Aussergewöhnliches Weinjahr 2026
Champagne-Lese schon beendet

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 10.09.2026
Die Lese begann historisch früh und war ebenso schnell vorbei: Die Champagne meldet schon jetzt das Ende der Traubenlese 2026. Die Produzenten freuen sich, trotz Wetterextremen, über eine sehr gesundes Lesegut – die beste Voraussetzung für hochwertige Champagners.
Die Traubenreifung war in diesem Jahr in enormem Tempo vorangeschritten. Der offizielle Beginn für die Lese war am 12. August, wenngleich einzelne Erzeuger bereits ab dem 6. August erste Trauben ernteten. Ab dem 17. August lief die Lese dann im ganzen Anbaugebiet: fast zwei Wochen früher als im Vorjahr. Damit verzeichnet die Champagne 2026 den frühesten Erntebeginn ihrer Geschichte.
Kleinere Mengen bei höchster Qualität
Der durchschnittliche Ertrag fällt eher gering aus, was vorrangig an kleineren Beeren infolge der Trockenheit liegt. Entscheidender als das Volumen ist aber die ausserordentliche Güte des Leseguts: Die Trauben reiften unter optimalen gesundheitlichen Bedingungen heran.
Abläufe «auf den Kopf gestellt»
Die rasche Reife und die ausschließlich händische Lese erforderten eine flexible Organisation. «Das Weinjahr 2026 (…) stellte vertraute Abläufe auf den Kopf. Die Winzerinnen und Winzer mussten sehr flexibel sein. Durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Anpassungsfähigkeit konnten wir die Herausforderungen dieser besonderen Lese erfolgreich meistern», betonte Maxime Toubart, Co-Präsident des Comité Champagne.
Hitze, Trockenheit und manuelle Lese
Ungeachtet der anhaltenden Hitze und Trockenheit erwiesen sich die Weinberge als erstaunlich widerstandsfähig. Das Laubkleid blieb vital und grün. Im Vegetationsverlauf entwickelten die Reben einen natürlichen Schutz gegen die Extremwetterlagen, sodass Sonnenbrand und Verbrennungen ausblieben.
Arbeitsbedingungen werden kontrolliert
Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle von ausbeuterischen Bedingungen für Lesehelfer gab, hat sich nun eine soziale Initiative für faire Arbeitsbedingungen in der Champagne gegründet.
Im Rahmen von «Gemeinsam für die Weinlese in der Champagne» koordinieren die Betriebe gemeinsam mit Behörden und lokalen Partnern die Betreuung von rund 100.000 Lesehelfern unter geregelten Arbeitsschutz- und Gesundheitsbedingungen. Dabei wurden zum Beispiel die Arbeitszeiten an Hitzephasen angepasst.
Jahrgang 2026 zeigt höchstes Potenzial
Den Kellermeistern stehen für die kommenden Assemblagen drei völlig unterschiedliche Jahrgänge zur Verfügung: das kühle und feuchte Jahr 2024, das warme Jahr 2025 sowie das extrem heisse Jahr 2026. Eine abschliessende Beurteilung der Grundweine steht zwar noch aus, dennoch wird jetzt schon davon ausgegangen, der Jahrgang 2026 das Potenzial für grosse Champagners hat. Die Ausgewogenheit der Moste erinnere schon jetzt an legendäre Jahre wie 1921, 1947 oder 1959, heisst es von Comité Champagne.