Curtain Raiser

98 Punkte: Wild Witch und Rocamora

  • Mark Pearce
    Mark Pearce macht unverfälschte Weine, die ihre Herkunft bezeugen. (Foto: Kellermeister Wines)
  • Wild Witch
    Wild Witch – Sieger bei der London Wine Competition. (Foto: Kellermeister Wines)

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 21. Mai 2019


UK (London) – Geboren in Südaustralien und interessiert an den Weinen Europas, begründete sich die tiefere Liebesbeziehung von Mark Pearce zum Wein erst, als er Anfang der Jahrtausendwende nach London kam, dort einige Jahre lebte und seine Freizeit damit verbrachte, Europas historische Weinregionen zu besuchen. Seit er 2009 zurück nach Australien siedelte, nahm er eine Anstellung bei der Boutique-Winery Kellermeister Wines an, einem im Barossa Valley bekannten Weinproduzenten, benannt nach dem Mädchennamen Kellermeister der deutschen Mutter des Gründers Ralph Jones. Als Pearce das Gut Anfang dieser Dekade übernahm, umgab er sich mit einem jungen Team, mit dem er zusammen weiterhin im Jones-Stil Weine produzieren wollte, die die Reinheit ihrer Herkunft aus dem Barossa Valley und den dahinter stehenden Geschichten zum Ausdruck bringen sollten.

„Anfangs hatten wir eine schwierige Zeit", berichtet Pearce. „Wir waren neben der Weinbergs- und Kellerarbeit auch vornehmlich damit beschäftigt, das Überleben des Gutes und seiner Marken zu sichern. Die Qualität unserer Weine war gut, viele Auszeichnungen belegen das, aber mein Bestreben war und ist die Authentizität des Barossa Valley in die Flasche zu bringen, unverfälschte Weine, die ihre Herkunft bezeugen können."

Wild Witch als bester Shiraz ausgezeichnet

Die Erfolge, die Kellermeister Wines bei Antritt von Pearce schon hatte, konnte er fortführen. Jüngst belegt die Auszeichnung der London Wine Competition für einen Roten aus dem Barossa als weltbester Shiraz – der 2015 Wild Witch Shiraz – produziert von Pearce und seinem Team, dass er auf einem guten Weg ist. Der Kellermeister Wild Witch Shiraz wurde bei dieser Wine Challenge mit 98 Punkten bewertet. Die Jury des Wettbewerbs rekrutierte sich aus elf Master of Wine, einem Master Sommelier, erfahrenden Einkäufern großer Handelsunternehmen und Sommeliers aus der Londoner Fine Dining Szene. Bewertet wurden die Weine bei diesem Wettbewerb über deren Qualität hinaus: 50 Prozent Qualität, 25 Prozent Verpackungsdesign und 25 Prozent Preis-Leistung.

„Eine so starke Präsenz auf internationaler Bühne ist großartig für unser Land, unsere schöne Barossa Region und natürlich auch für Kellermeister Wines. Mein Team ist begeistert ob dieser Auszeichnung, ich bin überglücklich“, freut sich Pearce. Dabei ist die Auszeichung der London Wine Competition nur die aktuelle Spitze von Preisen für Kellermeister Wines. In den letzten Jahren erzielten die Weine dieser kleinen Kellerei bereits zwei Goldmedaillen beim französischen Syrah de Monde, wo Kellermeister Wines auch zum besten Shiraz-Produzenten Australiens gekürt wurde.

Ralph und Mark – die Curtain Raiser

„Mit dem Gründer Ralph Jones fühle ich mich seelenverwandt", erläutert Pearce. „Wie auch Ralph ist es mein Bestreben, den 'Curtain Raiser' (Vorhangheber) zu spielen – handgemachten Wein mit echtem Charakter in kleinen Serien zu produzieren. Hier im Barossa Valley auf den Hügeln rund um das verschlafene Städtchen Lyndoch, pflegen wir unsere Reben auf jahrhundertalten Shiraz-Weinbergen, vinifizieren in aus Lehmziegeln gebauten Kellern, sodass unsere Weine den Boden, das Klima und die Geschichte des Barossa während ihres ganzen Produktionsprozesses praktisch atmen."

Rocamora Grenache – Hommage an französische Freunde und Winzer

Auch James Halliday, Australiens bekannter Weinkritiker, zählt Kellermeister Wines zu den besten Weinmanufakturen Australiens. So wurde Kellermeisters neuer 2015er Rocamora Grenache, der erst in 2018 auf den Markt kam, bei dem von Halliday verantworteten Wine Companien Award in Melbourne letztes Jahr mit 98 von 100 Punkte prämiert und von der Jury besonders für seine hervorragende Qualität gelobt. „Kellermeister ist eine nahezu perfekte Weinbereitung gelungen. Der Rocamora ist geschmeidig, frisch, alle erwarteten Pflaumen- und Kirscharomen sind präsent, umgeben von superfeinen Tanninen, besser geht es kaum", kommentierte Halliday die Bewertung für den Rocamora Grenache.

Der 2015er Rocamora Grenache wurde aus Trauben von 160 Jahre alten Reben, kultiviert in der Lage Stonegarden im Eden Valley des südlichen Barossa, vinifiziert. „Ich habe den Grenache nach meinem lieben Freund und Koch David Rocamora benannt, den meine Familie und ich während unseres Aufenthalts in Frankreich kennengelernt haben“, erzählt Pearce. „David betreibt in der historischen Stadt Châteauneuf du Pape ein Restaurant. Diese Region gilt als Heimat des Grenache. David hat mich mit den dortigen Winzern bekannt gemacht, die mir wiederum viele Tipps gegeben und Kniffs verraten haben. Der Name ist also eine Hommage an eine Freundschaft sowie gleichzeitig an die  Winzer und die Heimat des Grenache."

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