Domaine Pierre Damoy übernommen
Roederer kauft Domaine im Burgund
Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 28.07.2026
Das Champagnerhaus Louis Roederer hat den burgundischen Winzerbetrieb Domaine Pierre Damoy gekauft und damit seine erste Akquisition in der Region getätigt. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht offiziell bekannt gegeben. Die Nachrichtenagentur AFP jedoch zitiert Kenner aus dem Umfeld mit einem Kaufpreis von rund 300 Millionen Euro.
Seit April Gespräche
Louis Roederer hatte bereits im April bestätigt, dass es exklusive Gespräche über den Kauf gab. Damit wird das Weingut aus Gevrey-Chambertin Teil der Roederer Collection, der Gruppe von Weingütern und Aktivitäten, die sich im Besitz des familiengeführten Champagnerhauses Louis Roederer befindet.
Top-Lagen in Chambertin und Gevrey-Chambertin
In einer Erklärung teilte die Louis-Roederer-Gruppe mit, dass die Weinbergbestände der Domaine Pierre Damoy fast acht Hektar Grand-Cru-Reben umfassen, hauptsächlich in Chambertin, Chambertin-Clos de Bèze und Chapelle Chambertin sowie im Clos Tamisot, einem Monopole in Gevrey-Chambertin. Das Weingut besitzt etwa 10 Prozent der Grand-Cru-Lagen von Gevrey-Chambertin.
Viele alte Rebstöcke
Die Gruppe erklärte, das Weingut Pierre Damoy sei zudem bekannt für seinen «hohen Anteil an alten Rebstöcken und seine aussergewöhnliche genetische Vielfalt.» Die Domaine Pierre Damoy verkörpere, «alles, was wir am meisten schätzen: assergewöhnliche Terroirs, ein bemerkenswertes Weinbauerbe, eine starke Identität und eine Geschichte, die zu den ikonischsten Burgunds zählt.»
Mehrere andere Herkünfte bereits im Portfolio
Im Portfolio von Louis Roederer befinden sich bereits neben Champagner auch Weingüter aus Bordeaux (Château Pichon Lalande), der Provence, Portugal (Ramos Pinto) und Kalifornien (Diamond Creek und Merry Edwards). Die Gruppe Louis Roederer feiert in diesem Jahr ihr 250-jähriges Bestehen.
Gegründet im frühen 20. Jahrhundert
Die Ursprünge des heutigen Weinguts Domaine Pierre Damoy reichen bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück, als Julien Damoy im Zuge der Reblauskrise, die mehr als die Hälfte der französischen Weinberge vernichtete, Weinberge erwarb.
Burgund weiterhin im Aufwärtstrend
Laut aktuellen Zahlen des Verbands «Vins de Bourgogne« war das Exportvolumen des Burgunds im Jahr 2025 um 3,7 Prozent gestiegen, während der Exportwert um 1,8 Prozent zurückging. Der Anteil der Region an den französischen Weinexporten stieg im vergangenen Jahr ebenfalls um 0,8 auf 12,5 Prozent, teilte der Verband mit.

