Bilanz der OIV zur internationalen Lage im Weinbau

31.10.2016 - arthur.wirtzfeld

BRASLILIEN (Bento Goncalves) – Anlässlich des 39. Weltkongresses für Rebe und Wein legte OIV-Generaldirektor Jean-Marie Aurand eine umfassende Bilanz zum Weinbausektor vor. Er stellte ebenfalls erste Elemente des diesjährigen Themenberichts vor, der dem Markt für Tafeltrauben und getrockneten Weintrauben gewidmet ist und am Jahresende veröffentlicht wird. Der Bericht befasst sich mit dem Produktionspotential im Weinbau, der Rebfläche, der Weinerzeugung, dem Weinkonsum und den Einfuhr- und Ausfuhrmengen von Wein.

 

Die Eckdaten vorab:

  • 2015 beträgt die weltweite Rebfläche 7,5 Millionen Hektar.
  • Die Traubenerzeugung beläuft sich 2015 weltweit auf 76 Millionen Tonnen.
  • Die weltweite Weinerzeugung 2016 (außer Saft und Most) wird auf 259 Millionen Hektoliter geschätzt.
  • Der weltweite Weinkonsum 2015 wird auf 240 Millionen Hektoliter geschätzt.

REBFLÄCHE

Die weltweite Rebfläche (unbeschadet der Endbestimmung der Trauben und einschließlich der noch nicht im Ertrag stehenden Reben) beläuft sich 2015 auf 7,5 Millionen Hektar: Dies entspricht einem leichten Rückgang von 28.000 Hektar gegenüber 2014.

Das Wachstum der chinesischen Rebfläche hält an ( plus 34 000 ha). China besitzt die zweitgrößte Rebfläche weltweit. Die Rebfläche der Gemeinschaft ist hingegen weiterhin leicht rückgängig (minus 34 000 ha zwischen 2014 und 2015). Spanien bleibt mit einer bestockten Rebfläche von über einer Million Hektar (1,021 Mha) weiterhin an der Spitze, gefolgt von China (0,83 Mha) und Frankreich (0,78 Mha).

TRAUBEN

Die weltweite Traubenerzeugung (Trauben für alle Verwendungszwecke) beläuft sich 2015 auf 76 Millionen Tonnen. Die Tendenz der Traubenerzeugung ist seit 2000 trotz der Abnahme der Rebfläche steigend (plus 17 Prozent). Dies ist hauptsächlich auf eine Steigerung der Erträge und die stetige Verbesserung der Weinbautechniken zurückzuführen.

China ist 2015 mit 12,6 Millionen Tonnen das führende Erzeugerland (17 Prozent der weltweiten Traubenproduktion), gefolgt von Italien (8,2 Mt), den Vereinigten Staaten (7,0 Mt) und Frankreich (6,3 Mt).

WEINERZEUGUNG

Die Weinproduktion 2016 (außer Saft und Most) wird weltweit auf 259 Mhl geschätzt. Es ist eine der niedrigsten Produktionen seit 20 Jahren. Das Jahr 2016 war durch schwierige klimatische Bedingungen geprägt, die die Produktion in verschiedenen Ländern beeinträchtigten.

Italien (48,8 Mhl) ist weiterhin das weltweit führende Erzeugerland, gefolgt von Frankreich (41,9 Mhl) und Spanien (37,8 Mhl). Die Vereinigten Staaten erzielen mit 22,5 Mhl erneut ein hohes Produktionsniveau. In Südamerika erleiden Argentinien (8,8 Mhl), Chile (10,1 Mhl) und Brasilien (1,4 Mhl) starke Produktionseinbußen, was auf ungünstige klimatische Bedingungen zurückzuführen ist.

INTERNATIONALER HANDEL MIT WEIN

Das Volumen des Welthandels mit Wein stieg 2015 um 1,9 Prozent (104,3 Mhl) und der Wert des Welthandels sogar um 10,6 Prozent (28,3 Milliarden Euro) gegenüber 2014. Die Internationalisierung des Marktes schreitet weiter voran: Im Jahr 2000 waren 27 Prozent der konsumierten Weine eingeführte Weine, heute beträgt dieser Anteil 43 Prozent.

FOKUS DER OIV AUF TAFELTRAUBEN UND GETROCKNETE WEINTRAUBEN

OIV-Generaldirektor Jean-Marie Aurand gab einen Überblick über die ersten Elemente des Themenberichts zu Tafeltrauben und getrocknete Weintrauben, der am Ende des Jahres veröffentlicht wird. In dem in Zusammenarbeit mit der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) erstellten Bericht wird der Weltmarkt für Trauben analysiert, die für den unmittelbaren menschlichen Verzehr bestimmt sind (Tafeltrauben und getrocknete Weintrauben).

Mit rund 75 Millionen Tonnen pro Jahr gehören Trauben zu den weltweit am meisten produzierten Früchten. Nahezu die Hälfte der Traubenproduktion wird zu Wein verarbeitet, 36 Prozent werden frisch verzehrt, 8 Prozent in Form von getrockneten Trauben und der Rest dient der Herstellung von Saft und Most.

Verwendete Abkürzungen:
Mha: Millionen Hektar 
Mt: Millionen Tonnen 
Mhl: Millionen Hektolite