Bilanz des Landesuntersuchungsamtes

Weinüberwachung in Rheinland-Pfalz: So viele Weine fielen 2021 durch

Text: Linus Bauer | Veröffentlicht: 20. Oktober 2022


Das Landesuntersuchungsamt (LUA) Rheinland-Pfalz hat die jährlichen Zahlen der Weinüberwachung publiziert. Im Jahr 2021 fanden 4‘698 Kontrollen in Weinbaubetrieben statt. 3‘881 Weine kamen für eine Probe ins Labor, woraus 362 Beanstandungen resultierten.

Verstösse geschehen nur selten mit Vorsatz

Die häufigsten Mängel beziehen sich auf fehlerhafte Kennzeichnungen. Dazu zählen falsche Angaben zum Alkoholgehalt, unzutreffende Geschmacksangaben, inkorrekte Deklarationen von Rebsorten oder unzureichende Hinweise auf allergieauslösende Stoffe. «Nicht immer ist dabei von vorsätzlichen Vergehen auszugehen», schätzt das LUA ein. «Die sich ständig ändernden und teils komplizierten Kennzeichnungsvorschriften lassen auch gutwillige Winzer den Überblick verlieren».

Defekte an Maschinen können ebenfalls Grund für unerwünschte Inhalte im Wein sein. So beschreibt das LUA einen Fall, in dem Sachverständige bei einer Probe auf eine flüchtige phenolische Substanz stiessen. Die gleiche Substanz ist auch im Hydrauliköl des Vollernters zu finden, mit welchem das betroffene Weingut arbeitet. Ein defekter Schlauch verursachte Verunreinigungen im Wein, der als Konsequenz vernichtet werden musste.

Nur in wenigen Fällen lagen schwerwiegende und vorsätzliche Täuschungen und Verfälschungen vor. So fielen 85 Proben wegen Grenzwertverstössen oder unzulässigen Weinbehandlungen auf, etwa durch die Zugabe von künstlichen Aromastoffen. Verstösse mit Potenzial zu gesundheitlichen Gefährdungen stellte das LUA 2021 allerdings nicht fest.

Vergleiche zu den Vorjahren

Die Anzahl Proben, Beanstandungen und Verstösse im Rahmen der Weinüberwachung ähnelt 2021 jenen der Vorjahre. So gab es 2020 bei 3'738 Proben 321 Beanstandungen, in 63 Fällen stellte die Laboruntersuchung Grenzwertverstösse und unzulässige Behandlungen fest. Einen leichten Ausreisser gab es zuletzt im Jahr 2018: Von 4'337 untersuchten Weinen wurden 443 und damit über 10 Prozent beanstandet. Verstösse gegen Grenzwerte und unzulässige Behandlungen kamen damals bei 148 Proben ans Tageslicht.

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