Warnung: Coravin nicht ohne Schutzhülle verwenden

09.07.2014 - arthur.wirtzfeld

USA (Washington) - Die US Consumer Product Safety Commission (CPSC), ein von der US-Regierung unterhaltende Behörde zur Prüfung von Produkten zum Schutz der Konsumenten, warnt erneut Tausende von US-Amerikanern vor der Nutzung des Systems Coravin*. Die Flaschen könnten platzen. Eine Schutzhülle des Herstellers ist noch nicht verschickt. Die verschärfte Bewegung kommt rund einen Monat nachdem Coravin auf Druck der CPSC seine Kunden erstmals freiwillig informierte, warnte und das System zurückgerufen hat. Mittlerweile haben sich 13 Konsumenten verletzt, nachdem Weinflaschen geplatzt waren.

 

Bevor Coravin Inc. mit Sitz in Middlesex-Turnpike (US-Bundesstaat Massachusetts) verpflichtet wird, sämtliche Systeme vom Markt zu nehmen, darf das Unternehmen auf Anordnung der CPSC mit eigenem Investment und kostenfrei für die Konsumenten eine Schutzhülle aus Neopren entwickeln. Diese muss anschließend an rund 40.000 Haushalte verschickt werden. Bis dahin, so warnt die SPSC, dürfen die Verbraucher das System nicht einsetzen.

"Die Investition für Entwicklung und Versendung der Schutzhüllen ist für uns auf Dauer der kostengünstigere Weg", sagt Greg Lambrecht, Entwickler des Coravin-Systems. "Es trifft zwar unsere finanziellen Resourcen - letztlich können wir diesen Aufwand gut wegstecken. Das Schlimmste was uns passieren könnte, wäre die Kunden zu verlieren."

Laut Lambrecht seien im Verhältnis der verkauften Systeme nur sehr wenige Flaschen zu Bruch gegangen. Diejenigen Weinflaschen, die geplatzt seien, hätten in der Regel Schwachstellen durch deren Produktion davon getragen. Die Rücklaufquote würde "weniger als ein Prozent des Umsatzes in Bezug zum Verkaufserlös von Coravin-Systemen" betragen, so Lambrecht. Derzeit müssen europäische Interessenten das System (noch) in den USA bestellen. Das Unternehmen will aber schon dieses Jahr den Verkauf vor allem in Großbritannien und Frankreich forcieren.

*Das Coravin System verwendet eine dünne Hohlnadel die durch Kapsel und Korken eingeführt wird, um den Wein zu extrahieren. Dabei wird die Flasche mit Argon, einem Edelgas, unter Druck gesetzt. Der Wein fließt dann durch die Nadel ins Glas. Nach Entfernung der Nadel verschließt sich der Korken. Der verbleibende Wein kommt somit nicht mit Sauerstoff in Berührung und kann sich weiterhin natürlich entwickeln. Das System wurde vom Experten der Medizintechnik Greg Lambrecht, Absolvent des Massachusetts Institute of Technology (MIT), entwickelt und hat seit Markteinführung in 2013 bisher über 40.000 Käufer gefunden.

Lesen Sie auch unseren Vorbericht:

 

Das könnte Sie auch interessieren