Dossier Abruzzo 2020 • Günstige Fallwinde

Hügelige Landschaften in Pescara

Text: Christian Eder, Foto: z.V.g.

Die Rebberge der Provinz Pescara profitieren von den Fallwinden der Gebirgszüge Gran Sasso und Majella und der Nähe zum Mittelmeer, die für starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sorgen.

Montepulciano als wichtigster Rebsorte steht das weisse Pendant Trebbiano d’Abruzzo, komplex und strukturiert, zur Seite, aber auch die weissen Rebsorten Pecorino oder Passerina gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Rebberge liegen vorwiegend in den hügeligen Lagen entlang des Flusses Pescara, sind zum Teil kalkhaltig-lehmig, aber auch Schwemmland der grossen Gebirgszüge. Der Montepulciano-Traube sind zwei Unterzonen gewidmet: Terre dei Vestini und Terre di Casauria, beide mit unterschiedlichen Interpretationen der terroirempfindlichen Rebsorte. Sie wird auch in der Provinz Pescara weitgehend auf der traditionellen Pergola Abruzzese gezogen.

Hauptstadt der Provinz ist Pescara. Bereits in vorrömischer Zeit bauten die Vestiner an der strategisch günstigen Lage im Mündungsbereich des Flusses Aternus (dem heutigen Fluss Pescara) den gleichnamigen Hafenort namens Aternum. Damals schon ein bedeutender Handelsplatz, ist er es mit seinem Hafen bis heute geblieben.

Pescara ist aber auch ein beliebter Ferienort mit mehr als 20 km langen Sandstränden, die unter anderem von römischen Touristen genutzt werden, die hier zumeist Ferienhäuser besitzen. Sehenswert ist auch das Museo Casa Natale di Gabriele D’Annunzio, das Geburtshaus des Dichters mit Erinnerungsstücken, Bildern und Briefen aus seinem Leben.

Natur und Kultur

Die Landschaft im Hinterland der Stadt wird von zwei Gebirgszügen geprägt: Der Majella im Süden und dem Gran Sasso im Norden. Der Majella-Nationalpark wurde 1991 geschaffen und erstreckt sich über eine Fläche von 74.095 Hektar Berglandschaft. Mehr als die Hälfte der Parkfläche liegt über 2000 m. Im Parkgebiet über 70 Prozent der in den Abruzzen und über 45 Prozent der in Italien lebenden Säugetierarten vor, darunter die Apenninischen Wölfe und die marsikanischen Braunbären. Zu den floralen Besonderheiten im Park gehören die Akelei der Majella und Reichenbachs Fettkraut, aber auch Edelweiss, Enzian und Alpenaster sind zu finden.

Zahlreiche kleine Dörfer und Städte in der Povinz lohnen mit ihren Sehenswürdigkeiten und einer den alten Traditionen von Mari e Monti verpflichteten Küche einen Besuch. Wie zum Beispiel Loreto Aprutino: Die Stadt liegt pittoresk auf einem Hügel und wurde um eine Burg und Benediktinerabtei erbaut und erlangte im Mittelalter politische Bedeutung. In dieser Zeit wurde auch das Castello Chiola errichtet, das das Panorama der Stadt dominiert. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Kirche San Pietro Apostolo. In der Nähe des Stadtzentrums befindet sich die Villa dei Ligustri, ein botanischer Garten mit vielen verschiedenen Pflanzenarten. Am ersten Montag nach Pfingsten feiert die Stadt das Fest des Schutzpatrons der Stadt, San Zopito, mit einer Parade. Ein ganz in Weiss gekleidetes Kind mit einer Blumenkrone reitet auf einem Ochsen, der mit einem roten Mantel und einem Bild von San Zopito geschmückt ist, durch die Stadt.

Zur Provinz von Pescara gehört der kleine Ort Manoppello, der als Pilgerstadt weltbekannt ist: Im Heiligtum Santuario di Manoppello befindet sich das heilige Tuch – auch Volto Santo genannt – das den Abdruck des Antlitzes von Jesus Christus darstellt, ähnlich wie beim Turiner Grabtuch.

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