Badens Weinwerbung wächst weiter

15.01.2014 - R.KNOLL

DEUTSCHLAND (Freibug) - Guter Auftakt für die badische Weinwerbung im Jahr 2014. Nicht nur, dass die Werbemotive durch eine andere, gewissermaßen „sonnige“ Farbe aufgefrischt wurden und dadurch deutlich mehr Pep als früher haben. Weinwerbe-Chefin Sonja Höferlin konnte zudem fünf neue Mitglieder begrüßen und jubelte: „Es zeigt sich, dass die Notwendigkeit der gemeinsamen Werbung erkannt wird und die bisherige Arbeit auch Zustimmung bei den Winzern findet.“

 

Ein Name fällt unter den Neumitglieder besonders auf: Armin Göring aus Bischoffingen ist vielen noch bekannt als Chef des Deutschen Weininstituts in Mainz. Dortselbst trennte man sich von ihm im Jahr 2006. Daraufhin übernahm er die Familienweinberge am Kaiserstuhl und baut sehr ordentlichen Grauburgunder, Weißburgunder, Spätburgunder und Rivaner aus, außerdem hat er sich als Brenner einen gewissen Namen gemacht. Schützenhilfe gibt ihm im Keller seine Frau Uli Lenhardt, bekannt als Vorsitzende der Weinfrauen-Vereinigung Vinissima. Sein seit 2006 wohl etwas angespanntes Verhältnis zu Weinwerbungen aller Art war wohl ein Grund, warum er sich jetzt erst entschloss, der badischen Organisation beizutreten.

Kaum mehr Fläche als Göring bringt das Öko-Weingut Richard Schmidt aus Eichstettenmit mit seinen sechs Hektar in die Mitgliedschaft ein. Schmidt ist seit 1993 Mitglied bei Ecovin und baut neben Müller-Thurgau, Riesling und der Burgunderfamilie auch Auxerrois und Regent an. „Durchgängig überzeugende Kollektion“ urteilte der aktuelle Gault Millau über den Ein-Trauben-Betrieb.

Mit einer anderen Kaiserstühler Größenordnung kann die Winzergenossenschaft Bötzingen aufwarten. Die Kooperative bewirtschaftet mit 500 Mitgliedern 320 Hektar und kann darauf verweisen, dass Bötzingen der älteste Weinort Badens ist. Später schätzte Johann Wolfgang von Goethe die Bötzinger Gewächse. Auffällig wurde die Genossenschaft vor rund 20 Jahren, als man damals beschloss, konsequent auf die Angabe von Lagen zu verzichten.

Ebenfalls Kaiserstühler Neulinge in der Weinwerbung sind zwei Betriebe, die einen Betriebsleiter haben und – obwohl Genosse und Privat – intensiv zusammenarbeiten. Die Rede ist von der Winzergenossenschaft (jetzt Weinhaus) Wasenweiler und dem Ihringer Weingut Karl Karle. Beide werden geführt von Thomas Wihler, der zuvor Chef in Wasenweiler war. Beide Betriebe agieren eigenständig, ausgebaut wird separat, aber gefüllt in Wasenweiler, wo die Füllkapazität seit Jahren überdimensioniert ist, weil man mal auf 100 Hektar Fläche ausgerichtet war. Jetzt sind es nur mehr 50 Hektar, wie in Ihringen.

Mit den Neumitgliedern hat die badische Weinwerbung jetzt 154 Winzergenossenschaften, Weingüter und Weinkellereien unter ihren Fittichen. Der Zuwachs zuletzt war nicht gering. Dabei sah es noch vor wenigen Jahren fast nach einem Exitus der Gemeinschaftswerbung aus. Sonja Höferlin gelang es mit viel Überzeugungskraft, den Hebel umzulegen und holte einige Abtrünnige wieder ins Boot. Jetzt hofft sie nach dem Kaiserstühler Zuwachs auf baldige gute Nachrichten aus anderen Bereichen. 

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