VINUM hat die besten 50 Gins für den Sommer verkostet.

It's Gin Time

Degustation: Patrick Braun, Nicole Harreisser, Arthur Nägele; Text: Nicole Harreisser

Kaum eine Spirituose kann weltweit einen so grossen Erfolg verbuchen wie Gin. Neben den klassischen Wacholder-betonten Gins kommen heute auch teils sehr ungewöhnliche Kreationen in die Flasche, die sogenannten Contemporary Gins, die mit vielen teils untypischen Botanicals punkten.

Gin, der noch vor einigen Jahrzehnten ein verstaubtes Nischendasein fristete, ist mittlerweile eine der beliebtesten Spirituosen der Welt. Sein Comeback beruht auf der extrem breit gefächerten Stilistik der Produkte. Keine Bar kommt heute mehr ohne eine gewisse, teils umfangreiche Ginauswahl aus, neben den grossen Marken ergänzt mit lokalen Produkten. Oft findet man sogar eine wandfüllende Auswahl, so dass es dem geneigten Barbesucher ohne Unterstützung meist schwer fällt, den richtigen Gin für den Moment zu finden. Aber nicht nur in den Bars, auch der Handel und Fachhandel hat den ungebrochenen Trend erkannt und mit einer grossen Auswahl reagiert, denn der Konsum zuhause ist mit rund zwei Dritteln Anteil nicht von der Hand zu weisen. Auch in Sachen Foodpairing kann Gin punkten und sogar ein ganzes Menü begleiten.

 


Best Buy

ERROR: Content Element with uid "75762" and type "vinum_vmaimage" has no rendering definition!


Während der klassische Gin auf eine lange Historie zurückblicken kann, ist der Begriff Contemporary Gin Ende des 20. Jahrhunderts anzusiedeln und kennzeichnet eine neue Art von Gin. Immer mehr Brenner und Ginmarken begannen mit neuen Aromaprofilen zu experimentieren. Der klassische Wacholder geriet dabei mehr und mehr in den Hintergrund, zahlreiche neue Botanicals wie Yuzu, Lavendel, Rosmarin und auch Gewürze wie Safran gewannen an Bedeutung. Diese eigenständigen Kombinationen sind auch ein grosse Chance für kleine Brennereien: Sie können in ihren Manufakturen mit relativ einfachen Mitteln absolut eigenständige Produkte kreieren und stehen nicht mehr in direktem Vergleich mit den grossen Produzenten. Im alpenländischen Raum, Süddeutschland, Österreich und der Schweiz, wurde der Begriff des Alpine Gin geboren. Prägend für diese Gingattung sind lokale Botanicals wie Alpenkräuter und Nadelgehölze. In südlichen Gefilden wie der Provence finden florale Aromen wie Lavendel und herbale Noten wie Rosmarin weite Verbreitung. Auch bei Gin ist der Terroirgedanke verankert.Doch es ist eine wahre Kunst, aus der Vielzahl der verfügbaren Botanicals die richtige und stimmige Kombination zu finden, denn manchmal ist weniger letztendlich im Geschmack mehr. Nicht nur bei den verwendeten Botanicals kann der Brenner Einfluss auf den Geschmack des Endprodukts nehmen. So kann der neutrale Basisalkohol zugekauft oder selbst gebrannt werden auf Basis von Zucker, Trauben, Obst, Kartoffel oder Getreide. Je nach Grundprodukt kann der Gin deutlicher geprägt sein und so noch mehr die Handschrift des Brenners zum Ausdruck bringen. Der grosse Erfolg und die Beliebtheit von Gin haben auch vor der wichtigsten Zutat eines der beliebtesten Gin-Cocktails, dem Gin Tonic, nicht haltgemacht. War es früher ein Tonic mit gelbem Etikett, gibt es heute eine grosse Vielzahl an Produkten, von neutral bis hin zu intensiven Aromen.


Top 3

ERROR: Content Element with uid "75756" and type "vinum_vmaimage" has no rendering definition!

ERROR: Content Element with uid "75758" and type "vinum_vmaimage" has no rendering definition!

ERROR: Content Element with uid "75759" and type "vinum_vmaimage" has no rendering definition!


Ein Klassiker mit neuem Gewand

Ursprünglich geht Gin, wie einige andere Spirituosen, auf einen medizinischen Hintergrund zurück, bedingt durch den Hauptaromat Wacholder. Wacholderwurde bereits im Altertum als Heilmittel bei Sodbrennen und auch gegen Gicht sowie bei Rheuma eingesetzt.

Grosse Bedeutung erlangte Gin 1689, als Wilhelm III. von Oranien-Nassau den englischen Thron bestieg und den einheimischen Gin im Gegensatz zu importierten französischen Destillaten für zollfrei erklärte. Das brachte nicht nur Gutes hervor, Gin war oftmals nicht viel mehr als ein Fusel und das Getränk, mit dem sich die Armen einen Rausch antranken, um dem Elend zu entkommen. Ganz besonders in London waren diese Auswüchse zu beobachten, jeder konnte Gin herstellen, und es wurde offen und ohne Mass und Ziel konsumiert. Massenalkoholismus und die daraus resultierende Gewalt wurden zum Problem: «Mother’s Ruin» ist ein geflügeltes Wort und erst der Gin Act von 1791 brachte die Kehrtwendung. Die Destillationsprozesse wurden verbessert, Rezepte verfeinert und der Handel wurde eingeschränkt. Gin wurde zum Getränk der Oberschicht. Eine weitere Blütezeit erlebte Gin in den Nachkriegsjahren der 1950er Jahre und später nochmals von den 1960er bis in die 1980er Jahre, als Cocktails wieder angesagt waren. Heute erfreuen sich immer mehr Liebhaber der Spirituosen auch an den Sipping Gins, die pur als Shot genossen werden. 


3 Lieblinge

ERROR: Content Element with uid "75764" and type "vinum_vmaimage" has no rendering definition!

ERROR: Content Element with uid "75766" and type "vinum_vmaimage" has no rendering definition!

ERROR: Content Element with uid "75767" and type "vinum_vmaimage" has no rendering definition!