Guaro & Chicha

Tote durch gepanschten Alkohol in Costa Rica

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 28. Oktober 2020


COSTA RICA (San José) – In Costa Rica sind 30 Menschen an einer Methanolvergiftung durch gepanschten Alkohol gestorben. Insgesamt vergifteten sich 65 Menschen, 30 von ihnen starben - 27 Männer und drei Frauen, wie aus einem am Dienstag vorgelegten Bericht des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Seit Anfang Oktober in der Hauptstadt San José die ersten Todesfälle durch Methanolvergiftung gemeldet wurden, sind die Gesundheitsbehörden und die Polizei in Alarmbereitschaft.

Auch aus anderen Teilen des Landes wurden dutzende Fälle gemeldet, in denen nach dem Konsum von Guaro, einem aus Zuckerrohrsaft hergestellten Likör, Verdacht auf Vergiftung bestand. Die Behörden kontrollierten mehr als 300 Hersteller von Guaro und beschlagnahmten rund 16.000 Flaschen des Getränks.

Es ist also Vorsicht geboten, lokale Getränke in Costa Rica zu konsumieren. Oft sind diese billig und nicht unbedingt unter bestmöglichen hygienischen Bedingungen produziert. Gut tut der daran, sich von vertrauenswürdigen Einheimischen oder von Kennern des Landes Empfehlungen einzuholen. Hier ein kleiner Überblick mit kurzen Erläuterungen zu den beliebtesten Getränken in Costa Rica:

VINO DE COYOL

In diesem rauen Land zwischen Karibischem Meer und Pazifik beherrschen Regenwälder die Natur.  Bekannt ist dieses Transitland von Nordamerika weiter nach Südamerika durch seine schönen Strände auf beiden Seiten der Ozeane, Vulkane und biologische Artenvielfalt. Durchquert man das Land, fallen ab und an Schilder mit der Aufschrift „vino de coyol“ auf. Eigentlich steht dieser Ausdruck für Wein, doch Obacht! Die Einheimischen bezeichnen den fermentieren Alkohol zwar als Wein, aber es ist kein Wein. Hergestellt aus dem Saft von Coyol-Palmen fabrizieren die Costaricaner ein leichtes, fluffiges, etwas süßes Getränk. Doch es gibt auch Variationen des „vino de coyol“, die unweigerlich einen ordentlichen Kater verursachen.

CHICHA

Ein archaisches und weiteres fermentiertes Getränk ist „Chicha“. Traditionell produziert dies die indigene Bevölkerung und konsumiert es auch. „Chicha“ ist dem Bier geschmacklich verwandt und besteht meist aus im eigenen Land geerntetem Reis, Mais oder Ananas. Auch diese Mischung ist für empfindliche Seelen und Mägen nicht gerade empfehlenswert.

IMPERIAL, PILSEN & CO.

Bleiben wir beim Bier, was an jeder Ecke zu kaufen ist. Unter den diversen Bieren des Landes zählt das „Imperial“, ein in Amerika produziertes Lager, das Reisende und Urlauber aus dem Norden des Kontinents sehr schätzen, auch als Ersatz zu Leitungswasser. Für Liebhaber des Landes und die Lokal People sowieso ist „Imperial“ ein Synonym für Costa Rica. Auf Platz zwei der Beliebtheit bei der Bevölkerung rangiert „Pilsen“, eines der ältesten Biere im Land. Dann gibt es noch die Biersorten „Bavaria“, „Rock Ice“ sowie Importbiere wie „Budweiser“ und „Corona“. Probieren können Mutige auch die Biere kleiner Mikrobrauereien, die meist nur in regionalen Bars und Restaurants angeboten werden.

GUARO

Neben „Imperial“ ist „Guaro“ das Markenzeichen, ja sogar das Gesicht Costa Ricas. Es handelt sich um einen billig produzierten Likör, hergestellt aus Zuckerrohr, leicht süßlich und erinnert entfernt an Wodka niedrigster Qualität. Aber es gibt auch annehmbare Qualitäten des „Guaro“, beispielsweise von dem Produzenten Cacique. Trotz dessen Akzeptanz der Bevölkerung ist „Cacique Guaro“ eher ein Billiggetränk. Empfehlenswert ist, „Guaro“ als Partner in Cocktails zu verwenden oder als Mixtur mit Whisky.

RUM

Nach dem „Guaro“ ist Rum das am meisten konsumierte Getränk der Costaricaner. Erhältlich sind Sorten mit einer Reifezeit von 12 Jahren, auch ältere, aber zumeist jüngere Varianten des Rum, der überall erhältlich ist. Bei uns bekannt dürfte der aus Rum bestehende „Cuba Libre“ sein, einer Mischung aus Rum und Cola (Rum con Coca benennen es die Costaricaner). Ansonsten gibt es vielfältige Cocktails mit Rum in den Bars und Restaurants.

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