Boris Johnson

Weinkisten als Hobbygrundlage

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 1. Juli 2019


UK (London) – Skurriler geht es wohl nicht oder doch? Nun, die britische Presse ist bekanntermassen hemmungslos, gerade gegenüber der Politik. So provoziert sie mit der neuesten Anekdote um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May zum Hobby von Bewerber Boris Johnson Verwunderung und Spott bei ihren Lesern. Der Hardliner des Brexit, für die einen umstritten für die anderen Hoffnungsträger, plauderte im Sender TalkRadio über seine Freizeitbeschäftigung. Demnach baue er zur Entspannung gerne Modell-Busse für glückliche Reisende aus alten Weinkisten.

Seit der Meldung quellen die sozialen Netzwerke über von Kommentaren, hämischer wie bewundernder Art. Doch nicht jeder mag an das Weinhobby von Ex-Außenminister Johnson glauben. So twittert der Labour-Abgeordnete Owen Smith: „Glaubt irgend jemand, dass Boris seine Freizeit damit verbringt, Modell-Busse aus Weinkisten zu bauen und dann Modell-Leute zu malen, die ihre Fahrt genießen?“ Und Brian Klaas, US-Politikprofessor, twittert: „… so bizarr, dass man davon wie hypnotisiert ist.“ Treffend für die Kritiker des Bewerbers ist vor allem die Aussage von Simon Blackwell, Autor des Artikels, der in den sozialen Medien kommentiert, dass Johnsons Äußerungen im Klartext soviel bedeuten wie: „Ich kann jeden unglaublichen Mist erzählen und trotzdem Premierminister werden.“

Meinungen und Posts in den Neuen Medien

Soweit zu den Ungläubigen. Es gibt aber auch die Aussage von der Frauenrechtsaktivistin Nimko Ali, eine Freundin von Johnsons Lebensgefährtin, die mit einer ganz privaten Betrachtung dem Weinhobby Johnsons Glauben schenken will. „Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wovon er gesprochen hat. Seine Schilderungen sind recht präzise. Bevorzugt nutzt er Weinkisten, worin zwei Flaschen aufbewahrt werden, es sind solche mit einer Trennung.“ Und Nimko Ali erläutert noch, dass die von Johnson bemalten Doppeldeckerbusse „CO2-arm“ seien, womit sie sich auf die jüngsten Modelle der echten Busse in der britischen Hauptstadt bezieht, deren Bürgermeister Johnson acht Jahre lang war.

Eine weitere positive Betrachtung zum Weinhobby des Bewerbers zum Premierminister liefert Christopher Hope, Korrespondent des Daily Telegraph, für den Johnson eine wöchentliche Kolumne schreibt: „Ich bin zuversichtlich, dass das skurrile Hobby dem Kandidaten neue Sympathien unter den 160.000 Tory-Mitgliedern eintragen wird.“

Die Parteimitglieder entscheiden in dieser Woche darüber, ob Johnson oder der aktuelle Außenminister Jeremy Hunt Regierungschef wird. Falls Johnson es schafft, könnte die britische Weinindustrie vielleicht einen Fürsprecher gewinnen – aber wer weiss das schon.

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