Dossier Abruzzo 2020 • Spezielles Mikroklima

L'Aquila am höchsten Gebirgszug des Appenins

Text: Christian Eder, Foto: z.V.g.

L’Aquila ist die Hauptstadt der Region Abruzzen und der gleichnamigen Provinz. L’Aquila liegt auf rund 700 Metern im weiten Tal des Aterno. Es wird von allen Seiten von den Bergen eingerahmt, darunter dem Gran Sasso d’Italia, dem höchsten Gebirgszug des Apennins.

L’Aquila entstand 1230 unter Kaiser Friedrich II. als eine der seltenen mittelalterlichen Stadtgründungen als Aquila an der Stelle von 99 Dörfern. Seit damals hat die Zahl 99 eine besondere Bedeutung für die Stadt und ihre Bewohner: Die Uhr am Rathausturm schlägt 99-mal und in der Fontana delle 99 cannelle (Brunnen der 99 Röhren) sprudelt das Wasser aus 93 Masken und 6 Röhren.

Aber die Stadt L’Aquila ist auch wegen ihrer Kirchen und Fresken aus dem Mittelalter, der Renaissance und des Barock und den zahlreichen Palazzi und Arkaden einen Besuch wert – wenn sie auch durch das Erdbeben 2009 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und noch immer nicht alle Schäden behoben sind.

Aber Kultur- und Naturschönheiten findet man in der gesamten Provinz, ganz zu schweigen von kulinarischen Spezialitäten: Die Stadt Sulmona ist zum Beispiel die Heimat des bekannten roten Knoblauchs (aglio rosso di Sulmona), der in zahlreiche Gerichte der lokalen Tradition Eingang findet und auch als Slow Food Presidio geschützt ist. Er reift Ende Juni, Anfang Juli und kann bis in den Frühling des folgenden Jahres verwendet werden.

Sulmona ist auch ein idealer Ausgangspunkt, um den Nationalpark der Majella zu entdecken: Der Parco Nazionale Della Majella erstreckt sich über eine Fläche von rund 74000 Hektar und ist bei Wanderern und Bergsteigern beliebt. Nicht nur das: Im Gebiet der Majella kann man auch Skifahren. Das Skigebiet Campo di Giove – Majella occidentale – ist das höchst gelegene der fünf Skigebiete im Nationalpark Majella und führt bis auf 2403 Meter. Bei Roccaraso liegt auf einer Höhe von 1250 Metern auf der Hochebene Altopiani Maggiori hingegen das bekannteste und am besten ausgestattete Skigebiet des Apennins. Es offeriert dreissig moderne Aufstiegsanlagen und insgesamt 110 km Pisten. Und das Skigebiet Maielletta-Passo Lanciano ist eine der wenigen Skiregionen der Welt, von der man das Meer sehen kann.

Im Forno d’Abruzzo

Die Rebberge der Provinz L’Aquila tragen allerdings nur rund ein Prozent zur Gesamtproduktion von abruzzesischen Weinen aus. Dabei liegt im Valle Peligna eine Wiege des Montepulciano: Noch heute findet man in diesem Becken am Fusse der Gebirgszüge Majella und Velino-Sirente viele alte Rebstöcke aus denen elegante, aber auch gut strukturierte Weine gekeltert werden. Darüber hinaus werden säurebetonte frisch-fruchtige Cerasuolo d’Abruzzo DOC-Weine produziert. Reben werden allerdings nur bis in Meereshöhen von rund 500 Metern gepflegt, weil darüber die spätreifenden Trauben wie Montepulciano nicht ausreifen können.

Auf der Hochebene beim Dörfchen Ofena liegt auch der Forno d’Abruzzo, ein im Sommer sehr heisses Gebiet (daher der Ursprung des Namens: der Ofen der Abruzzen). Gleichzeitig gibt es auch sehr wenig Niederschlag, was zu einem sehr trockenen Klima führt.

Winzer setzen auf dieses spezielle Mikroklima nicht nur für die Herstellung von Rotweinen, sondern auch für die weisse Pecorino. Die Bianchi daraus duften nach Grapefruit und Passionsfrucht, vereinen Struktur und Frische und sind hervorragend als Begleiter zu Fischgerichten aber auch zu Pasta und hellem Fleisch geeignet.

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