Jug with Bottles

Zigarre, Whisky, Austern, Malerei und Depressionen

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 9. Dezember 2020


GB (London) – In seiner Jugendzeit verschlug es den charismatischen Winston Churchill im Rahmen seiner Dienstzeit beim Militär in verschiedene orientalische Länder. „Dort sei das Wasser nicht zum Trinken geeignet gewesen, daher habe man es mit Whisky mischen müssen“, erzählte Churchill einmal im Rückblick. Es war kein Geheimnis, das er viel trank, rauchte und kulinarische Leckereien liebte. Unter verhohlener Hand bezeichneten die Briten ihren damaligen Kriegsherren auch (teilweise liebevoll) als „Schwätzer und Trunkenbold“. Aus neuer Zeit stammt die Aussage des tschechischen Präsidenten Milos Zeman, der sich bei Angriffen wegen Alkoholismus auf seine Person mit den Worten zu verteidigen pflegt: „Adolf Hitler war abstinent, Nichtraucher und Vegetarier und hat den Krieg verloren, während der britische Premier Winston Churchill täglich eine Flasche Whisky und drei Flaschen Champagner trank und acht Zigarren rauchte – und er hat den Krieg gewonnen.“

Nun ja, sprechen wir mal über Churchills weniger bekannte Ambition. Kürzlich wurde ein Gemälde aus der Hand des britischen Staatsmanns von seinem liebsten Whisky für mehr als eine Million Euro versteigert. Das Stillleben des ehemaligen britischen Premierministers löste online eine wahre Bieterschlacht aus und übertraf mit einem Preis von 1,1 Millionen Euro die Erwartungen des Auktionshauses Sotheby’s um ein Vielfaches. Die Veranstalter hatten mit einem Erlös von rund 280.000 Euro gerechnet. 

Der Maler

Das Ölgemälde „Jug with Bottles“ aus den 1930er-Jahren zeigt eine Flasche des „Johnnie Walker Black Label“-Whiskys neben einer Flasche Brandy mit einem Henkelkrug und Gläsern. Das alkoholische Ensemble spiegelt nach Angaben von Sotheby’s Churchills Vorliebe für den Whisky wieder. 

Die künstlerische Güte von Churchills Amateurmalereien ist umstritten. Ein ähnliches Gemälde des ehemaligen Premierministers wurde von der Zeitung „The New York Times“ einmal als „wahrlich scheußlich“ beschrieben. Dennoch erzielten seine Gemälde bei bisherigen Auktionen hohe Preise. 

Der Staatsmann

Sir Winston Leonard Spencer-Churchill gilt heute wegen seines Durchhaltevermögens, Diplomatie und erbitterter Hitler-Gegner im 2. Weltkrieg als einer der bedeutenden Staatsmänner des 20. Jahrhunderts. Der im November 1874 geborene und im Januar 1965 verstorbene Churchill regierte Großbritannien während des 2. Weltkriegs und war als Kriegsgewinner an den nachfolgenden Verhandlungen maßgeblich beteiligt. Dass er privat ein ambitionierter Amateurmaler war, blieb ob seinen Diensten für die britischen Bürger eher im Verborgenen.

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