Pfalz und Rheingau legen nach

Eiswein-Endspurt in Deutschland

  • Bergsträßer Winzer bei der Eisweinlese (Foto: z.V.g.)
  • (Foto: z.V.g.)

Text: Rudolf Knoll | Veröffentlicht: 11. Februar 2021


Vom Jahrgang 2019 wurde in Deutschland, bedingt durch den Klimawandel, nur ein einziger Eiswein geerntet (am 22. Januar 2020 bei Jens Zimmerle in Korb, Württemberg). Dafür wird es vom Jahrgang 2020 erstmals wieder größere Mengen Wein aus tiefgefrorenen Trauben geben. Zunächst wurden am 30. November in verschiedenen Gebieten rund 20 Eisweine registriert. Aber etliche Betriebe blieben nervenstark und ließen Trauben bis in den Januar hängen. Am 11. und am 16./17. Januar 2021 sanken die Temperaturen nochmal deutlich unter den Gefrierpunkt und ließen die Gewinnung weiterer Eisweine zu.

Damit nicht genug. Im Schlussspurt meldeten einige Betriebe erneut Eiswein, nämlich das Weinkontor Edenkoben in der Pfalz und das Weingut Mohr in Lorch (beide am 10. Februar) sowie die Rheingauer Trenz/Johannisberg, Spreitzer/Oestrich und Schloss Vollrads/Winkel am 11. Februar, außerdem die Bergsträßer Winzer, die bereits am 11. Januar der Kälte getrotzt hatten und jetzt pünktlich zur Altweiberfastnacht (der Tag, an dem die Frauen einmal die Macht übernehmen) nochmal zuschlugen. Das Lesepersonal war gemischt, männlich und weiblich…

Die im Jahr 2021 eingebrachten Eisweine gehören weinrechtlich alle zum Jahrgang 2020. Die Mehrheit der Eisweine entfiel auf die Sorte Riesling. Auffällig oft war die robuste Piwi-Sorte Souvignier gris im Spiel.

Die eisigen Temperaturen im Februar führten, soweit bekannt, nicht zu Frostschäden. Allerdings war aus dem besonders häufig frostigen Sachsen zu erfahren, dass Winzer Reben mit Schnee abdeckten, um das Risiko zu mindern.

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