Genfer Geschmack

Guide

Fotos: Régis Colombo/diapo.ch, z.V.g.

Das drittgrösste Weinanbaugebiet der Schweiz, der Kanton Genf, erstreckt sich über rund vierzig Gemeinden rund um den Genfersee. Für diesen exklusiven Guide forderten wir alle Erzeuger zwischen Céligny und Hermance auf, uns ihren Weinfavoriten zu schicken. Farbe, Typ und Jahrgang spielten dabei keine Rolle. Die meisten Winzer folgten unserem Aufruf. Wir können Ihnen bereits im sechsten Jahr in Folge ein umfassendes Panorama der besten Genfer Weine vorstellen.

Das Genfer Weingebiet

In Genf gehen Stadt und Land überraschend harmonisch ineinander über. Kaum zehn Kilometer vom Hauptsitz der UNO und der WTO entfernt, gedeihen in wunderbar idyllischer Lage Garanoir, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Merlot. Juragebirge, Voralpen, Genfersee und Rhone schaffen hier ein ganzes Mosaik an Mikroklimata. Dies und die ebenso vielfältige Bodenbeschaffenheit regten die Winzer dazu an, den traditionellen Rebenbestand (Gamay und Chasselas) um neue Sorten zu bereichern. So finden heute die Genfer Weine immer grösseren Anklang. Genf spielte schon immer eine Vorreiterrolle: Seit jeher experimentieren die Winzer hier mit neuen Rebsorten, um ihrem international geprägten Kundenkreis eine möglichst breite Palette origineller und markanter Weine anbieten zu können.

Der erste Schweizer Wein

Während die keltische Schweiz von Helvetiern bevölkert war, die keinen Rebbau betrieben, gehörte Genf zum Gebiet der Allobroger. Dieser keltische Stamm war wohl der erste, der auf dem Boden der heutigen Schweiz Wein anbaute. Zu den wenigen Zeugnissen dieser Zivilisation gehören ein Vorfahre der Syrah-Rebe und der Anbau «en hutins», also die Reberziehung an Bäumen, die in der Region jahrhundertelang üblich war. Die Genfer Erzeuger stellten ihren Innovationsgeist immer wieder unter Beweis. So war Genf 1988 auch der erste Schweizer Kanton, der kontrollierte Ursprungsbezeichnungen einführte. Dieses visionäre Engagement zeigt sich entsprechend in der Begeisterung der Winzer für neue Rebsorten wie Gamaret und Divico.

Drei Regionen, zwei Länder

Das Genfer Weinbaugebiet wird von drei natürlichen Grenzen eingefasst – Genfersee, Rhone und Arve – und besteht aus drei Regionen: rechtes Ufer (einschliesslich der ehemaligen Besitzungen des Bischofs von Genf, des sogenannten Mandements), zwischen Arve und Rhone und zwischen Arve und See. Zu diesen 1290 Hektar auf Schweizer Boden kommen noch 120 Hektar in der «Freizone». Diese Parzellen befinden sich zwar auf französischem Staatsgebiet, werden aber seit Jahrzehnten von Genfer Winzern bewirtschaftet, die hier Schweizer Weine mit der Ursprungsbezeichnung AOC Genf erzeugen. Die 1410 Hektar grosse Rebfläche zieht sich hauptsächlich über sanfte Hänge. Die gute Sonneneinstrahlung (1900 Stunden pro Jahr) und relativ geringe Niederschläge (900 mm pro Jahr) schaffen enorm günstige Bedingungen.

Moderne Rebsorten

Der Rebsortenbestand im drittgrössten Weinkanton der Schweiz unterlag in den letzten 25 Jahren einem tief greifenden Wandel. So werden seit 2003 überwiegend rote Sorten angebaut. Die traditionellen Sorten Chasselas und Gamay wurden zwar noch nicht entthront, jedoch geht ihre Anbaufläche stetig zurück. Zum einen mussten sie immer mehr sogenannten internationalen Rebsorten wie Pinot Noir, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Cabernet und Merlot weichen. Zum anderen investierten die Genfer Winzer auch stark in neue Rebsorten wie Gamaret, Garanoir und seit kurzem auch Divico, die in der Schweiz entwickelt wurden. Aber auch einige historische Spezialitäten wie Altesse, Mondeuse und Aligoté finden heute wieder zunehmend Liebhaber.

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