Barbera d’Asti DOCG Superiore
Die Königin des Piemont
Fotos: z.V.g.

Im südöstlichen Piemont, zwischen den Hügeln der Provinz Asti und den Ausläufern des Monferrato, liegt die Heimat der Barbera-Traube, aus der junge, frische Rossi ebenso entstehen wie langlebige, charaktervolle Superiore-Weine.
Die Barbera war lange Zeit als Alltagswein der piemontesischen Bauern bekannt und beliebt: Mit ihrer lebendigen Säure passt sie in ihrer frischen Variante auch perfekt zur lokalen Küche. Welches Potenzial in der Barbera steckt – Tiefe, Struktur und Langlebigkeit –, wurde aber erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckt. Längst zählen Spitzenweine aus der Sorte – wie etwa ein Superiore – zu den Aushängeschildern des piemontesischen Weinbaus.
Ihr Anbaugebiet erstreckt sich über 168 Gemeinden in den Provinzen Asti und Alessandria. Die Böden variieren zwischen kalkhaltigen Mergelböden, Lehm und sandigen Anteilen. Die warmen Tage und kühlen Nächte verleihen den Weinen ihre typische Spannung zwischen reifer Frucht und lebendiger Säure. Gerade auch in den Topqualitäten ist der Einsatz von Holz – ob kleines oder grosses liegt im Ermessen des Winzers – obligatorisch: Der Barbera erhält dadurch Schliff, Geschmeidigkeit und ein zusätzliches Reifepotenzial.
Die Produktion des Barbera d’Asti DOCG Superiore folgt strengeren Regeln als die des Barbera d’Asti DOC. Der Barbera d’Asti DOC muss mindestens vier Monate reifen, eine Lagerung im Holzfass ist nicht vorgesehen. Für Superiore ist eine Reifezeit von mindestens 14 Monaten (davon mindestens sechs Monate im Holzfass) vorgeschrieben. Obwohl nur 90 Prozent Barbera (neben anderen autochthonen Rebsorten) obligatorisch sind, keltern viele Winzer ihre Weine reinsortig. Für unsere Degustation hat das Consorzio Barbera d’Asti e Vini del Monferrato unter seinen Mitgliedsbetrieben die Proben der aktuellen Jahrgänge organisiert: Vielversprechend war der Jahrgang 2023, ein Jahr, das nach wechselhaftem Wetter und lokalem Hagel ab Spätsommer mit optimalen Bedingungen aufwartete – elegante und zugängliche Barbera d’Asti DOCG Superiore sind das Ergebnis.
Die Jahrgänge 2021 und 2022 zeigen hingegen, wie unterschiedlich Klimaextreme interpretiert werden: einmal kühlelegant, einmal warm und konzentriert. Aber in beiden Fällen ist das Ergebnis jeweils ein Barbera d’Asti DOCG Superiore mit Präzision, Kraft und Eleganz sowie einem nicht zu unterschätzenden Alterungspotenzial.
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