TWE vernichtet alte und gealterte Weine in den USA

USA (Kalifornien) - Treasury Wine Estate (TWE), Eigner von Penfolds, Beringer und Lindemans planen größere in die USA importierte Weinmengen zu vernichten, nachdem die Importe um bis zu 2 Millionen Kisten abgenommen haben. Betroffen davon sind vor allem alte und gealterte Weine. Grund für die Überlegung ist der Rückgang der Aktien von TWE um 14 Prozent nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, dass man für das Geschäftsjahr 2013 eine Abschreibung von 160 Millionen AUD (etwa 147,5 Millionen Euro) hinnehmen musste und gleichzeitig einen Umsatzrückgang von wahrscheinlich 30 Millionen AUD (rund 27,5 Millionen Euro) prognostiziert.

 

David Dearie, CEO bei TWE sagte gegenüber Analysten, dass das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 noch 15,7 Millionen Weinkisten in die USA verschifft habe. In 2013, aber spätestens in 2014 würde diese Menge auf 1,5 bis maximal 2 Millionen Kisten sinken. Als Ergebnis werde man jetzt Weine im Wert von 35 Millionen AUD (32,2 Millionen Euro) vernichten. Gleichzeitig müssen man durch Abzinsung mittels Kostensenkung weiter 40 Millionen AUD (rund 36,8 Millionen Euro) verkraften. Die merkliche Reduzierung der Importe in die USA würde außerdem dazu führen, dass TWE auf Bulk-Weinen sitzen bleibt und zudem noch übermäßigen Mengen aus Verträgen mit Traubenlieferanten verkraften muss – alles in einem Gesamtwert von 85 Millionen AUD (78,3 Millionen Euro).

„Letztlich ist das unglückliche Procedere den zu ehrgeizigen Prognosen, neuer Produkteinführungen und aufwendiger Logistik geschuldet. Wir und auch unsere Vertriebspartner würden es vorziehen, die Weine zu vernichten“, kommentiert David Dearie die Situation. „Die Weine die es treffen wird sind eine Mischung aus kommerziell gut verkäuflichen Weinen gepaart mit Randmarken, jeweils in Australien aber auch hergestellt in den USA. Ich gehe allerdings nicht soweit und sage welche Marken es sind.“

Bisher gehörten die USA zu den bevorzugten Märkten für TWE. Laut Dearie gäbe es keine Überlegung das USA-Geschäft zu verkaufen. Dennoch gab es schon letztes Jahr hartnäckige Gerüchte, das TWE ein Übernahmeziel für finanzkräftige Investoren sei. Allerdings bei den jetzt signifikanten Kursverlusten sinkt auch das Interesse an TWE, das laut Insidern angeblich weltweit noch einen Gewinn von 4 Milliarden AUD (rund 3,68 Milliarden Euro) erwirtschaftet. Welche Zahlen nun stimmig sind wird sich bald zeigen – am 22. August wird TWE die Jahresergebnisse präsentieren.

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