Natur, Geschichte, Leben und Mensch sind autochthon

Casale del Giglio

Neben der grossen Selektionsarbeit, die erfolgt, um die für das Mikroklima der Pontinischen Ebene am besten geeigneten italienischen und internationalen Rebsorten zu identifizieren, haben die autochthonen Sorten des Latiums, die in den benachbarten Gebieten wiederentdeckt wurden, seit jeher einen herausragenden Platz.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den autochthonen Rebsorten des Latiums, die in den an das Unternehmen angrenzenden Bereichen wiederentdeckt wurden, wie Biancolella di Ponza, Bellone di Anzio, Cesanese di Olevano Romano und Pecorino di Accumoli.

Der Önologe Paolo Tiefenthaler erklärt dazu: «Die autochthonen Rebsorten Bellone, Biancolella und Cesanese zeigen, dass unsere Vorfahren diese Sorten anpflanzten, weil sie am besten für das Terroir geeignet waren. Sie benötigen nämlich bestimmte Böden und Mikroklimata und das ist die Schönheit der Natur, die Kraft des Lebens. Somit sind es die Natur, die Geschichte, das Leben und der Mensch, die zusammen den wahren Ausdruck eines Ökosystems bilden, autochthon. Vielleicht werden die gepflanzten Rebstöcke in Zukunft für die Authentizität dieses Gebiets stehen.»

Das Projekt Biancolella di Ponza

2010 wurde auf Ponza ein Forschungsprojekt zur Wiederentdeckung und Aufwertung der Rebsorte Biancolella ins Leben gerufen, die im 18. Jahrhundert auf der Insel eingeführt wurde. Der Weinname ist dem 1886 erbauten Leuchtturm Faro della Guardia gewidmet, der sich majestätisch auf der Südseite der Insel erhebt.

Das Projekt Bellone di Anzio

2012 wurde das Bellone-Forschungsprojekt in den Vorbergen von Anzio gestartet, wo die Winzer noch immer den Bellone anbauen. Sie sagen: «Bellone braucht Meeresluft!» Der Name des hergestellten Weins, Anthium, ist daher der Stadt Anzio gewidmet. Die Trauben stammen aus einem alten Weinberg, in dem sich im Laufe der Zeit eine perfekte Symbiose von Rebe, Boden, Klima und Tradition entwickelt hat. Aus diesem Grund hat der Önologe Paolo Tiefenthaler auch einen Reservewein aus Bellone kreiert: Radix, der in Barriquefässern und Amphoren reift.

Das Projekt Pecorino di Accumoli

Im April 2018 wurde in Accumoli – genau dort, wo das Erdbeben 2016 den grössten Schaden angerichtet hat– nach vielen Jahren des Experimentierens mit lokalen Rebsorten das Pecorino-Projekt mit der Anpflanzung von 5000 Rebstöcken auf einer Fläche von etwa einem Hektar in die Tat umgesetzt. Wir befinden uns 855Meter über dem Meeresspiegel, und diese besondere Lage macht den Pecorino in dieser Gegend zur idealen Grundlage für Schaumweine von grosser Finesse.

Das Projekt Cesanese di Olevano Romano

Im Jahr 2011 wurde in Olevano Romano ein Cesanese-Weinberg mit kalkhaltigem Vulkanboden auf einer Höhe von 571 Metern über dem Meeresspiegel entdeckt. Der produzierte Wein hat seinen Namen von Matidia, einer römischen Adeligen, die den Titel «Augusta» trug.

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