Japans Botschaften in Europa horten riesige Weinbestände

21.10.2010 - arthur.wirtzfeld

JAPAN (Tokio) - Japans Außenministerium hat seine Botschaften in Europa angewiesen, ihre Weinbestände sukzessive zu reduzieren. Nach Inventuren hatten Kontrolleure der japanischen Regierung festgestellt, dass ein Übermaß an Weinen in den Botschaften lagern, in einem Fall waren es rund 7900 Flaschen. Nun sind die jeweiligen diplomatischen Vertretungen angehalten, die Bestände auf ein Mindestmaß zu reduzieren, die Weine zu verwerten

 

„Nach Studium des Berichtes des Prüfungsausschusses war ich doch sehr überrascht“, sagt Japans Außenminister Seiji Maehara. „Ich wusste zwar das die eine oder andere Botschaft einen erheblichen Bestand an Weinen führt, aber die überwiegende Mehrzahl unserer Botschaften horten erheblich mehr Weine, als man dort jährlich benötigt, das ist unglaublich, das ist reine Verschwendung.“

Der Prüfungsausschuss hat bisher die Lagerbestände von 51 der 211 japanischen diplomatischen Vertretungen im Ausland geprüft und darüber vor kurzem einen ersten Zwischenbericht verfasst. In ihm ist dokumentiert, dass beispielsweise Japans Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Paris 7896 Flaschen im Lager führt. „Das sind 30 mal mehr, als man dort pro Jahr benötigt“, sagt Maehara.

Schon seit einem Jahr bemüht sich Außenminister Seiji Maehara die Weinbestände bei Japans Botschaften durch Verkäufe zu verringern. „Wir haben eine interne Reform auf den Weg gebracht, um die Vorräte wirtschaftlich zu verwalten“, sagt Maehara. „Natürlich benötigen wir bei bestimmten Events eine ausreichende Menge an Weinen, beispielsweise wurden bei der Abrüstungskonferenz in Genf 1436 Flaschen verbraucht, aber das reicht einer Botschaft locker für 10 Jahre.“

Japans Generalkonsulat in New York und ebenfalls drei weitere Botschaften in den USA haben im Zuge der Kampagne ihre Weine prüfen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass eine beachtliche Zahl der gelagerten Weine erheblich an Qualität verloren hatte. „Das ist ein weiteres Problem“, erklärt Maehara. „Zu dem Übermaß kommt nun auch noch das Problem der richtigen Lagerung - viele der Weine sind nicht mehr zum Verkauf geeignet.“

Die ersten Erhebungen des Prüfungsausschusses lassen demnach auch nichts Gutes ahnen. Wahrscheinlich werden viele der Weine entsorgt werden müssen und nur wenige werden kostendeckend verkauft werden können. 

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