Drappier

Pinot Noir Nature

Drappier ist in Urville zuhause, einem unscheinbaren Dörfchen in malerischer Landschaft, umgeben von Feldern und schier endlosen Rebzeilen an sanften, sonnigen Hügeln. Königssorte ist hier der Pinot Noir.

Noch vor wenigen Jahren waren sie die Ausnahme: Heute sind schwach oder gar nicht dosierte Weine in. Wissen Sie, wer den ersten Brut Nature der Champagne herausbrachte? Natürlich Drappier. Es handelt sich um die Cuvée, die ich in den Händen halte. Aus heutiger Sicht ist sie ein Geniestreich und belegt, wie innovativ mein Vater und mein Grossvater waren. Ich wünschte mir, ich hätte diese Cuvée erfunden! Genau diese Art von Wein möchte auch ich machen, aus hundert Prozent Pinot Noir assembliert, kaum dosiert, ohne Schwefel, so natürlich wie nur irgendwie möglich, ein getreues Abbild seiner Herkunft.
Die Côte des Bar im Süden der Champagne ist ein historisches Anbaugebiet, nicht nur für Champagner. Auf perfekt ausgerichteten Kalkböden gelingen auch interessante Rotweine. Kein Wunder, ist der Pinot Noir hier doch heute vorherrschend. Aber das war nicht immer so. Eingeführt und durchgesetzt hat ihn mein Grossvater. Eigentlich reift der Pinot Noir ja hier in manchen Jahren fast zu gut, gerät fast etwas zu reif als Grundwein für Champagner. Das bedingt grosse Sorgfalt im Bestimmen des richtigen Erntezeitpunkts. Doch genau das erlaubt uns auch, in dieser Cuvée auf die Dosage zu verzichten. 
Meine Schwester Charline, mein jüngerer Bruder Antoine, der bald dazustossen wird, und ich wurden nicht dazu gezwungen, in das Unternehmen einzusteigen. Es hat sich von selber ergeben. Charline hat sich für die kommerzielle Seite entschieden, ich für die wissenschaftliche, die der Präzisionsarbeit. Ich habe im Keller begonnen: Heute konzentriere ich mich voll auf den Weinbau. Vor einem Jahr hat mir mein Vater diesen Teil ganz überlassen. Als Erstes habe ich die Unkrautvertilger abgeschafft und versucht, den Einsatz von Spritzmitteln auf das Nötigste zu beschränken, die Natur zu respektieren. Ich werde diesen Weg weitergehen, behutsam und Schritt für Schritt. Antoi­ne will wieder mit dem Pferd arbeiten, wie mein Grossvater in den 1950er Jahren. Auch diese Idee gefällt mir. 
Für Besucher mag Urville am Ende der Welt liegen: Für uns ist Urville die Heimat, die unsere Weine prägt.

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