Adelaide Hills

Bird in Hand strebt zur Oberliga

  • Bird in Hand
    Ehrgeizige Ziele im Rahmen von Weinkultur und Kunst will Bird in Hand umsetzen. (Foto: Bird in Hand)
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    Ehrgeizige Ziele im Rahmen von Weinkultur und Kunst will Bird in Hand umsetzen. (Foto: Bird in Hand)

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 13. Juli 2019


AUSTRALIEN (Adelaide) – Kellerneubauten, Kellereierweiterungen, neue Hofgestaltung, neue Vinothek, ja ganze Ensembles an, teils natürlich, organisch, teils avantgardistisch gestalten Gebäuden sind weltweit bei Weingütern, die das nötige Kleingeld haben, en vogue. Die Big Player unter den weltweiten Top-Gütern inszenieren ihre Wine Base zudem gerne als Kultur- und Kunstoase, auch um Touristen anzulocken. Dieser Trend, von Argentinien bis China feststellbar, füllt die Kassen von Architekten und Planern. Die Kunden stehen staunend vor den futuristischen Tempeln, im Bauch ein mulmiges Gefühl, denn in solchen Betonburgen sind Emotionen und Traditionen, wie bei klassischen Weingütern mit klischeehafter Patina, kaum vorstellbar. Doch gerade auf die Gefühle stimmen sich Neugestaltung, innen wie aussen, ab, sollen den Besucher in Staunen versetzen, ihn mitnehmen in die Tradition des Weinbaus und Weinherstellung, Kultur und Kunst – auf subtile moderne Art.

20-Millionen-Investment

Jüngst hat die australische Bird in Hand Winery Pty Ltd, benannt nach einer ehemaligen Goldmine auf dem Gelände, ihr Vorhaben für eine fast 20 Millionen Euro teure Modernisierung zur Genehmigung auf dem Woodside genannten Grundstück bei den Behörden eingereicht. Die Pläne umfassen neue auf Wein- und kulinarische Erlebnisse abgestimmte Gebäude, eine vergrößerte Vinothek, neue Verkostungs- und Kellerräume sowie ein der umgebenden Natur angepasster Landschaftspark. Sollte die Umgestaltung des auf den Resten des seit Mitte des 19. Jahrhunderts betriebenen Landwirtschaftsbetriebs genehmigt werden, dann ist der Baubeginn für Anfang 2020 geplant.

Ehrgeizige Ziele

„Wir wollen aufsteigen in die Liga der weltweit führenden Kellereien und dabei auch ein erstklassiges Reiseziel bieten, das Weinliebhaber nicht nur aus Australien, sondern aus der ganzen Welt anziehen soll. Wichtig ist uns auch, die Weine Südaustraliens bestmöglich zu präsentieren, dabei Kunst und Kultur zu vereinen“, sagt Eigentümer Andrew Nugent. „Gerade die künstlerische und kulturelle Elite Australiens wollen wir präsentieren und mit dem Wein in eine spannende Symbiose bringen, um damit unsere Region auf der Weltkarte für Wein und Tourismus zu etablieren. Das bedeutet auch, dass wir der wachsenden Nachfrage unserer Weine gerecht werden müssen. Darauf sind wir schon vorbereitet.“

Obwohl bisher im Schatten des Barossa Vale im Norden und des McLaren Vale im Süden stehend, haben sich die Adelaide Hills in den letzten Jahren zu einer der führenden Weinregionen Australiens entwickelt und beherbergen mittlerweile mehr als 100 Winzer. Nugent erwartet, dass durch den Umbau bis zu 50 nachhaltige, langfristige Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung geschaffen werden können und täglich bis zu 400 weitere Besucher betreut werden können – zusätzlich zu den bis dato mehr als 20.000 Besuchern, die derzeit jährlich Bird in Hand besuchen.

„Unser ehrgeiziges Projekt ist auch ein Dank für die Unterstützung, die wir in all den Jahren von der Bevölkerung rund um die Adelaide Hills erfahren durften“, erläutert Nugent. „Die Adelaide Hills sind ein wichtiger Teil der Besucherwirtschaft Südaustraliens im Wert von sieben Milliarden Dollar und wir teilen die Vision der Staatsregierung zu wachsen. Wir fühlen uns privilegiert, zusammen mit unseren Mitarbeitern aus der Region, die Elite der handwerklich produzierten Weine Südaustraliens fördern zu dürfen. Bird in Hand soll ein Zentrum für alle werden, die rund um die Adelaide Hills arbeiten und leben.“

Historie

Dr. Michael Nugent, Träger des OAM-Ordens (1975 von Elisabeth II. installiert, um australische Bürger zu ehren) und seine Frau Joy, Gründerin von Nurse Link, einer Organisation von Kranken- und Sanitätsdiensten und Dienstleistende dieser Branche, gründeten „Bird in Hand“ in 1997. Sohn Andrew hatte Weinbau studiert und war von Beginn an im Weingut engagiert. Auf rund 40 Hektar, bis dahin rein landwirtschaftlich genutzter Böden, wurden Reben angelegt. Der erste Jahrgang kam dann 2001 auf den Markt. In 2007 wurde der bis dahin mehr schlecht als recht umfunktionierte Landwirtschaftshof in ein modernes Weingut umgewandelt. Zuvor stiess in 2004 Kym Milne, weltweit anerkannter Weinmacher und Önologe, als Chief Winemaker zum Team, der 1991 bisher als zweiter Australier den Titel „Master of Wine“ (MW) erreichte.

In den Weinlagen, auf einer durchschnittlichen Höhe von 350 Metern, sind Reben der Sorten Pinot Noir, Shiraz, Sauvignon Blanc und Chardonnay kultiviert. Außerdem bezieht Bird in Hand, das auch von Prinz William und seiner Frau Kate besucht wurde, Trauben von Winzern, die Rebflächen rund um die Adelaide Hills unterhalten. Die Jahresproduktion über alle Sorten beträgt circa 900.000 Flaschen. Zum Portfolio gehören vier Weinsortimente: Tribute Series (Pinnacle), Nest Egg (Super-Premium), Bird in Hand (Premium) und Two in the Bush (Einstiegsklasse). (Nest Egg und Two in the Bush sind auch nach Goldminen aus dem 19. Jahrhundert benannt).

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