Olivenöljahr 2011: Schlechte Ernte, gute Produzenten

05.04.2012 - A.MÄRZ

ITALIEN (Lamporecchio) - Olivenöl-Freunde können sich freuen: Zwar fiel die Ernte 2011 in Italien deutlich geringer aus als in den Vorjahren, doch die Anzahl der Spitzenolivenöle nimmt stetig zu. Besonders im Süden gibt es einen deutlichen Qualitätssprung. Dies ist das Fazit von Merum, der Zeitschrift für Wein und Olivenöl aus Italien, nach der Verkostung von 430 Mustern.

 

Publiziert sind die Resultate im aktuellen Taschenführer "Italiens beste Olivenöle". Die jährlich erscheinende Publikation behandelt übersichtlich und verständlich die aktuellsten Olivenöl-Themen und beinhaltet eine strenge Selektion der besten Extra Vergine Italiens. Aus 430 eingesandten Mustern aus insgesamt 18 Regionen ermittelten die Merum-Verkoster in mehrwöchiger Arbeit 167 gute und 263 deutlich fehlerhafte 2011er-Öle.

Merum hat wie in den vergangenen Jahren Ölproduzenten aus ganz Italien zur Musteranstellung eingeladen. Die eifrigsten Einsender sind mit knapp 160 Ölen wiederum die Toskaner. Dort herrscht derzeit die fortschrittlichste Qualitätskultur Italiens. Immer mehr toskanische Olivenproduzenten bringen ihre Ernte in qualitätsbewahrende Ölmühlen oder schaffen sich selbst eine an. Den Ölen ist dies deutlich anzumerken.

Auch Sizilien vermag jedes Jahr eine Reihe hervorragender Öle vorzuweisen. Ebenso ist die Szene in Umbrien und Latium in vielversprechender Bewegung. Sehr erfreulich ist es, dass endlich auch aus Apulien begeisternde Öle kommen! Eine kleine Zahl von Ölmühlen sorgt seit Kurzem dafür, dass aus guten apulischen Oliven Topöle gepresst werden. Immerhin bringt Apulien zusammen mit Kalabrien rund zwei Drittel des italienischen Olivenöls hervor. Umso trauriger, dass die Ölproduzenten Kalabriens nicht aus ihrer Lethargie herauskommen: Sämtliche eingesandten Öle mussten wegen deutlicher Fehlaromen eliminiert werden.

Immer interessanter wird es für den Olivenöl-Freund dafür rund um den Gardasee, vor allem am lombardischen Ufer und im Norden, in der Provinz Trento. Wenig regt sich leider auf der Bardolino-Seite des Sees. Das Veneto bildet mit Abstand das Schlusslicht unter den norditalienischen Ölregionen.

Die detaillierten Ergebnisse der Verkostung finden sich im aktuellen Merum-Taschenführer "Italiens beste Olivenöle". Das Werk liefert eine zuverlässige Antwort auf die Frage der zu Recht verunsicherten Verbraucher: "Wo erhalte ich gutes Olivenöl?". 

 

Des Weiteren behandelt der Taschenführer Olivenöl die Kapitel:

  • Weshalb stinkt Olivenöl meist?
  • Wie der Kenner gutes Öl erkennt.
  • Unzuverlässiger Paneltest.
  • Extra Vergine abschaffen!
  • Wie Qualität entsteht.
  • "Italienisches" Olivenöl.
  • Wer am Öl spart, spart am Bauern.
  • Die Sache mit den Polyphenolen.

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