Dossier Friaul- Julisch Venetien 2026 | VINUM

Die Reiseregion 

In Ruhe geniessen – dafür steht «Slow Tourism» in Friaul-Julisch Venetien. Die passenden Weine dazu liefert die Appellation Friuli Grave DOC.  Inmitten des Gebiets liegt die charmante wie dyna-mische Stadt ­Pordenone, die jüngst zur italienischen Kulturhaupt-stadt 2027 ernannt wurde. Also nichts wie hin! 

Pordenone – Eleganz zwischen Alpen und Adria

Im äussersten Nordosten Italiens liegt Friaul-Julisch Venetien, eine Region, die viele Entdeckungen bereithält. Im Norden schmiegt sie sich an die Alpen und die Dolomiten an und liegt an der Grenze zu Österreich. Im Süden verläuft ihre 130 Kilometer lange Adriaküste, im Westen grenzt sie an die Region Venetien und im Osten an Slowenien.  Wer hierher reist, sucht nach authentischen Erlebnissen und nach kulturellen und gastronomischen Highlights jenseits der grossen Touristenströme. Hier nimmt man sich Zeit für sich und für seine Gäste. Das Stichwort lautet «Slow Tourism» – es bedeutet, dass man reist, um zu entspannen. Dass man sich Zeit nimmt, genauer hinzuschauen und hinzuschmecken.

Frische Weine, herzhafte Küche

Bekannt ist die Region für frische, mineralische Weissweine und kräftige Rotweine, die die herzhafte Alpenküche hervorragend ergänzen. Internationale Rebsorten wie Sauvignon, Chardonnay und Merlot sind ebenso verbreitet wie regionale Gewächse, etwa der weisse Friulano oder der rote Refosco dal Peduncolo Rosso. Die flächenmässig grösste Wein-Appellation der Region ist Friuli Grave DOC, geprägt vom Fluss Tagliamento und dem Kontrast von kargen Böden und saftiggrünen Wäldern. Die kulturellen Zentren von Grave sind die Städte Udine und Pordenone.

 


Ungezähmte Natur zwischen Alpen und Adria

Bei uns am Fluss

Bäuerliche Architektur, malerische Dörfer, saftige Wälder, kleine Nebenflüsse mit klarstem Wasser und natürlich zahlreiche Weingüter – das findet man auf einer Reise entlang des Flusses Tagliamento. Entsprungen in den Karnischen Alpen, schlängelt er sich durch die friaulische Tiefebene, bis er bei Lignano Sabbiadoro in die Adria mündet.

Der Weinbau spielt am Tagliamento eine bedeutende Rolle. Ein Grossteil der Weinberge der Region Friuli Grave DOC findet sich in der friaulischen Tiefebene. Hier wachsen Pinot Grigio, Sauvignon, Friulano, Merlot, Cabernet und Refosco dal Peduncolo Rosso auf kargen Schwemmböden, die ihnen Mineralität und Frische verleihen.

Zu den lokalen Spezialitäten gehört der Prosciutto di San Daniele DOP, ein edler Rohschinken, der in dem gleichnamigen Dorf Städtchen im Herzen von Friaul-Julisch Venetien, gelegen am mittleren Lauf des Flusses Tagliamento in einem einzigartigen Mikroklima reift, das ihm eine süsslich-milde Aromatik verleiht. Kräftig-würzig wiederum ist die Pitina IGP, die im Val Tramontina in kleinen Manufakturen hergestellt wird und ebenfalls für die Region bekannt ist. Diese Wurstspezialität, hergestellt aus magerem Fleisch von Schafen und Ziegen, entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Notwendigkeit, das Fleisch der nicht mehr leistungsfähigen Tiere haltbar zu machen, wird nicht in Darm gefüllt, sondern mit Polentamehl ummantelt.

Und natürlich wird im Bergland auch Käse hergestellt. Der Formadi Frant etwa hat eine besondere Entstehungsgeschichte: Dieser Almkäse wurde erfunden, um defekte Käselaibe zu verwerten. Diese werden zerkleinert und mit zusätzlicher Milch und Sahne sowie Salz und Pfeffer vermischt. Nach einer Ruhezeit von ein bis zwei Nächten reift er erneut rund 40 Tage lang. Das Ergebnis ist ein weicher und würziger Käse.

Deutlich weiter verbreitet ist der Montasio DOP, der in ganz Friaul-Julisch Venetien produziert wird. Diesen würzigen Bergkäse gibt es in drei Reifegraden mit entsprechenden Aromenprofilen: Fresco (bis vier Monate), Mezzano (vier bis zehn Monate) und Stagionato (ab zehn Monaten). Er ist auch die Basis für Frico, eine Art Kartoffel-Käse-Pfannkuchen mit Kruste und einem cremigen Inneren, der typisch für die Region ist.