Französische Steuerbehörde warnt vor Geldwäsche bei Käufen von Châteaux

13.08.2013 - arthur.wirtzfeld

FRANKREICH (Paris) – Das französische Finanzministerium hat einen Bericht über Geldwäsche erstellt und dabei einen besonderen Augenmerk auf die Verkäufe von Châteaux an osteuropäische und asiatische Investoren gelegt. Der Jahresbericht mit dem Titel „Traitement du Renseignement et Action Contre les Circuits Financiers Clandestins“ (kurz: Tracfin) basiert auf einer Initiative des G7-Gipfels aus 1990. In dem seither jährlich erstellten Berichten hebt die Behörde aktuell die signifikante Anzahl an verdächtigen finanziellen Aktivitäten - dieses Mal speziell im Wein-Immobiliensektor - in 2012 hervor.

 

Der für den Bericht verantwortliche Leiter der Tracfin, Jean-Baptiste Carpentier, hat eine Anzahl verdächtiger Transaktionen in Bezug auf potenzielle Geldwäsche und Steuerhinterziehung ausgemacht. Diese Transaktionen führen geradewegs zu russischen, ukrainischen und chinesischen Käufern diverser Châteaux vor allem in Bordeaux. „Es ist äußerst schwierig die komplizierten rechtlichen Strukturen, die oftmals zu Briefkastenfirmen führen, zu durchblicken und die wirkliche Identität der Käufer und die Herkunft der finanziellen Mittel zu ergründen“, berichtet Jean-Baptiste Carpentier.

Außerdem fand die Behörde heraus, dass einige der französischen Eigentümer und eine Reihe von Aktionären der Châteaux Holdinggesellschafteten in steuerfreundlichen Ländern unterhalten oder vor Verkauf gegründet hatten. Somit flossen mehrere Kaufpreise in hohen Millionenbeträgen am französischen Fiskus vorbei. Unterstützend zum Bericht der Tracfin wirken auch die Berichte der in Washington ansässigen Forschungsgruppe Global Financial Integrity (GFI) sowie die Berichte der People's Bank of China. Die GFI bescheinigt der chinesischen Wirtschaft einen Verlust von 3,79 Trillionen US-Dollar (rund 2,842 Billionen Euro) im Zeitraum 2000 bis 2011 durch Geldwäsche und der stellvertretende Direktor der People's Bank of China attestiert seinem Land die Geldwäsche auf einen nationalen Index zu setzen.

Die französische Wirtschaft leidet wie jede andere Nation darunter, dass gewiefte Unternehmer und gleichsam auch Aktionäre mit allen Mitteln versuchen, an Steuerzahlungen vorbei zu wirtschaften. Einerseits fordert auch die Weinbranche in Frankreich öffentliche Finanzierungen von Maßnahmen im Rahmen der Rezession, andererseits scheut man sich lokal nicht darum, Käufern von teuren Châteaux jede „Vergünstigung“ zu gewähren. Der Bericht der Tracfin hat nun internationale Aufmerksamkeit erreicht und bewirkt eine Sensibilität, die Transaktionen mit Geldwäsche-Charakter zukünftig zu mindestens erschweren wird.

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