Ertragsschätzung

Kein neues Rekordjahr für Deutsche Winzer

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 15. Oktober 2019


DEUTSCHLAND (Mainz) – Um 13 Prozent geringer gegenüber dem Rekordjahr 2018 wird die Weinernte in Deutschland ausfallen, wie das Bundesamt jetzt unter Berufung auf erste Schätzungen mitteilte. Dagegen wird den Angaben zufolge die Erntemenge 2019 um 0,12 Hektoliter beziehungsweise 1,4 Prozent höher liegen gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018. In der Summe kann die deutsche Weinwirtschaft in diesem Jahr mit 9,04 Hektoliter Wein rechnen. Im mengenmäßig starken Jahrgang 2018, als der trockene und heiße Sommer den Winzern die höchste Erntemenge seit 1999 bescherte, waren es 10,4 Millionen Hektoliter.

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilte, geht der Rückgang bei den Erträgen insbesondere auf das zweite trockene Jahr in Folge, aber auch Sonnenbrandschäden an den Trauben sowie regional begrenzte Hagelschläge zurück. Allerdings gebe es in diesem Jahr sowohl zwischen den Anbaugebieten als auch innerhalb der einzelnen Regionen und sogar innerhalb einzelner Weinlagen relativ große Unterschiede. Laut einer ersten Ertragsschätzung des DWI wird die Weinmosternte 2019 mit voraussichtlich 8,6 Millionen Hektolitern 17 Prozent unter der Vorjahresmenge und zwei Prozent unter dem zehnjährigen Mittel von 8,8 Millionen Hektolitern liegen. 

Erntemengen einzelner Regionen

Ergänzend meldet das Statistischen Bundesamt eine Aufteilung der Erntemenge in 65 Prozent Weißmost und 35 Prozent Rotmost. Insbesondere in den Anbaugebieten Mosel (90 Prozent), Rheingau (86 Prozent) und Mittelrhein (85 Prozent) wird fast ausschließlich Weißmost erzeugt. Die Erntemenge von Riesling, der beliebtesten deutschen Rebsorte, dürfte im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 333.000 Hektoliter oder 15 Prozent auf 1,94 Millionen Hektoliter abnehmen.

Auch für die übrigen weißen Rebsorten Müller-Thurgau (1,20 Millionen Hektoliter, minus 20 Prozent), Grauer Burgunder (536.600 Hektoliter, minus 20 Prozent) und Weißer Burgunder (477.600 Hektoliter, minus 14 Prozent) werden Rückgänge erwartet. Dagegen wird für die Rebsorte Grüner Silvaner mit steigenden Erträgen gerechnet (423.800 Hektoliter, plus drei Prozent).

Bei den roten Rebsorten werden im Jahr 2019 ebenfalls geringere Erträge als im Vorjahr erwartet. So wird schätzungsweise die Erntemenge von Blauem Spätburgunder (962.000 Hektoliter, minus 5,1 Prozent), von Dornfelder (797.700 Hektoliter, minus 6,7 Prozent) und von Portugieser (296.200 Hektoliter, minus 12,6 Prozent) abnehmen.

Für die drei großen Weinanbaugebiete Rheinhessen (2,48 Millionen Hektoliter), Pfalz (2,27 Millionen Hektoliter) und Baden (1,39 Millionen Hektoliter) werden gut zwei Drittel der gesamten deutschen Erntemenge erwartet. Weitere 24 Prozent entfallen voraussichtlich auf Württemberg (1,01 Millionen Hektoliter), Mosel (689.000 Hektoliter) und Franken (422.100 Hektoliter). Die restlichen rund zehn Prozent verteilen sich auf die sieben kleineren Anbaugebiete.

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