Austritte aus dem CIVL

Zoff im Languedoc: AOCs Corbières und Fitou kehren Branchenverband den Rücken

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 13. Mai 2022


Im Languedoc gärt es schon länger, jetzt hat sich die Verärgerung der Appellationen über ihren Branchenverband entladen. Die Appellationen Corbières AOC und Fitou AOC haben ihren Rückzug aus dem Conseil Interprofessionnel des Vins du Languedoc (CIVL) angekündigt. Zum Dezember 2023 soll der Austritt wirksam werden. Das berichtet die französische Branchen-Webseite Vitisphere.com.

AOCs sehen kleine Weingüter nicht vertreten

Der Grund für den Streit, der schon seit fast einem Jahr andauert: Die beiden Appellationen, in denen viele direktvermarktende Weingüter zu finden sind, sehen die kleineren Erzeuger im Verband nicht ausreichend repräsentiert. Vielmehr richte sich der CIVL nach den Bedürfnissen der Grosserzeuger des Languedoc und kaum nach den Appellationen.

Das Mass voll sahen die Appellationen, als im Juli 2021 keine Vertreter der direktvermarktenden Weingüter zur Wahl des CIVL-Präsidenten eingeladen wurden. In der AOC Corbières werden 55 Prozent des Weines von Weingütern vermarktet, in der AOC Fitou sind es 47 Prozent.

Auch bei der Appellation Malepère gab es Überlegungen, die Mitgliedschaft zu kündigen, in einer internen Abstimmung entschieden sich die Mitglieder jedoch für einen Verbleib im Branchenverband. Die Appellation Minervois wiederum war bereits Ende 2021 aus dem CIVL ausgetreten. 

«Der Ball liegt nun im Feld des Conseils»

Während Fitou die Entscheidung als endgültig ansieht, würde Corbières noch gerne Gespräche führen. Aber das gestalte sich schwierig, wie Olivier Verdale, Präsident des Generalsyndikats der Appellation Corbières betont: «Seit Versendung unseres Kündigungsschreibens habe ich Gespräche geführt, um einen Termin mit dem CIVL zu vereinbaren», erklärte er und mahnte: «Der Ball liegt nun im Feld des Conseils. Die nächsten 18 Monate werden sehr wichtig für die Zukunft des CIVL.»

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