Hollywood Moments

Ball des Weines

Text: Theresa Olkus, Fotos: Jana Kay und Arne Landwehr

  • Alle waren da: Marylin Monroe, Louis Armstrong und die Blues Brothers.

Welcome to Hollywood – nirgendwo liegen Ruhm und Bedeutungslosigkeit, Illusion und Wirklichkeit, Prunk und Dramen so nah beieinander wie in der kalifornischen «Traumfabrik». Hier sind unsere Lieblings-Streifen entstanden und die entferntesten Träume vieler Schauspielerinnen und Darsteller über Nacht Wirklichkeit geworden. Im Wiesbadener Kurhaus standen ebenfalls wahre Stars im Rampenlicht: die Winzerinnen und Winzer des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter. VINUM war live vor Ort!

Der Ball des Weines am 25. Mai 2019 hatte alles, was man sich bei einer Hollywood- Nacht aus den 50er–60er Jahren so vorstellt: Glanz und Glamour, Stars und Sternchen, feinste Köstlichkeiten, Prickelndes und sogar einen eigenen Walk of Fame, der sich auf dem Boden und Parkett durch das ganze Kurhaus zog. «Unsere Winzer sind für uns die grossen Stars der deutschen Weinszene», freut sich Hilke Nagel vom VDP über diese wertschätzende Idee des Organisationsteams. Wo man in Los Angeles Walt Disney, Anne Hathaway oder Hugh Jackmann fi ndet, konnte man in Wiesbaden über den Sternen der Weingüter Fitz-Ritter, Dr. Heger, Bassermann-Jordan, Dautel und Co. anstossen.

Welcome to the show

«And now, your host of the evening – Ladies and Gentlemen, please welcome the 70th German Wine- Majesty Misses Carolin Klöckner», hallte eine Stimme aus dem Off durch den mit goldenen Stern-Ballons geschmückten und vollbesetzten Kursaal. Als grosser «Hollywoodfan» hatte die junge Württembergerin eine riesige Freude, mit der ehrenvollen Aufgabe als Moderatorin des Abends die für sie «beste Hauptrolle der Welt» ausfüllen zu dürfen. Bravourös führte sie durch ein Showprogramm mit allen denkbaren Hollywood-Grössen. Marylin Monroe, gespielt von Suzie Kennedy, brachte mit ihrem typisch-naiven Charme und hauchender Stimme ein Gefühl der Unsterblichkeit in das 21. Jahrhundert. Für Jazzlegende Mister Louis Armstrong und seine tiefe und gleichzeitig herzerwärmende Stimme samt Trompete hätte man sich wohl keine originalere Akustik vorstellen können, als den schwarz-weiss und mit Federn geschmückten Friedrich-von-Thiersch-Saal. Als sich dann auch noch die weissen Lichter im riesigen Saal drehten und «What a wonderful world» nostalgisch durch den Klangraum schwingte, glaubte keiner, dass dieses Gefühl noch getoppt werden könne. Wenig später flogen die Beine durch die Luft und die Zuschauerinnen und Zuschauer im Ballsaal wurden von den Sitzen gerissen. Mit schwarzen Sonnenbrillen und Hüten stürmten die Blues Brothers die Bühne. «I’m a soulman» und «Everybody needs somebody (to love)» wurden lautstark vom Publikum gefeiert, bis bei «Twist and Shout» jeder Gast seine private kleine Tanzfläche am Platz kurzerhand selbst eröffnete.

Spotlight an!

Ein weiterer Klassiker durfte in der Filmnacht nicht fehlen: Es ertönte «Now I... had... the time of my life. No I never felt like this before…». Hunderte Herzen öffneten sich, als das junge Tanzpaar auf der Bühne aufeinander zulief und «Dirty Dancing» eins zu eins nach Wiesbaden holte. Inklusive Hebefi - gur? Inklusive Hebefi gur! Sogar Patrick Swayzes Sprung von der Bühne und Solotanz in Richtung Publikum waren dabei. Dass zwischen diesem hochwertigen Programm noch ein Drei-Gang-Menü inklusive sechs Spitzenweinen geboten wurde, kann man eine fi lmreife Meisterleistung nennen. Vom fränkischen Silvaner des Weinguts Bickel-Stumpf über einen Riesling GG aus der Apotheke vom Mosel-Weingut Grans-Fassian bis zu der Riesling- Auslese aus dem Jahrgang 2011 des Klosters Eberbach und vielen mehr – alle waren eine schimmernde Begleitung zum Essen, insbesondere natürlich der Versteigerungswein zum «Happy End» des Menüs – ein Dessert aus Lemon Pie, Brownie Würfel, Cheese Cake sowie geeistem Snickers-Würfel.

Klappe, die zweite!

Mit dem letzten Schluck der Auslese öff neten sich zeitgleich die Saaltüren hin zur Flaniermeile. Und damit auch zum grossen Treiben, denn jeder einzelne Saal rund um den Ballsaal in der Mitte besass einen Filmtitel. Man begann also seinen Streifzug durch Hollywood in «80 Tagen um die Welt», lauschte José Rodriguez am Flügel, zog weiter «Im Namen der Rose» und probierte sich dort durch die VDP.Ra ritätenbar mit Rieslingen aus den Jahren der ersten Mondlandung (1969) und des Berliner Mauerfalls (1989). Im Wintergarten gab es neben den Weinen der VDP.Weingüter sogar Weine von unterschiedlichen Hollywood- Stars und Regisseuren aus den USA sowie Kanada zu probieren. Von dort aus ging es weiter in das Carl-von-Ibell-Zimmer, benannt nach «Schokolade zum Frühstück», wo Chocolatier Eberhard Schell mit Grand-Cru-Schokoladen aufwartete, und man stellte im Anschluss seine eigene Sensorik auf die Probe, denn beim folgenden Spiel brachte Glück nur wenig Erfolg. Ganz nach «Ocean’s Eleven»-Art empfing der Präsident der deutschen Sommelier-Union Peer F. Holm alias Croupier seine Spielerinnen und Spieler am grünen Tisch zum Sommelier-Poker. Ist das ein Frühburgunder oder ein Spätburgunder von der Ahr im schwarzen Glas? Gar nicht so einfach, den Wein komplett blind in Jahrgang, Region und Rebsorte einzuordnen. Im Anschluss kam eine kleine Pause mit Digestif und Zigarre auf der Terrasse – passenderweise nach «der Pate» benannt – wie gelegen, bevor es zum Abschluss des Abends in die «Saturday Night Fever»-Disco zum Tanzen geht.

Stimmen zum Film

Weitere prominente Gäste des Abends, die der Präsident Steffen Christmann begrüssen durfte, waren der Präsident des deutschen Weinbauverbandes Klaus Schneider sowie die hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Priska Hinz. Sie überbrachte die Grüsse des verhinderten hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und gratulierte zu der «gigantischen Atmosphäre». Für sie passe das Motto «Hollywood Moments» auf den VDP wie die Faust aufs Auge. «Einfach hammer gut gemacht», meinte auch «Weinwissen ohne Bullshit»-Autor Justin G. Leone: «Solche Boogie-Nights sind einfach fucking amazing.»

An die Kinokassen!

Doch was wäre ein Hollywood-Event ohne Charity? Neben aller Pracht und allem Prunk wurde selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder Geld gesammelt für den guten Zweck. So stellte der VDP.Ehrenpräsident Prinz zu Salm-Salm den neu gegründeten Verein VDP. Adler hilft e. V. vor, der soziale und gemeinnützige Projekte künftig unterstützen soll. Die Gäste öff neten ihre Geldbeutel weit und gerne – immerhin waren eine Reise nach Dubai sowie ein Weinklimaschrank und vieles mehr als mögliche Gewinne ein schöner Nebeneffekt. Darüber hinaus stellten sich die Frauen von «M!ILCH!», ein Projekt zehn junger Winzerinnen aus fünf verschiedenen Anbaugebieten, vor und sammelten den Erlös des Abends für den Verein «Discovering hands e. V.», der sehbehinderte Frauen dazu ausbildet, Brustkrebs zu ertasten. Was Hollywood kann, das können die deutschen Weinanbaugebiete auch – das hat der Ball des Weines mit viel Herz und Liebe zum Detail ein weiteres Mal bewiesen. «Sie sind ein Geschenk Gottes – es gibt niemand Besseren», lobt Prinz zu Salm-Salm die beiden «Feen» der Ball-Regie Vera Jung und Hilke Nagel und freute sich über einen gelungenen Abend.

 

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