Früchte des Vulkans • Unique Wineries of the World – Italien

Elena Fucci, Basilikata

Fotos: z.V.g.

Wie eine grüne Insel erhebt sich der Vulture aus den Hügeln der nördlichen Basilikata in Süditalien. An den Hängen des erloschenen Vulkans gedeihen Kastanien- und Eichenwälder, Olivenhaine und auch viele Rebberge: Die mineralischen Böden sind das ideale Habitat für die autochthone rote Aglianico-Traube, der Königin des Vulture.

«Unsere Weine sind modern, nicht modernistisch.»

Elena Fucci

Vulture. Die Winzerin Elena Fucci nennt in 600 Metern Meereshöhe bei Barile die höchsten Lagen des Vulture ihr Eigen. 7,5 Hektar sind es, davon sind sechs Hektar in der Contrada Solagna Del Titolo zwischen 70 und 90 Jahre alt. Die autochthone Aglianico ist die einzige Rebsorte, die Elena Fucci in ihren Rebbergen stehen hat: Sie ist genauso die Basis eines Rosé wie dreier Interpretationen eines roten Aglianico del Vulture DOC.

Gepflanzt wurden die ursprünglich sechs Hektar vor 60, 70 Jahren, erworben wurden sie in den 1960er Jahren von Elenas Grossvater Generoso, aber lange Zeit wurden die Trauben verkauft und nur etwas Wein für den Eigengebrauch gekeltert. Im Jahr 2000 stand die Familie Fucci schliesslich vor der Entscheidung, die Weinberge zu verkaufen. Niemand in der Familie, weder ihre beiden Schwestern, noch ihre Eltern, beide Lehrer, hatten Lust, sich dem Weinbau zu widmen, so entschied sich Elena für die sechs Hektar Rebberge, absolvierte ein Studium in Weinbau und Önologie und begann, ihre eigene Interpretation vulkanischer Weine aus Süditalien zu kreieren. Ab 2004 ganz nach biologischen Kriterien, im Rebberg wie im Keller. Laut Elena führt an Nachhaltigkeit in einem einzigartigen Terroir wie dem Vulture kein Weg vorbei.

Das sieht man auch am modernen Keller, den Elena perfekt in die Landschaft bei Barile integriert hat: Die neue Struktur wurde nach den Prinzipien der Bioarchitektur unter Verwendung von recycelten Materialien und Technologien gebaut, um die Auswirkungen und den Energieverbrauch auf Null zu reduzieren. Mit dem alten Fasskeller ist der neue Teil durch einen in das Vulkangestein gegrabenen Tunnel verbunden.

Das Mikroklima und das einzigartige Terroir sorgen für die Besonderheit der vier Weine, die Elena Fucci im Portfolio hat: Ein stark mineralischer Boden und die Eruptionsphasen des Vulkans mit verschiedenen Charakteristiken finden sich im Glas wieder. Elena Fucci: «Säure, Mineralität und Gerbstoffe machen die Rotweine vom Vulture aus.» Und auch bei einem zweiten Punkt ist sich Elena sicher: «Jeder Jahrgang muss seinen eigenen Charakter ausdrücken. »

Dies tun die drei Weine aus der Reihe Titolo (benannt nach dem Torre Titolo, einem gelben Turm am Ortseingang von Barile, der auch der gleichnamigen Contrada den Namen gab): der knackige Rosé, der elegante in Holz gereifte Rotwein und auch der Titolo Anfora, der in der Amphore mazeriert und reift. Neu hinzugekommen ist mit dem Jahrgang 2016 der SCEG: Die Trauben stammen aus dem Rebberg von Freunden und sind die Basis einer jungen Interpretation der Aglianico, die perfekt die Palette von Elena Fucci ergänzt.

Unsere Selektion

Basilikata IGT Rosato Titolo Pink Edition 2021

Selektion der jüngsten Rebberge des Gutes: Die Trauben kommen für rund fünf Tage zur Vergärung und Cryomaceration in Stahl, dort bleibt der Wein für zweieinhalb Monate: helles Rosé; krokantene Nase nach Zitrusfrüchten, Erdbeeren und Blüten; salzig-mineralisch bis ins fruchtige Finish.

Aglianico del Vulture DOC Titolo 2020

Die auf der Capanno, der Rebziehung des Vulture gezogenen Trauben werden Ende Oktober gelesen: betörende Nase mit fruchtig-würzigen Noten von Kirschen, Brombeeren und Zimt; die Gerbstoffe kraftvoll und engmaschig, das Finale ellenlang und elegant.

Aglianico del Vulture DOC SCEG 2020

Von 70 Jahre alten Reben auf vier Parzellen in der Nähe der Weinberge der Familie Fucci, ein Jahr in Tonneaux ausgebaut: überzeugt mit jugendlichen Aromen nach reifen Kirschen, Heidelbeeren und Kräutern, seinem mineralischen Charakter und dem überaus harmonischen Abgang.