BA, TBA, Eiswein

Krönung eines Weinjahrgangs

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 3. Dezember 2020


DEUTSCHLAND (Bodenheim) – Die Winzer freuen sich über die frostigen Nächte in Deutschland: Einige von ihnen starteten am 30. November besonders früh in die Eisweinsaison. In der klaren Vollmondnacht konnte in Weinbauregionen wie der Pfalz, in Rheinhessen und in Franken an den ersten Hängen die Eisweinlese beginnen, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) in Bodenheim bei Mainz mitteilte. Demnach wurden überwiegend gefrorene Riesling-Trauben gelesen.

Eine frühe Weinlese sei „sehr förderlich für die Weinqualität“ und die gesunden Trauben böten „beste Voraussetzungen“ für einen qualitativ hochwertigen Jahrgang, zeigte sich das DWI erfreut. „Bei den frostigen Temperaturen gefriert das Wasser in den Beeren und verbleibt in der Weinpresse, die Inhaltsstoffe sind daher hoch konzentriert“ – das macht den besonderen Geschmack des Eisweins aus.

Anfang dieser Woche konnte noch nicht flächendeckend geerntet werden, wie das DWI betonte. In den vergangenen Jahren mussten die Winzer sogar oft bis Januar oder Februar des Folgejahres auf die benötigte Temperatur für ihre „Krönung eines Weinjahrgangs“ warten.

Der aus der Kälte kommt

Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen sind alternative Nektare für die „Süßen“ unter den Weinliebhabern, wenn die Natur für den Eiswein nicht die Bedingungen bietet, die er benötigt. Es müssen mindestens -7°C herrschen, das Mostgewicht muss dem einer Beerenauslese entsprechen und  geerntet wird meist noch bei Dunkelheit. Die gefrorenen Trauben sind so rasch wie möglich zum Keller zu transportieren, wo sie ohne Abbeeren gepresst werden.

Die Mengen, die in Deutschland produziert werden, wenn überhaupt in Zeiten von Klimawandel und Co., sind winzig. Auch das finanzielle Risiko des Winzers spielt eine Rolle, wenn er reife, gesunde Trauben am Stock hängen lässt und auf Frostnächte wartet. Dass die Natur heuer so früh damit aufwartete, sehen manche Winzer mit „zwinkerndem Auge“ als Ausgleich für die durch Corona bedingten schwierigen Zeiten.

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