Fokus: Valpolicella
Valpolicella Ripasso

Der Valpolicella Ripasso zählt zu den bedeutendsten Ausdrucksformen der veronesischen Weinbautradition. Er geht auf ein etabliertes Verfahren zurück, das historisches Erfahrungswissen mit moderner önologischer Technik verbindet. Seine Herstellung basiert auf einer Methode, die im Laufe der Zeit von den Winzern der Region perfektioniert wurde und darauf abzielt, die Struktur, Komplexität und aromatische Tiefe des Weins gezielt zu steigern. Im Vergleich zum Valpolicella DOC zeigt der Valpolicella Ripasso mehr Struktur, einen höheren Alkoholgehalt und eine grössere Lagerfähigkeit. Optisch präsentiert er sich in Rubinrot mit granatroten Reflexen. In der Nase entfaltet er ein feines, leicht ätherisches Bouquet mit Noten roter Früchte und Vanille. Am Gaumen überzeugt er durch Harmonie, Trockenheit und eine samtige, ausgewogene Textur. Der Valpolicella Ripasso vereint somit Tradition und Innovation und gilt als charakterstarker Ausdruck seines Herkunftsgebiets.

Herstellung und Stilistik
Die Herstellung des Valpolicella Ripasso beginnt mit der klassischen Vinifikation frischer Trauben, aus denen ein Basis-Valpolicella entsteht. Im Anschluss erfolgt die sogenannte Ripasso-Methode: Dabei wird der Valpolicella-Grundwein ein zweites Mal auf den Trestern von Amarone und Recioto vergoren. Durch diesen Prozess reichert sich der Wein mit phenolischen Verbindungen, Tanninen, Alkohol und Aromastoffen an, die aus den Trestern extrahiert werden.
Der Ripasso-Vorgang dauert normalerweise ein bis zwei Wochen. Am Ende des Produktionsprozesses durchläuft der Valpolicella Ripasso eine Reifephase, die seine vollständige Entwicklung und die Ausprägung seiner organoleptischen Eigenschaften ermöglicht. Er wird frühestens am 1. Januar des zweiten Jahres nach der Lese in den Handel gebracht.