Vorreiter der französischen Naturweinszene Marcel Lapierre gestorben

13.10.2010 - arthur.wirtzfeld

FRANKREICH (Villié Morgon) - Nach Pascal Leclerc (wir berichteten) muss sich Weinliebhaber und Winzerkollegen nun auch von Marcel Lapierre verabschieden. Lapierre, angesehener Bürger von Morgon, Beaujolais Winzer und ein Pionier der französischen Naturweinszene ist nach langer Krankheit verstorben. 1973 übernahm er den Familienbesitz Domaine Des Chênes in Villié Morgon. Als er dann 1981 den französischen Vater der natürlichen Weinbereitung und bekannten Forscher an der Universty of California, Jules Chauvet traf, begann er unter dessen Einfluss biodynamische Techniken in seinem Betrieb einzuführen. Fortan keltere er ohne zusätzliche Hefen, verzichtete auf Unkrautvernichtungsmittel und Kunstdünger.

 

Lapierre kelterte kraftvolle und fruchtig-stoffige Weine mit samtig-seidigen Tanninen, die lange lagerfähig sind. Alle seine Weine wurden unfiltriert und ohne Schwefel ausgebaut. Mit dieser Art der Weinbereitung und seiner unbeirrbaren Konsequenz hatte sich Lapierre einen hervorragenden Ruf geschaffen. Zusammen mit seiner Frau Marie bewirtschafteten beide in gleicher Weise auch ihr Zweitgut Château Cambon in St. Jean d'Ardières.

Auf Facebook und Twitter kondolieren seine unzähligen Fans und sind traurig über seinen Tod. „Er war eine riesige Kraft im Beaujolais und in der Verteidigung des echten Weins“ ist dort zu lesen oder auch: „Er war die Quelle der französischen Weinrevolution in Richtung des biodynamischen Weinbaus - wir verlieren Marcel, aber nicht seine Seele im Wein.“

Sein Sohn Mathieu, unterstützt von Marcel Lapierrs Frau Marie, wird sich um die Domain Des Chênes und deren 7 ha Rebanlagen kümmern. „Ich bin stolz auf die Erfolge meiner Familie und werde weiterhin die Arbeit im Weinberg und im Keller im Sinne meines Vaters fortführen“, sagte Mathieu Lapierre gegenüber der Presse.

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