Digitale Versteigerung

Kloster Eberbach: Zwei 1921er unter dem Hammer

Text: Rudolf Knoll | Veröffentlicht: 25.02.2021


Am 6. März ab 13 Uhr wird Kloster Eberbach im Rheingau für einige Stunden gewissermaßen trockengelegt. Denn die Versteigerung des Hessischen Staatsweingutes und des VDP Rheingau findet diesmal nicht „nass“ mit Verkostungen statt, sondern Online. Vor Ort sind lediglich Auktionator, Kommissionäre und Winzer. Geplant ist auch eine unterhaltsame Moderation. Die Teilnahme aus Distanz ist möglich; Details dazu unter www.kloster-eberbach.de.

Höhepunkte der traditionsreichen Auktion sind zwei Weine aus dem Jahrhundert-Jahrgang 1921, der extrem trocken war. Nämlich eine Trockenbeerenauslese aus der Lage Erbacher Marcobrunn und ein Spätburgunder aus dem Assmannshäuser Höllenberg, der vor zwölf Jahren bei einer internationalen Burgunder-Vergleichsprobe als Sieger hervorging und dabei einen 1923er Romanée-Conti hinter sich ließ. Die beiden Rheingauer Gewächse stammen aus der legendären Schatzkammer des Staatsbetriebes, die bis in den Jahrgang 1706 zurückreicht. Sie wurden wenige Wochen zuvor verkostet und neu verkorkt. Gutsdirektor Dieter Greiner und Betriebsleiterin Kathrin Puff kommentierten das schmunzelnd mit „Wir haben uns geopfert.“

Ausgerufen werden die beiden Weine zunächst mit 500 Euro. Aber Professor Leo Gros als unnachahmlicher Auktionator wird bei seiner 25. Versteigerung im Rheingau auf ein stolzes Ergebnis aus sein, das möglichst ein Resultat vom Vorjahr noch übertreffen soll. Damals kam eine Schloss Johannisberger Trockenbeere 1920 für 18 000 Euro unter den Hammer, während ein 1945er Spätburgunder aus Assmannshausen für 12 600 Euro zugeschlagen wurde. Gros (Jahrgang 1951) wird bei der Versteigerung den Hammer übergeben an seinen Nachfolger Uli Allendorf.

Er hofft, dass vor allem der Spätburgunder preislich durch die Decke geht. Denn der Höllenberg wurde als diesjähriger Benefizwein bestimmt. Seit 20 Jahren unterstützt das Weingut Kloster Eberbach eine regionale gemeinnützige Einrichtung mit dem Versteigerungs-Erlös eines besonderen Weines. Diesmal ist es ein Projekt der Philipp-Kraft-Stiftung zur Stärkung des Demokratiebewusstseins bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren.

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