Amarone Ambition De Buris 

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 30. November 2018

ITALIEN (Pedemonte) – Er ist eine italienische Ikone, einer der edelsten Weine mit besonderer Tradition und Produktionsmethoden. Um sich die erlauchtesten Vertreter seiner Art zu leisten, muss man schon tief in die Tasche greifen. Flaschenpreise von über 250 Euro erzielen aber nur wenige Weine einer Clique von Erzeugern, die selten neue Mitglieder in ihre Mitte lassen. Jetzt ist ein neuer Kandidat zum Edelclub dazugestossen – Tommasi stellte den ersten Jahrgang seines neuen Flaggschiffs und gleichzeitig seine Geburtsstätte, ein Edelweingut, vor. Wir sprechen über den 2008 De Buris Amarone della Valpolicella Classico Riserva und über die Villa De Buris.

De Buris Amarone della Valpolicella Classico Riserva

«Unser De Buris, benannt nach seiner Geburtsstätte der Villa De Buris aus dem 15. Jahrhundert, ist kein neuer High-End-Amarone von Tommasi. Es ist ein völlig neues Projekt», sagte der 43-jährige Firmenpräsident Pierangelo Tommasi bei der Präsentation im Rahmen der Abendveranstaltung, zu der 250 handverlesene Gäste in die reich verzierte Villa de Buris eingeladen waren. «Es ist ein Projekt der vierten Generation, die keinen Amarone machen will, um ihn in die Phalanx anderer Amarone zu platzieren, sondern der De Buris soll das Flaggschiff von Tommasi werden, er soll die Ikone unseres Wirkens und unserer Familie sein», bringt Pierangelo Tommas das Projekt auf den Punkt.

Edellage La Groletta

Alles führt zurück auf das Jahr 2000. Damals erwarb Tommasi in der Gemeinde Sant'Ambrogio di Valpolicella die Villa De Buris und gleichzeitig 25 Hektar des Südwestteils des Weinbergs La Groletta, der durch die Weine La Grola und La Poja von Allegrini berühmt wurde. «Wir erkannten bald, dass die Höhenlage von rund 1.000 Metern uns Vorteile bringen würde», erläutert Pierangelo Tommasi. «Nach jahrelangen Versuchen und Neupflanzungen im Bereich der unteren Terrassen mit den lokalen Sorten Corvina, Corvinone, Rondinella und Oseleta entschied sich zur Jahrtausendwende unser Weinmacher Giancarlo Tommasi, die ältesten Reben auf den oberen Terrassen für unseren Amarone De Buris auszuwählen.»

Giancarlo und sein Luxuswein

Das Ergebnis gab es jetzt zu verkosten. Der De Buris ist zwar unschwer als kräftiger, leicht süsslicher Amarone zu erkennen, aber er verfügt über eine herausragende Eleganz. Wie alle Amarone durchläuft er den bekannten Prozess aus teilweise getrockneten Trauben, die in diesem Fall auf Bambusmatten für mehr als 110 Tage auf einem gut durchlüfteten Dachboden getrocknet werden. «Mit den Trauben aus den oberen Lagen des La Groletta, erreichen wir mehr Komplexität und eine ausgeprägtere Aromenvielfalt, ohne die Schwere eines hohen Alkoholgehaltes zu spüren», sagt Giancarlo Tommasi. «Mein Ziel war es, einen Luxuswein ins Leben zu rufen, der Trinkfluss hat und der, auch wenn er einen hohen Preis hat, am Ende der Mahlzeit ausgetrunken sein sollte.»

Der Amarone De Buris wird in klassischen Holzfässern vergoren und reift dann für mehr als fünf Jahre in grossen slawonischen Eichenfässern, um anschliessend mindestens drei weitere Jahre in der Flasche seine feinen Aromen aufblühen zu lassen. Sein Alkoholgehalt beträgt zwar 15,5 Vol.-%, man merkt es ihm aber nicht an. Vom Jahrgang 2008 wurden rund 7.200 Flaschen und 300 Magnum produziert. Mit Ausnahme des Jahres 2014, wo Tommasi überhaupt keinen Amarone produzierte, sind über die Jahre etwa gleiche Mengen produziert worden.

Tommasi Family Estates

Das Weingut Tomasi führt seine Wurzeln zurück auf die Gründung im Jahr 1902, damals in Pedemonte del Valpolicella. Bekannt ist das Gut für seine Amarone, aber auch für seine Valpolicella Classico, Ripasso und Ricoto sowie für Weissweine aus der Soave, einem Weinbaugebiet in der Provinz Verona. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte die dritte Generation bis in die 1990er Jahre das Weingut allein in Pedemonte auf über 100 Hektar Rebfläche. Die heutige vierte Generation gründete die «Tommasi Family Estates» und expandierte merklich bis auf insgesamt 1.400 Hektar Rebflächen. Diese verteilen sich auf die in den letzten 20 Jahren dazu erworbenen weiteren fünf Weingüter, gelegen in den Regionen Apulien, Basilikata, Lombardei sowie in der Toskana (Maremma und Montalcino).

«Die Familien meiner acht Cousins, meine eigene und damit auch die fünfte Generation wohnen rund um Pedemonte», erzählt Pierangelo Tommasi am Rande der Präsenation. «Für uns ist der De Buris ein wirkliches Familienprojekt. Die Villa De Buris wird nicht nur der Hort unseres Flaggschiffs sein und als Reifekeller für unseren Icon-Amarone fungieren, sondern wir wollen hier zukünftig ein Boutique-Luxushotel und Bistro errichten und betreiben. Damit und mit all unseren verstreut in Italien liegenden Weingütern, einigen Restaurants und weiteren Plänen gibt es für die kommenden fünfte Generation viel zu tun.»

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