Rund 40 000 Flaschen

Stalins Weinkeller erstmals geöffnet

  • Mehr als 40.000 Weinflaschen lagern in Tiflis im ehemaligen Weinkeller von Josef Stalin. (Foto: LEPL National Wine Agency of Georgia)
  • Unter den Weinen befinden sich auch wertvolle Raritäten von berühmten Châteaus aus Bordeaux, die früher einmal der Zarenfamilie gehörten. (Foto: LEPL National Wine Agency of...
  • Seit mehreren Jahrzehnten war der Keller nicht geöffnet worden. Nun müssen alle Flaschen einzeln auf ihren Zustand geprüft werden. (Foto: LEPL National Wine Agency of Georgia)
  • Auch Georgiens Premierminister Irakli Kobakhidze (Mitte) war bei der Begehung des Weinkellers in Tiflis dabei. (Foto: LEPL National Wine Agency of Georgia)
  • Die georgische Regierung plant nun, die Flaschen zu versteigern und den Erlös in eine neue Weinbauschule fliessen zu lassen. (Foto: LEPL National Wine Agency of Georgia)
  • Unter den geladenen Gästen bei der Öffnung des Kellers war auch Pierre Lurton, Präsident der Bordeaux-Weingüter Cheval Blanc und Château d’Yquem. (Foto: LEPL National Wine Agency...

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 03.06.2026


Einige der Flaschen stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert und gehörten einst Zar Alexander III.: In Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, wurde dieser Tage der Weinkeller Josef Stalins geöffnet, in dem rund 40.000 Flaschen lagern. Viele der Weine stammen aus Bordeaux und auch aus Georgien selbst. Die Regierung plant nun, die Weine zu versteigern.

Diktator war Weinsammler

Auch Georgiens Premierminister Irakli Kobakhidze nahm an der Eröffnung des Weinkellers in Tiflis teil. Der ehemalige sowjetische Staatschef und Diktator Josef Stalin (1878-1953) hatte seinen Weinkeller in der georgischen Hauptstadt angelegt, da er selbst im heutigen Georgien geboren wurde. Er galt als grosser Weinliebhaber und -sammler.

Beschlagnahmte Sammlung ergänzt

Die Sowjets beschlagnahmten die Weinsammlung der Zarenfamilie Romanow nach der Russischen Revolution von 1917. Stalin wurde später ihr Verwalter, nach und nach fügte er georgische Weine hinzu, die er besonders schätzte. Zu der Weinsammlung, die nun zugänglich gemacht wurde, gehören zum Teil wertvolle Raritäten von berühmten Bordeaux-Weingütern wie Château Margaux, Château d’Yquem und Cheval Blanc. 

Besuch aus Bordeaux zugegen

Bei der Öffnung des Kellers dürften ausgewählte internationale Sammler dabei sein, und auch der Präsident von Château d’Yquem und Cheval Blanc, Pierre Lurton. Er erklärte: «Es ist wie das Pantheon des Weines hier, aber wie es hier um die Konservierung des Weines steht, weiss ich nicht. Deshalb wird es sehr wichtig sein, jede einzelne Flasche zu kontrollieren.» Dass dabei ein paar Kork-Probleme auftauchen würden, sei zu erwarten angesichts der vergangenen Zeit.

Auktionserlös für Weinbauschule

Der Erlös aus dem Verkauf der Weine soll für die Gründung einer neuen Weinbauschule in Georgien verwendet werden, hiess es von offizieller Seite. Die Auktion werde dazu beitragen, «Georgien auf die Landkarte der Sammler zu bringen», meinte Irakli Gilauri, Inhaber von Gilauri Wines, der bei dieser Initiative mit dem georgischen Landwirtschaftsministerium zusammengearbeitet hat. 

Mutterland des Weines

Georgien gilt heute als das Geburtsland des Weins. Archäologische Funde belegen dort eine Weinbautradition, die 8000 Jahre zurückreicht.

 

 


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