Dreistufiges Klassifikationsmodell für Wein

«Maxime Herkunft Mosel»: Winzerverband an der Mosel gegründet

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 22. April 2022


30 Weingüter aus dem Weinanbaugebiet Mosel haben sich zum Verein «Maxime Herkunft Mosel» zusammengeschlossen. Die Mitgliedsbetriebe propagieren das dreistufige Klassifikationsmodell mit Guts-, Orts- und Lagenweinen. Das Netzwerk folgt auf «Maxime Herkunft Rheinhessen», das vor fünf Jahren gegründet wurde.

Zum Vorsitzenden der Maxime Herkunft Mosel wurde Winzer Gerrit Walter aus Briedel gewählt, der auch dem Netzwerk «Moseljünger» angehört. «Die Idee, eine solche Bewegung ins Leben zu rufen, bestand in den Reihen der Moseljünger schon seit längerer Zeit. Wir wollten jedoch nicht wieder einen neuen Begriff am Markt etablieren. Deshalb haben wir uns mit den Kolleginnen und Kollegen aus Rheinhessen an einen gemeinsamen Tisch gesetzt und eine Partnerschaft unter gleichem Namen etabliert», erklärt Gerrit Walter.

Bei Maxime Herkunft soll in Zukunft nicht nur jedes Gebiet für sich, sondern beide zusammen an der Etablierung des Herkunftsmodells arbeiten und somit die Profile beider Regionen schärfen. Die beiden Regionalverbände präsentieren das Modell erstmals gemeinsam am Samstag, 23. April in Mainz im Vorfeld der VDP-Weinbörse.

Herkunft und Qualität schon ab Gutswein

Die Eckpunkte des Qualitätssystems der Maxime Herkunft lauten: Trockene und feinherbe Weine werden in Guts-, Orts- und Lagenweine gegliedert; Weine mit rest- und edelsüssem Geschmacksprofil tragen die klassischen Prädikate. Der Sortimentsaufbau in der dreistufigen Pyramide sieht wie folgt aus: Gutsweine sind der Einstieg in die herkunftsgeprägte Qualitätshierarchie und stellen die Visitenkarte des Winzers dar. Ortsweine entstammen den besten Weinbergen innerhalb eines Orts und sind Botschafter des jeweiligen Terroirs. Sie stehen für gebietstypische und traditionelle Rebsorten wie Riesling, die Burgundersorten und Elbling. Neben geringen Erträgen dürfen sie ausschliesslich als Erzeugerabfüllungen stammen und nicht vor dem 1. April vermarktet werden.

Lagenweine zeichnen die allerbesten Lagen der Moselregion aus. Hierbei hat sich die Maxime Herkunft» deutlich strengere Massstäbe als die gesetzlichen Rahmenbedingungen auferlegt: Die Weine entstammen nur aus Einzellagen mit klimatischen und geologischen Besonderheiten und müssen charakterstarke Vertreter ihrer Rebsorte darstellen. Die Erträge sind noch weiter zu reduzieren und die Trauben sind selektiv zu ernten. Die Vermarktung darf nicht vor dem 1. September erfolgen. Diese Kategorie ist ausschliesslich den Rebsorten Riesling, Weissburgunder und Spätburgunder vorbehalten. «Die umweltschonende und nachhaltige Bewirtschaftung der Weinberge hat zudem für alle Mitglieder des Vereins höchste Priorität», so Gerrit Walter.

VDP Mosel kann (noch) nicht beitreten

Ziel der «Maxime Herkunft Mosel» ist es mittelfristig, sämtliche Top-Betriebe des Anbaugebietes zusammenzuführen. Einige der Mitglieder der «Maxime Herkunft Mosel» gehören auch dem Bernkasteler Ring an, der ältesten Weinversteigerungsgesellschaft im Anbaugebiet. Wie die Zusammenarbeit mit den VDP-Betrieben aus dem Anbaugebiet aussehen soll, gilt es noch zu klären. Aktuell lässt die Satzung des VDP Mosel einen Beitritt ihrer Mitglieder zur Maxime Herkunft Mosel nicht zu. In Rheinhessen wiederum sind seit der Gründung alle regionalen VDP-Betriebe auch Mitglied der Maxime.

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