Weinblüte gut abgeschlossen - Badische Winzer zuversichtlich für 2010

08.07.2010 - arthur.wirtzfeld

DEUTSCHLAND (Achern) - Die jüngst abgeschlossene Weinblüte erlaubt vom Fruchtansatz und vom Zeitverlauf her schon erste Schlüsse auf den Jahrgang 2010. Von den badischen Winzern sind allseits zufriedene Töne zu vernehmen. Der Tenor „Weinblüte gut abgeschlossen - guter Fruchtansatz“ zieht sich durch das badische Weinland.

 

Einen normalen bis guten Fruchtansatz melden die Winzergenossenschaft Laufen sowie der Weinkeller Ehrenkirchen. Ernst Nickel, Winzergenossenschaft Wolfenweiler: „Auf Grund der sechstägigen Schafskälte mitten in der Blüte hat sich diese auf etwa drei Wochen erstreckt, was ungewöhnlich lang ist. Geschadet hat es aber kaum. Lediglich bei den Burgundersorten gibt es geringfügige Einbußen beim Fruchtansatz.“

Kellermeister Andreas Philipp, Winzerkeller Auggener Schäf: „Durch den langen Blüteverlauf zeigt sich bei den jungen Burgundertrauben bereits die Ausbildung von kleinen und großen Beeren, was für die Qualität sehr erwünscht ist. Kleine Beeren bedeuten eine gute Farbausbeute beim Rotwein. Außerdem hat der Boden viel Wasser gespeichert, auch das ist gut.“ Soweit der Blick ins Markgräflerland.

Am Kaiserstuhl freut sich Leopold Schätzle vom gleichnamigen Weingut in Endingen über die in diesem Jahr zugleich zeitlich späte Blüte: „Die Regel sagt, dass die Lese 100 Tage auf die Blüte folgt. Das heißt, sie wird hauptsächlich erst im Oktober einsetzen. Das bewahrt uns vor zu viel Insektenflug an warmen Septembertagen und der damit verbundenen Essiggefahr bei schon sehr reifen Trauben. Außerdem haben wir das Ausdünnen mittels Blastechnik schon abgeschlossen, damit wir lockere Trauben bekommen.“

Martin Schmidt, Weingut Friedrich Kiefer in Eichstetten: „Die Reben sind sehr gesund und stehen super im Wuchs. Die ungewöhnlich auseinandergezogene Blüte lässt in der Folge einen stressfreien, auseinandergezogenen Herbst erwarten und genügend Zeit, sehr selektiert zu lesen und gute Tropfen in den Keller zu bekommen.“

Im Breisgau rechnet das Wein- und Sektgut Weber in Ettenheim durch die zu erwartende spätere Lese mit nicht zu alkoholreichen Weinen. Werner Weber: „Das ist genau das, was wir brauchen. Nicht zu schwere Weine bringen einfach mehr Trinkspaß.“

In der Ortenau sieht Alfred Männle vom Durbacher Weingut Andreas Männle den warmen Siebenschläfertag sehr optimistisch: „Das lässt auf eine längere Periode mit warmem Sommerwetter hoffen. Die kühlen Nächte während der Blüte führten zu leichten Ertragseinbußen und damit zu lockeren Trauben. Das jedoch reduziert die Anfälligkeit für Schadorganismen.“

Auch Qualitätsmanager Frank Männle, der die Winzer der Genossenschaften Oberkirch und Waldulm berät, sieht das kühle und wechselhafte Blütenwetter durchaus positiv: „Das führt insbesondere bei den Burgundersorten zur Mischbeerigkeit, das heißt Trauben mit großen und kleinen Beeren. Denn schließlich bringen die kleinen Beeren die besseren Qualitäten.“

Noch ein Blick in den Kraichgau: Rüdiger Bös vom Weingut Bös in Malsch: „Der Fruchtansatz sieht wunderbar aus. Die kühlen Temperaturen brachten zwar etwas Einbußen, jedoch die erwünschten lockeren Trauben. Außerdem war der Gescheinansatz (die sich beim Austrieb bildenden Blütenstände) in diesem Jahr von Anfang an gut, so dass auch die Menge stimmen dürfte.“ 

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