Jahrgang 2021

Deutsche Winzerinnen und Winzer meistern herausfordernde Weinernte

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 28. Oktober 2021


2021 war kein einfaches Jahr für die deutschen Winzerinnen und Winzer. Dennoch werde der aktuelle Weinjahrgang qualitativ gut ausfallen, berichtet das Deutsche Weininstitut (DWI). Die geschätzte Erntemenge liege mit 8,7 Millionen Hektolitern auch nur leicht (minus zwei Prozent) unter dem langjährigen Mittel.

«Die Winzerinnen und Winzer haben in diesem Jahr alles gegeben und die grossen Herausforderungen, die insbesondere die vielen Niederschläge mit sich brachten, weitgehend gut gemeistert», erklärte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Nach aufwändigen Pflanzenschutzmassnahmen im Sommer hielt der hohe Arbeitsaufwand in den Weinbergen bis zur Weinlese an. Das Lesegut musste aufgrund von Schäden an den Beeren und Pilzdruck stark selektiert werden. Die Lese begann im Vergleich zu den letzten Jahren eher spät, bei den später reifenden Sorten wie dem Riesling dauerte sie bis Ende Oktober – bei einigen Betrieben wird sie sogar noch in den November hineinreichen.

Aromatische und schlanke Weine

Die spätere Lese dieses Jahres hatte den Vorteil, dass die Aromen in den Beeren während der warmen Herbsttage und kühlen Nächte besonders gut ausgeprägt werden konnten. Entsprechend fruchtbetont präsentieren sich die 2021er Weine. Sie fallen zudem deutlich schlanker aus, als in den letzten sehr warmen Jahren und bringen eine frische, animierende Fruchtsäure mit.

Die Erträge fielen in den Weinbaugebieten nach den ersten Schätzungen zur Weinmosternte unterschiedlich aus: Während zum Beispiel an der Nahe 10 Prozent und in Baden sogar 20 Prozent weniger als im langjährigen Mittel geerntet wurde, konnten etwa Franken (plus 12 Prozent) und der Mittelrhein (plus 30 Prozent) höhere Erträge als im Zehn-Jahres-Durchschnitt vermelden. Die beiden grössten Anbaugebiete Rheinhessen und Pfalz holten zumindest leicht überdurchschnittliche Erntemengen ein (plus vier beziehungsweise ein Prozent).

Die Württemberger Weingärtner freuen sich über einen Durchschnittsertrag, der trotz Spätfrost- und Hagelschäden deutlich über der ausserordentlich kleinen 2020er Ernte liegt. Gleiches gilt auch für die Erzeuger von der Ahr, die dank der grossen Hilfsbereitschaft und Solidarität von unzähligen Freiwilligen eine geschätzte Erntemenge von 39‘000 Hektolitern einbringen konnten.

Europäische Erntemenge im Minus

Im Vergleich zum Europäischen Durchschnitt stehen die deutschen Winzerinnen und Winzer 2021 noch sehr gut da. Laut Schätzung wird der EU-Kommission wird es in ganz Europa mit 171 Millionen Hektolitern voraussichtlich 13 Prozent weniger Wein als im Vorjahr geben.

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