Felinfoel

„Montys“ Bierdosen erreichen Rekordpreis

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 27. September 2019


UK (London) – Es ist keine Seltenheit, dass rare Weine auf Auktionen Höchstpreise erzielen. Das gut betuchte Klientel öffnet bei renommierten Namen gepaart mit aussagekräftiger Provenienz und bestmöglicher Lagerung ihre Schatullen gerne für solche Weinschätze. Nun überrascht das Londoner Auktionshaus Chiswick Auctions mit einer Versteigerung von zwei Dosenbieren aus dem Jahr 1936. Die Biere stammen von der Brauerei Felinfoel mit Sitz im gleichnamigen Dorf mit 2000 Einwohnern, gelegen am Fluss Lliedi an der Nordgrenze von Llanelli, Carmarthenshire, West Wales. Die Felinfoel-Brauerei, auch Produzent des in Großbritannien geliebten Double Dragon Ale, ist die älteste in Wales. Außerdem war Felinfoel die erste Brauerei außerhalb der USA, die ab Mitte der 1930er-Jahre Bier in Dosen verkaufte.

Chiswick Auctions hatte jüngst die beiden Bierdosen für 1.000 bis 1.600 Pfund Sterling (ca. 1.125 bis 1.800 Euro) taxiert, erzielt wurden aber 2.270 Pfund Sterling (ca. 2.550 Euro) – ein Rekord für Dosenbier. Die Geschichte dahinter ist kriegerisch. Die beiden Bierdosen wurden im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs konserviert und nach Nordafrika verschickt, um die Truppen von „Monty“ (liebevoller Spitzname für den britischen Lieutenant General Bernard Montgomery, ab 1940 erbitterter Gegner des deutschen Generalfeldmarschalls Erwin Rommel bei den Kämpfen in Afrika) zu unterstützen. Ein Vertreter der Brauerei Felinfoel hat die beiden Bierdosen ersteigert, „… um insbesondere ein Stück des Firmenerbes zu erhalten“, wie englische Medien berichten.

Die beiden Dosen aus dem Jahr 1936 werden der ersten Konservenherstellung bei Felinfoel zugerechnet. Aufgrund der engen Beziehung der Brauerei zur Weißblechindustrie in Wales, damit kurzen Lieferwegen und sicherer Handhabung, als mit Glasflaschen, waren die Blechdosen zum Versand und zum Gebrauch in den Kriegsjahren bevorzugt. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs belieferte Felinfoel ausschließlich das britische Verteidigungsministerium – solche Dosen wurden in großen Mengen an „Montys“ Truppen in Nordafrika geschickt. Die beiden wohl letzten erhaltenen Bierdosen befinden sich in ausgezeichnetem Zustand. Eine ist noch gefüllt und völlig unversehrt, die andere Dose hat durch Verdunstung einen Teil des Inhalts verloren.

Hindenburg und Löwenbräu Lager

Es sind aber bei Weitem nicht die beiden Bierdosen von Felinfoel, die bei Auktionen den höchsten Preis erzielten. Aus dem Produktionsjahr 1937 stammte eine Flasche Löwenbräu Lager, für die bei einer Auktion, durchgeführt im Jahr 2009 vom Auktionshaus Henry Aldridge and Sons in London, ein Bieter eine erstaunliche Summe bot. Die Geschichte dahinter ist noch spannender als die von „Montys“ Bierdosen. Es war der 6. Mai 1937, als eine Katastrophe das Ende der Ära der Luftschiffe einläutete. Das deutsche Luftschiff Hindenburg stürzte beim Landemanöver in Lakehurst, New York, ab und verbrannte völlig. Der New Yorker Feuermann Leroy Smith fand in den Trümmern sechs Flaschen Bier der Münchner Löwenbräu. Die aus diesem Fund versteigerte letzte Flasche war einem Sammler umgerechnet 11.000 Euro wert.

Rare Luxusgetränke mit exorbitanten Preisen

Den Wert des Löwenbräu Lager können weitere alkoholische Flüssigkeiten noch locker überbieten. Ein Blick ins Guinnessbuch der Rekorde offenbart, das der teuerste Cocktail der Welt namens „The Winston Cocktail“ für 12.700 Euro verkauft wurde. Ein wahrer Luxus ist der Gin vom Hersteller Bombay. Die Flasche sieht aus wie ein Parfüm-Flakon, besteht aus edlem französischem Kristall. Den Verschluss zieren Edelsteine. Preis 181.500 Euro. 

Es geht munter weiter, womit wir zum Wein kommen. Der wohl offiziell weltweit teuerste Wein stammt aus dem Jahr 1784. Produzent ist Château Lafite. Kostenpunkt: 200.000 Euro. Der teuerste Champagner schlummert in einer 30 Literflasche, ist 45 Kilogramm schwer und hat einen Preis von annähernd 250.000 Euro. Wechseln wir zu den harten Gesellen. Der teuerste Rum entstammt der Harewood Rum Collection, zufällig gefunden im englischen Landsitz Harewood House. Die Collection von 28 Flaschen war einem Bieter 255.000 Euro wert. Der wohl teuerste Whisky, der „Macallan 64 Year Old in Lalique“ schaffte es mit einem Wert von 412.000 Euro ebenfalls ins Guinnessbuch der Rekorde. 

Ab jetzt steigen wir in schwindelnde Höhen. Der „Diva Wodka“ soll, schon mal für 788.000 Euro verkauft, jetzt einen Wert von über 900.000 Euro haben. Die Swarovski-Kristalle, die das Innere der Flasche zieren, sind dabei eher Nebensache. Und die Millionen-Grenze schafft der teuerste und wohl auch seltenste Cognac der Welt – Henri IV Dudognon Heritage Cognac. Die Flasche umgibt eine Lasur von 24 Karat Gold, teilweise ist auch Platin verwendet. On top zieren 6.500 Diamanten das Kleinod der Begierde im Wert von 1,8 Millionen Euro. Und am vorläufig oberen Ende der Skala edler Luxusgetränke steht der Tequila Hacienda La Capilla. Die Flasche besteht aus Platin und es zieren sie 4.000 Diamanten. Wert: 3,1 Millionen Euro.

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