Archäologischer Fund in Jerusalem

Antike High Society trank Wein mit Vanille

  • Fotos: Sasha Flit, Tel Aviv University / PloS One

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 4. April 2022


Mit Vanille angereicherter Wein war vor mehr als 2500 Jahren bei Königen und wohlhabenden Bürgern von Jerusalem beliebt. Das nehmen Archäologen nach Ausgrabungen von Krügen in Jerusalem an. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Forscher auf dem Wissenschaftsportal PloS One.

Die Studie der Universität von Tel Aviv beleuchtet den Inhalt der Gefässe und die Zerstörung der Gebäude, in denen sie die Forscherinnen und Forscher fanden. Dafür führten sie Rückstandsanalysen mit einem Gaschromatograph-Massenspektrometer durch. Die Trümmer der Gebäude, in denen sich die Krüge befanden, stammen aus der Zeit der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier, also um 586 vor Christi.

Krüge für Wein und Olivenöl

Die Krüge dienten demnach zur Aufbewahrung von Wein und Olivenöl. Einige der Funde trugen Rosettenprägungen auf ihren Griffen, was darauf hinweist, dass sie zur königlichen Wirtschaft des Königreichs Juda gehörten. In den Weinkrügen fanden sich auch Rückstände von Vanille. Als teures Importgut war das Gewürz wohl nur der wohlhabenden Elite der Stadt vorbehalten.

Diese Ergebnisse lassen nicht nur Rückschlüsse auf die Weinkonsumgewohnheiten der judäischen Elite zu. Sie zeigen auch, dass Jerusalem zu dieser Zeit offenbar Handel mit südarabischen Ländern trieb. Die Vanille wurde wahrscheinlich aus Indien oder Ostafrika importiert. «Beide Gebiete waren durch die Wüstenstrassen, die ihren Ursprung entweder in Südarabien oder Ägypten hatten, mit der Levante verbunden», schrieben die Forscher.

Die ganze Studie findet sich in englischer Sprache hier.

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