Die verführerische, zurückhaltend würzige Aromatik des leicht gereiften Weins; im Mund dann so robust, kantig und gut strukturiert, wie man dies von einem Gigondas erwartet, aber auch mit Saft und Rasse; jetzt zu kräftigen Speisen, kann aber auch noch weiter reifen.

 

Gabriel Meffre

Domaine de Longue Toque
Gigondas 2015

2019 bis 2025

Im Gegensatz zum Laurus weit zurückhaltender, noch sehr jugendliche, fruchtig-würzige Aromatik; voller Ansatz, dichter, imposanter, feuriger Bau, doch gut gestützt durch ein solides Tanningerüst, kernig-fruchtiges Finale; tadellos gemacht, kann und sollte etwas reifen. Zu Wild. 

 

Paul Jaboulet ainé

Domaine de Thalabert
Crozes Hermitage 2014

2020 bis 2026

Zurückhaltende, sich langsam öffnende, komplexe, mineralisch-würzige Aromatik; besitzt Schliff und Frische, Mineralität und Eleganz, aber auch besondere Spannung und Länge. Hervorragend gemacht, etwas gereift zu kreativer Küche. 

 

Vidal Fleury

Côtes du Rhône 
Blanc 2016

2018 bis 2022

Verführerisch-fruchtiges Bouquet von Pfirsich und exotischen Früchten; vollmundiger Ansatz, grosszügige Entwicklung, saftig trotz der Fülle, von guter, fruchtig-würziger Länge; da ist die Flasche leer, bevor man Papp sagen kann.
Zu Fisch in Sauce, Käse, Geflügel. 

 

Paul Jaboulet ainé

Mule Blanche
Crozes Hermitage 2016

2020 bis 2026

Noch sehr ausbaugeprägt, zurückhaltend-würzige Aromatik, die darauf hinweist, dass dieser Weisse etwas reifen darf; voller Ansatz, sehr ausgewogene Entwicklung, zeigt Eleganz und Schliff, fruchtig mineralisches, genau richtiges Finale. Zu Meeresfisch. 

 

Vidal Fleury

La Chatillonne Côte Blonde
Côte Rôtie 2006

2018 bis 2022

Herrliches, ausgereiftes Bouquet von Kastanie, Rauch, Backgewürzen, Lakritze; eleganter, geschmeidiger Ansatz, dichter Bau, mit herber, robuster, tragender Struktur; charaktervoller, ausgezeichnet gemachter Wein, der noch zulegt, wenn er aus der Karaffe serviert wird. 

 

Pierre Amadieu

Romane Machotte
Gigondas 2015

2020 bis 2028 

Mineralisch-fruchtige Aromatik; von robustem Bau, besitzt genau die Herbe und Kantigkeit, die man von einem Gigondas erwartet, aber auch gute Fülle und knackige Saftigkeit, zeigt viel Persönlichkeit. Etwas reifen lassen und dann zu kräftiger Küche, Wild. 

 

Les Vins de Vienne

Sotanum IGP
Collines Rhodaniennes 2015

2018 bis 2025 

Tintenschwarze Farbe, noch sehr jugendliche Aromatik von Kirsche, Veilchen und Leder; vollmundig, schwerblütig, sehr lang, voller Charakter; ein Urwein, den man bereits geniessen kann, der aber nach ein paar Jahre zusätzlicher Kellerruhe noch besser munden wird. 

 

Pierre Amadieu

Roulepierre
Côtes du Rhône 2015

2018 bis 2020 

Noten von Kirschen und Waldbeeren; von glasklarer, direkter, fruchtiger Art, süffig, bekömmlich, geschmeidig, ausgezeichnet gemacht; wer einen unkomplizierten Rotwein für jede Gelegenheit sucht, wird hier fündig. Passt zu jeder Art von Küche. 

 

Les Vins de Vienne

La Chambrée
Condrieu 2016

2018 bis 2022 

Noch verschlossen, doch nach ein paar Minuten im Glas dezente Noten von Mandel und Aprikose; vollmundig, dicht, seidig, von guter Länge; gefällig und gut gemacht, besser in den nächsten zwei, drei Jahren zu geniessen, am besten aus der Karaffe.

 

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