Studie: Chinesen stoßen Franzosen vom Wein-Thron

30.01.2014 - arthur.wirtzfeld

FRANKREICH (Bordeaux) - Die Chinesen haben die Franzosen vom Rotweinthron gestoßen: Einer jetzt veröffentlichten Studie zufolge konsumierten die Chinesen im vergangenen Jahr in absoluten Zahlen mehr Rotwein als die Franzosen. Der Studie zufolge, die von der Weinmesse Vinexpo in Auftrag gegeben wurde, tranken die Chinesen 2013 insgesamt 155 Millionen Kisten mit jeweils neun Litern Rotwein, die Franzosen landeten mit 150 Millionen Kisten auf dem zweiten Rang.

 

In Italien wurden demnach im vergangenen Jahr 141 Millionen Kisten Rotwein getrunken, in den USA waren es 134 Millionen und in Deutschland 112 Millionen. In der "chinesischen Mentalität" habe es einen wahren Wandel gegeben, sagte Vinexpo-Generalsekretär Guillaume Deglise gegenüber den Medien. Der Studie zufolge stieg der Rotweinkonsum in China zwischen 2007 und 2013 um 175,4 Prozent - in Frankreich ging er in derselben Zeit um 18 Prozent zurück.

Wein ist in China längst ein urbanes Trend-Thema. Das Getränk gilt gleichermaßen als Statussymbol und Investitionsobjekt und unterstützt die Profiliersucht der chinesischen Mentalität vortrefflich. Parallel dazu entwickeln sich zur Zeit große Güter in Chinas Anbauregionen, oftmals unterstützt von internationalen Know How mit Geldern großer Konzerne aus dem Westen, allen voran aus Frankreich.

Der heutige chinesische Weintrinker hat es beruflich als Mitarbeiter oder geschäftlich zum Wohlstand gebracht. Er gehört in der Regel zu den oberen 10.000 der Gesellschaft. Diese Gruppe nimmt mit wachsender Vorliebe an Weinseminaren teil, wo die neuen "Weinliebhaber" den Wein gemeinsam degustieren, darüber diskutieren und - der chinesischen Seele entsprechend - auch damit angeben, nicht zuletzt mit dem Zertifikat des Seminars, das zwar fast nichts aussagt, sich aber aufhübschend am Arbeitsplatz demonstrativ aufhängen lässt. 

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