Irische Finanzinvestoren entdecken den Wein als Renditeobjekt

23.08.2010 - arthur.wirtzfeld

IRLAND (Belfast) - Es ist unbestritten, dass Weinfonds in der Vergangenheit glänzende Renditen beschert haben. Während der Wirtschaftskrise in 2009 bunkerten aber viele Händler und Produzenten ihre wertvollen Bestände und nur vereinzelt gaben Sie ihre Schätze an die großen Versteigerer wie Christies, Sutheby´s, Bonhams und Co. Diese erzielten dann aber auch Rekordergebnisse, trotz zurückhaltenden Märkten rund um den Clobus. Währendessen bröckelten einige Weinfonds, andere mussten sogar geschlossen werden.

 

Die Investition in Wein ist nun nicht unbedingt eine neue Spielart der Finanzwelt - sie rückt aber zur Zeit in den Focus, weil in Zeiten von Wirtschaftskrisen nach anderen Formen für Investitionen gesucht wird. Den Investoren ist natürlich nicht verborgen geblieben, dass Top-Weine ihre Qualitäten lange Zeit behalten und gute bis sehr gute Renditen versprechen. Sie wollen aber nicht in Weinfonds investieren, sondern sich unmittelbar am Geschäft beteiligen.

Dieses Ansinnen hat sich ein irischer Weinhändler aus Grossgar, einem kleinen Städtchen südlich von Belfast, zu Nutze gemacht und sein Portfolio auf die Beratung von Investitionen in Wein erweitert. Seine Kunden, zunehmend aus der klassischen Belfaster Finanzwelt, erreichten bisher Renditen von bis zu 23 Prozent mit Ihren Wein-Depots.

„In der Wirtschaftskrise haben viele Investoren auf dem Aktienmarkt und im Immobilienmarkt hohe bis sehr hohe Verluste hinnehmen müssen“, sagt James Nicholson, seit nunmehr 30 Jahren im Weinhandel und mittlerweile der führende Weinhändler Irlands. „Sie haben sich nach anderen Möglichkeiten umgeschaut und so wurden sie zunehmend aufmerksam auf den Wein. Die Renditen für Wein sind in der Vergangenheit nicht nur stabil geblieben sondern sind heute wieder besser als je zuvor“.

Einige seiner Kunden haben ihre Investitionen in zwei Jahren verdoppelt. „Die Höhe der Rendite hängt allerdings ab von der Qualität des Jahrgangs und der Nachfrage nach bestimmten Weinen“, erklärt James Nicholson. Dies bestätigen auch die Ergebnisse der internationalen Weinauktionen, wo sich zunehmend ehemalige Finanz- und Immobilien-Investoren unter die potenten Weinliebhaber mischen.

„Die Banken bieten aktuell niedrige Zinsen auf Ersparnisse und in den Finanzmärkten herrscht noch Unsicherheit - alles das kommt uns entgegen“, sagt Nicholson. Einen weiteren wichtigen Aspekt fügt Nicholson noch an: „Im historischen Rückblick war Wein immer das letzte Investment, das abstürzte, und das erste, das sich erholte.“