VINUM Contest Vin Nature Suisse 2026

Schweizer Naturweine zeigen ihr ganzes Potenzial

Text: Nicolas Greinacher | Veröffentlicht: 01.07.2026


56 Weine, 10 Kantone, ein klares Signal: Naturwein ist in der Schweiz angekommen. Die erste grosse Schweizer Naturweinverkostung von VINUM offenbart eine vielfältige und qualitativ starke Szene – mit einem Siegerwein aus der Westschweiz. Zwischen Herkunft und Handwerk: Naturweine überzeugen mit Persönlichkeit statt Konformität.

Naturweine gehören zu den spannendsten Entwicklungen der modernen Weinszene. Sie polarisieren, überraschen und begeistern gleichermassen. 

Der VINUM Contest Vin Nature Suisse 2026 hat nun erstmals einen umfassenden Überblick über die Schweizer Naturweinlandschaft geschaffen. 

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Insgesamt wurden 56 Weine in den Kategorien Weisswein, Schaumwein/Pét-Nat, Orange Wine, Rotwein und Rosé blind verkostet und bewertet. Teilnahmeberechtigt waren sämtliche Mitglieder des Vereins Schweizer Naturwein. Weingüter aus zehn Kantonen nutzten die Gelegenheit, ihre Weine ins Rennen zu schicken. Besonders stark vertreten war die Westschweiz, aus der mehr als 80 Prozent der eingereichten Weine stammten. Auch der Siegerwein des Wettbewerbs kommt aus der Romandie.

Die Degustation zeigte eindrücklich, wie vielfältig sich Schweizer Naturweine heute präsentieren. Von fein strukturierten Weissweinen über ausdrucksstarke Orange Wines bis hin zu eleganten Rotweinen reichte die stilistische Bandbreite. Viele Weine überzeugten durch Authentizität, Eigenständigkeit und einen klaren Bezug zu Herkunft und Rebsorte.

Besonders erfolgreich präsentierten sich bei den Rotweinen Pinot Noir und Gamay, die häufig mit Finesse punkteten. Bei den Weiss- und Orangeweinen sorgte Gewürztraminer für zahlreiche Überraschungen. Auch pilzwiderstandsfähige Rebsorten wie Divico, Cabernet Jura oder Garanoir waren stark vertreten und unterstreichen die Innovationskraft der Schweizer Naturweinszene.

Die Verkostung machte zugleich deutlich, wie dynamisch sich die Kategorie entwickelt. Was vor wenigen Jahren noch als Randerscheinung galt, hat sich zu einem ernstzunehmenden Segment des Schweizer Weinbaus entwickelt. Immer mehr Weingüter setzen auf spontane Gärung, minimale Eingriffe im Keller und einen möglichst unverfälschten Ausdruck von Traube und Terroir.

Das hohe Qualitätsniveau der Spitze des Wettbewerbs zeigt, dass Schweizer Naturweine längst mehr sind als ein Nischenphänomen. Sie bereichern die heimische Weinkultur um neue Perspektiven und sprechen ein Publikum an, das Individualität und Authentizität sucht.

 


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