Den Ursprung der Weine entdecken

Weintourismus in Pessac-Léognan

Foto: z.V.g.

Der Weintourismus symbolisiert die Verbindung zwischen Urbanem und Ländlichem, denn die Reben sind Teil von Parks und Gärten, und die Anwesen der Cru Classés de Graves sind von ausserordentlicher Gastfreundschaft geprägt: Sie stehen Weinbegeisterten, Weinconnaisseurs und Weinexperten gleichermassen offen.

Hier freut man sich, nicht nur die Weine für ganz besondere Verkostungs- und Genussmomente einzuschenken, sondern auch Weinberge und Keller bei Führungen und Veranstaltungen zu zeigen, Arbeitsweise und Philosophie zu erläutern. Denn seien wir ehrlich: Weine von Château Fieuzal, Couhins-Lurton, Haut-Brion oder La Mission Haut-Brion im Glas zu erleben, das ist an sich schon aussergewöhnlich. Am Ort ihres Ursprungs eröffnet dies jedoch ganz besondere Perspektiven.

Nachhaltig und naturnah ist hier längst Selbstverständlichkeit, die unmittelbare Nähe der önologischen Fakultät der Universität Bordeaux führt in vielen Fällen zu einer engen Zusammenarbeit und zu Forschungsprojekten. Château Smith Haut-Lafitte ist darüber hinaus biozertifiziert und bietet die Gelegenheit, im «Wald der Sinne» ganz in diese Landschaft einzutauchen, Domaine de Chevalier arbeitet nach biodynamischen Grundsätzen, und auf Château Couhins wird seit langem zu neuen Rebsorten und integriertem Anbau geforscht. Die spektakuläre Architektur der neuen Kellergebäude von Château Haut-Bailly bettet sich auf einzigartige Weise in die Landschaft ein; allein dies ist einen Besuch wert – ganz abgesehen von dem luxuriös ausgestatteten Gästehaus gleich nebenan!

Viele der Châteaux sind eng mit der Geschichte einer Familie verwoben, so bietet etwa ein Besuch mit einer kürzlich ganz neu gestalteten Führung bei Château Latour-Martillac die Gelegenheit, die Familie Kressmann besser kennenzulernen und dadurch auch Weine und Terroir noch tiefer zu ergründen. Auf Château Olivier sind es die Bethmanns, die das denkmalgeschützte Anwesen, umgeben vom gleichnamigen Waldstück, seit Jahrhunderten hegen und pflegen; über die Weine hinaus ist das Château indes eine ganz besondere Kulisse für ganz besondere Anlässe.

Auch Foodpairings sind eine sehr vergnügliche Art, den Weinen der Crus Classés de Graves näherzukommen. Auf Château Bouscaut lassen sich Begegnungen mit Käse, Schokolade oder Foie Gras erleben; auf Château Malartic-Lagravière wird beim Atelier du Chef nach Rezepten der Familie Bonnie gekocht und dann gemeinsam gegessen, ausserdem bieten die Chemins de Malartic die Gelegenheit, Gärten und Weinberge zu erkunden, untermalt von Picknick und Wein.

Die Weine der Crus Classés de Graves sind jeder für sich kleine Kunstwerke, und auf vielen Châteaux sind sie auch von Kunst umgeben. Auf Château Carbonnieux lädt man jedes Jahr Künstler zu Gast, deren Werke in den Gebäuden und Gärten ausgestellt werden. In das jahrhundertealte Anwesen von Château Pape Clément wiederum lässt sich bei einem Waldbad nach japanischem Vorbild mit allen Sinnen eintauchen; es gibt einzigartige Veranstaltungen mit renommierten Künstlern aus aller Welt zu erleben, so etwa Konzerte mit historischen Instrumenten, und in Bordeaux selbst gilt es im Château Labottière die Gegenwartskunst aus der Sammlung von Pape-Clément-Hausherr Bernard Margrez zu entdecken. Um dann, nach erfüllten Tagen voller sinnlicher und önologischer Erlebnisse, ein Glas Crus Classés de Graves noch mehr zu geniessen.

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